AOK-Familienstudie 2018: Wie gesund sind Deutschlands Familien wirklich?
Familienleben

AOK-Familienstudie 2018: Wie gesund sind Deutschlands Familien wirklich?

Die meisten Eltern in Deutschland sind mit ihrem Leben zufrieden und fühlen sich gesund. Bewegung, aktive Freizeitgestaltung und bewusste Zeit mit den Kindern wirken sich positiv auf deren Entwicklung und Gesundheit aus. Nach wie vor ist die Vorbildfunktion der Eltern sehr wichtig. Doch die AOK-Studie schaut auch hinter die Kulissen – mit einigen überraschenden Ergebnissen.

Work-Life-Balance stresst Familien

Positive Erkenntnis der aktuellen Familienstudie: Rund 76 Prozent der Eltern schätzen ihre Gesundheit als gut ein. Seit der letzten Befragung der AOK im Jahr 2014 zeichnet sich hierbei sogar ein Aufwärtstrend ab. Dennoch: Etwa ein Viertel fühlt sich psychisch stark belastet. Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei, laut Aussagen der Befragten, mit viel Stress verbunden und auch finanzielle Sorgen schlügen oft aufs Gemüt.

Die Beurteilung variiert zudem je nach Bildungsstand und Familiensituation. So stufen Eltern mit Abitur ihre Gesundheit im Allgemeinen als besser ein als solche mit Hauptschulabschluss. Paaren geht es tendenziell besser als Alleinerziehenden.

Die Gesundheit der eigenen Kinder wird ebenfalls als gut bewertet. Dem entgegen steht jedoch, dass viele Kinder bereits übergewichtig sind. Hier lässt sich ein Zusammenhang zum Gewicht der Eltern erkennen: Kinder mit übergewichtigen Eltern sind doppelt so oft selbst übergewichtig im Vergleich zu Kindern, deren Eltern Normalgewicht haben.

Kinder brauchen mehr Bewegung, aber es fehlt an Möglichkeiten

Ganz klar zu erkennen und erschreckend zugleich: Zeit und Motivation für körperliche Aktivität in deutschen Familien sind ausbaufähig, und dies wirkt sich unmittelbar auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Kinder aus. In Familien, die sich viel bewegen und deren Einstellung dazu positiv ist, haben die Kinder bessere Laune und weniger häufig Einschlafprobleme als in Familien, die sich wenig bewegen.

Leider mangelt es aber vielerorts an ausreichend Möglichkeiten für alltägliche Fitness. Ballspielen auf der Straße, ungestörtes Spielen im Wald und weitere Bewegungsräume sind in den letzten Jahren seltener geworden. Stattdessen besuchen viele Kinder Ganztagsschulen, in denen der Sportunterricht häufig ausfällt.

Weitere Ergebnisse im Überblick

  • Mehr als die Hälfte der befragten Eltern sind übergewichtig.
  • Zwischen BMI (Body-Mass-Index) und Bildungsstand ist ein Zusammenhang erkennbar: Eltern mit Hauptschulabschluss sind häufiger adipös als Eltern mit Abitur.
  • Die Einschätzung des kindlichen Gesundheitszustandes variiert je nach Alter des Kindes: Jüngere Kinder werden häufiger mit guter Gesundheit beurteilt als Kinder zwischen elf und 14 Jahren.
  • Kinder zwischen vier bis sechs Jahren sind häufiger in Bewegung.
  • Wenn Kinder gesundheitliche oder psychosomatische Probleme aufweisen, dann vor allem schlechte Laune, Einschlafprobleme und Bauchschmerzen.
  • Die Mehrheit der Kinder nutzt Medienangebote wie Smartphone, Tablet, TV usw. öfter und intensiver als von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen.
  • Körperliche Bewegung kommt insgesamt zu kurz: Nur zehn Prozent der Kinder bewegen sich im Schnitt an mindestens 3,6 Tagen in der Woche.
  • Eltern wünschen sich in Wohnorten eine familienfreundlichere Infrastruktur: mehr Spielmöglichkeiten, mehr Fahrradwege usw.

Alle Ergebnisse der Familienstudie 2018 sowie passende Grafiken finden Sie zum Download in der Zusammenfassung und in der ausführlichen Version.

Bereits zum vierten Mal seit 2007 hat die AOK in diesem Jahr 4.896 Familien befragt, darunter Eltern mit Kindern zwischen vier und 14 Jahren und Einkommen zwischen weniger als 2.000 Euro bis mehr als 4.000 Euro pro Monat sowie Eltern verschiedener Bildungsniveaus. Somit bildet die Familienstudie den Großteil der in Deutschland lebenden Familien repräsentativ ab.

Viel Spaß mit Ihrer Familienzeit wünscht Ihre AOK Hessen.

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