Alkohol: Mythen und Wahrheiten
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Alkohol: Mythen und Wahrheiten

Alkohol hat schon seit Jahrhunderten einen festen Platz in unserer Gesellschaft. Ob als Heil- und Desinfektionsmittel oder um die Stimmung aufzulockern: Dem Rauschmittel werden viele vermeintlich positive Eigenschaften nachgesagt. Aber ob es wirklich gegen Kater, Erkältung und Verdauungsprobleme hilft, ist zweifelhaft. Wir haben uns die Wirkung näher angesehen und klären fünf der bekanntesten Mythen rund um den Alkohol auf.

Innerer Warmhalter

Eine weitverbreitete Annahme ist, dass Alkohol dich wärmt, wenn dir kalt ist. Tatsächlich weitet er die Blutgefäße, weshalb dein Körper stärker durchblutet wird. Das kann dann ein Gefühl der Wärme auslösen. Die natürliche Reaktion deines Körpers, wenn du frierst, ist aber eigentlich genau andersherum: Deine Blutgefäße verengen sich, um möglichst wenig Wärme abzugeben. Alkohol unterdrückt also dein Kältegefühl, sorgt aber in Wirklichkeit dafür, dass wir schneller auskühlen. Im Extremfall kann dies dazu führen, dass Betrunkene, die im Winter im Freien einschlafen, erfrieren.

Schnaps für die Verdauung

Gerade nach schwerem und fettigem Essen fühlen wir uns oft unangenehm voll. Hier soll ein Schnaps dazu beitragen, die Verdauung anzuregen. Der klare Kurze bewirkt aber das Gegenteil: Zwar fühlen wir uns kurzzeitig besser, da sich die Muskulatur des Magens entspannt. Gleichzeitig verlangsamt Alkohol aber die Verdauung und die Mahlzeit verbleibt deutlich länger im Magen, als sie es ohne Alkohol täte.

Warmes Bier bei Erkältung

Da Alkohol eine antibakterielle Wirkung nachgesagt wird, gilt warmes Bier als altbekanntes Hausmittel gegen Erkältung. Der darin enthaltene Hopfen soll beruhigend wirken und findet auch in Schlaftees Anwendung. Tatsächlich ist von der gesunden Wirkung des Hopfens im Bier aber nicht mehr viel übrig. Stattdessen entzieht Alkohol dem Körper Flüssigkeit und schwächt das Immunsystem.

Wenn du Medikamente wie beispielsweise Antibiotika einnimmst, solltest du ganz auf Alkohol verzichten, da es zu Wechselwirkungen kommen kann.

Konterbier gegen den Kater

Du hast am Abend zuvor zu viel getrunken und fühlst dich jetzt hundeelend? Nach einer durchzechten Nacht soll ein Konterbier gegen die unangenehmen Folgen am Morgen helfen. Der Mythos ist vielleicht aus der Schlussfolgerung entstanden, dass man nichts von dem sich anbahnenden Kater spürt, solange man noch betrunken ist. Dieser wird dich früher oder später aber einholen.

Dann kannst du nur versuchen, mit viel Wasser, frischer Luft und vor allem einer kohlenhydratreichen Mahlzeit den Beschwerden entgegenzuwirken. Die Kohlenhydrate werden benötigt, da die Leber mit dem Abbau von Alkohol beschäftigt ist. Dadurch werden die Glukoseproduktion sowie die Glukoseabgabe gehemmt und es befindet sich weniger Zucker Blut als sonst, was zu einer Unterzuckerung führen kann.

Das Einzige, was wirklich gegen den Kater am nächsten Tag hilft, ist übrigens nur, am Abend zuvor gar keinen Alkohol oder nur in Maßen zu trinken.

Alkohol als Einschlafhilfe

Wer eine gewisse Menge Alkohol trinkt, schläft besser – so heißt es zumindest. Das gilt aber leider nur für die erste Hälfte der Nacht. Danach wird unser Schlaf bewiesenermaßen unruhiger und leichter. Hinzu kommt, dass Alkohol deinen Harndrang verstärkt. Es kann also gut sein, dass der Schlaf von einem dringenden Toilettengang unterbrochen wird. Nach einer erholsamen Nacht klingt das nicht unbedingt.

Außerdem besteht die Gefahr, dass du dich daran gewöhnst, abends ein Gläschen Wein oder Ähnliches als Einschlafhilfe zu trinken. Das kann schnell außer Kontrolle geraten und dich in eine Alkoholabhängigkeit führen.

Dann lieber ein entspannendes Bad nehmen oder einen beruhigenden Tee mit Hopfen und Lavendel oder Melisse vor dem Einschlafen trinken.

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