Arthrose: Was ist das eigentlich und was kann man dagegen tun?
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Arthrose: Was ist das eigentlich und was kann man dagegen tun?

Arthrose umschreibt, allgemein ausgedrückt, den Verschleiß von Gelenken. Die Knorpelmasse, die als Puffer zwischen den Gelenken zu finden ist, nutzt sich mit zunehmendem Alter ab. Am häufigsten betroffen sind die Gelenke an Knie und Hüfte sowie Schulter und Fingern. Schmerzen treten bei Belastung der Gelenke auf, vor allem zu Beginn einer Bewegung, man spricht hier vom sogenannten Anlaufschmerz. Im weiteren Verlauf dieser chronisch verlaufenden Alterserscheinung sind die Gelenke in ihrer Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt.

Wer ist betroffen?

Bei der Arthrose handelt es sich um die am häufigsten verbreitete Gelenkerkrankung weltweit. Sie kann grundsätzlich alle Gelenke betreffen. Ob und in welchem Alter jemand daran erkrankt, hängt neben der genetischen Veranlagung vor allem davon ab, wie stark die Gelenke – zum Beispiel durch den Beruf – beansprucht werden. Auch Übergewicht und angeborene oder durch einen Unfall entstandene Gelenkfehlstellungen führen durch die stärkere Belastung der Gelenke früher als bei Menschen ohne diese Risikofaktoren zur Arthrose. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Ab 65 Jahren sind mehr als die Hälfte aller Frauen, aber nur ungefähr ein Drittel der Männer von Arthrose betroffen.

Krankheitsverlauf

Im ersten Stadium wird die Knorpelschicht, die als Gelenkpuffer dient, rauer und dünner. Im weiteren Verlauf wird der Knorpel durch Granulationsgewebe, also wundschließendes Bindegewebe, und auch minderwertige Faserknorpel ersetzt. Es bilden sich sogenannte Pseudozysten, also mit abgestorbenen Zellen, Bindegewebe und Flüssigkeit gefüllte Hohlräume der Knochensubstanz. In der dritten Phase treten Geschwüre auf und das Bindegewebe und die Knorpelzellen wachsen schnell. Im vierten Stadium flacht die Knochenplatte des Gelenks ab. Damit der Druck auf das Gelenk trotzdem noch abgefangen wird, bilden sich am Knochen Randwülste. Der Schmerz wird im Krankheitsverlauf stärker, die Intervalle zwischen den Schmerzphasen verkürzen sich und die Beweglichkeit nimmt stark ab.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei beginnenden Beschwerden behandelt man im Allgemeinen mit Physiotherapie und entsprechend geeigneten schmerzlindernden, entzündungshemmenden oder die Schmierung der Gelenke unterstützenden Medikamenten. Auch Wärmebehandlungen schaffen manchmal Linderung. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind oder nicht funktionieren, kann eine Operation die geeignete Lösung sein. In diesem Falle wird dann das Hüft-, Knie- oder Schultergelenk gegen ein künstliches ausgetauscht. Informationen, welche Klinik dann die richtige ist, erhältst du bei deiner AOK Hessen oder deinem behandelnden Arzt.

Vorbeugen

Übergewicht ist Gift für unsere Gelenke! Eine ausgewogene Ernährung und Sportarten, die die Gelenke schonen, wie z. B. Schwimmen, Walken oder ein gemäßigtes Lauftraining, helfen, der Arthrose vorzubeugen. Besonders im Alltag gilt es, sich bewusst und schonend zu bewegen.

Hier findest du beispielsweise weitere Tipps für rückenschonende Bewegungen.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.

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