Alkoholkonsum: Sucht und Folgeerkrankungen
Suchtprävention

Alkoholkonsum: Sucht und Folgeerkrankungen

Etwa 10 Mio. Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren konsumieren übermäßig viel Alkohol. Bei ca. 1,77 Mio. bestimmt die Alkoholsucht den Alltag und verhindert ein normales Leben. Das ständige Verlangen nach ihrem Suchtmittel beeinflusst das Verhalten dieser Menschen und schädigt soziale Kontakte. Aber Alkoholmissbrauch hat auch schwerwiegende Folgen für den Körper und die Psyche.

Alkohol schadet deiner Gesundheit

Das am stärksten betroffene Organ ist die Leber, denn sie hat die meiste Arbeit damit, den Alkohol abzubauen. Wenn du regelmäßig Alkohol konsumierst, entsteht ein hohes Risiko für eine Fettleber, die sich entzünden kann. Wird die Entzündung chronisch, beginnt die Leber langsam, Leberzellen durch Bindegewebe zu ersetzen. Dieses Stadium nennt man Zirrhose, und daraus kann sich schließlich Leberkrebs entwickeln. Auch die Gefahr, an anderen Krebsarten zu erkranken, vergrößert sich bei häufigem Alkoholmissbrauch. Das sind in erster Linie Speiseröhren-, Mund- und Rachen- sowie Darm- und Brustkrebs.

Dein gesamter Organismus wird durch Alkohol in Mitleidenschaft gezogen

Die Verdauungsorgane reagieren auf das Zellgift unter anderem mit Pankreatitis und Gastritis, also Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Magenschleimhaut. Daraus können Bauchspeicheldrüsenkrebs und Magenkrebs entstehen.

Außerdem wird dein Herz-Kreislauf-System belastet. Bluthochdruck und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko sind nicht selten die Folgen von regelmäßigem Alkoholkonsum.

Das Gehirn trägt ebenfalls dauerhaften Schaden davon – nicht nur während des Rauschs. Deine Gedächtnisleistung nimmt ab, und du kannst dich nicht mehr so gut konzentrieren. Auch dein Urteilsvermögen sowie die Intelligenz nehmen ab.

Wie Alkohol dein Leben verändert

Du solltest nicht unterschätzen, wie gravierend die Sucht in dein Leben eingreift. Alkohol ist eine Droge, und wie bei jeder Abhängigkeit verändert sich die Persönlichkeit. Unzuverlässigkeit, Unruhe oder übertriebene Eifersucht sind noch harmlosere Auswirkungen von Sucht.

Solche Verhaltensweisen zerstören Familien und Freundschaften und führen zu sozialer Isolation. Die Betroffenen vereinsamen und geraten schnell in einen Teufelskreis des Alkohols. Depressionen und Suizidgedanken können die Folge sein.

Aber auch seltener übermäßiger Alkoholkonsum verändert den Charakter, zumindest vorübergehend. Alkohol hat nämlich eine enthemmende Wirkung, und während des Rauschs kommen oft Persönlichkeitszüge zum Vorschein, die sonst im Verborgenen bleiben. Manche Betrunkene werden beispielsweise aggressiv und fangen grundlose Schlägereien an oder misshandeln sogar Partner oder Kind.

Die Gefahr erkennen

Wenn du merkst, dass du oft an Alkohol denkst, diesen regelmäßig und/oder teilweise exzessiv konsumierst und bei Problemen häufig zur Flasche greifst, oder wenn du von deinem Umfeld auf deinen Konsum angesprochen wirst, bist du definitiv suchtgefährdet. Damit ist nicht zu spaßen, und du solltest dich dringend an deinen Hausarzt oder eine Beratungsstelle wenden. Auch eine anonyme telefonische Beratung ist möglich.

Auch wenn Alkohol mittlerweile zu vielen gesellschaftlichen Anlässen dazugehört, bleibt es eine bewusstseinsverändernde Droge. Du solltest nicht vergessen, dass du mit dem Konsum immer auch gesundheitliche und psychische Risiken eingehst und die Gefahren nicht zu unterschätzen sind.

In unserem Artikel Alkoholmissbrauch in der Familie erfährst du mehr darüber, welche schwerwiegenden Auswirkungen Sucht auf das soziale Umfeld hat.