Draufsicht auf eine asiatische Ginsengwurzel, umgeben von roten Samen, Erde und grünen Blättern auf einer weißen Marmorfläche.
Nahrungsmittel

Adaptogene: Mit Pflanzenstoffen zu mehr Gelassenheit?

Gelassener, vitaler und positiver durch den Alltag gehen – mit Adaptogenen soll das möglich sein. Diesen Pflanzenstoffen wird nämlich nachgesagt, dass sie den Körper resistenter gegen Belastungen machen, sodass du in Zukunft auch in herausfordernden Situationen entspannt bleibst. In welchen Pflanzen stecken diese ungewöhnlichen Stresskiller und wie kannst du sie für dich verwenden?

Was genau sind Adaptogene?

Adaptogene sind Stoffe, die in bestimmten Pflanzen und Pilzen vorkommen – vergleichbar mit Nährstoffen oder Proteinen. Dabei gibt es nicht nur das eine Adaptogen, sondern mehrere aktive Pflanzenstoffe mit unterschiedlichen Wirkungen. Manche beeinflussen den Körper unmittelbar und sorgen für ein Gleichgewicht zwischen Hypothalamus und Hypophyse in deinem Gehirn und der Nebennierenrinde. Andere stärken das Immun- und Nervensystem. Alle haben gemeinsam, dass sie dich resistenter gegen Belastungen machen sollen. Die ganzheitliche Medizin beschäftigt sich seit mehr als hundert Jahren mit der Heilwirkung bestimmter Pflanzen. Aber erst in den letzten Jahren wurde die Forschung zunehmend darauf aufmerksam und beginnt, altes Wissen mit modernen Studien zu belegen.

Wie wirken Adaptogene

Die Pflanzenstoffe helfen dem Körper, sich akuten Stresssituationen besser anzupassen (zu adaptieren) und Stoffwechselprozesse genauer zu justieren. Das heißt: Geht in einem herausfordernden Moment in deinem Kopf ein Alarm los, schüttet dein Körper eine angemessene Menge Stresshormone aus. So kommst du besser mit emotionalem Stress zurecht – aber auch mit körperlichem wie einer Krankheit oder einem herausfordernden Training. Das ist besonders für sehr sensible Menschen positiv: Ihr Körper reagiert dann in stressigen Situationen nicht mehr so schnell „über“. Insgesamt sollen Adaptogene dafür sorgen, dass du dich besser konzentrieren kannst, du aufmerksamer und leistungsfähiger wirst und nicht so schnell ermüdest. Diese Wirkung erkennt sogar die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) an.

Die 8 besten adaptogenen Pflanzen im Kurzportrait

Die antioxidativen und stressregulierenden Eigenschaften finden wir vor allem in der Wurzel verschiedener Pflanzen, Kräuter und Pilze. Einige davon sind für uns noch sehr exotisch, andere hast du vielleicht schon öfter gegessen.

Die Liste der bekanntesten adaptogenen Heilpflanzen:

  • Ashwagandha (auch: Schlafbeere) und Tulsi (Indisches Basilikum) sind vor allem in der Ayurvedischen Medizin bekannte Heilpflanzen. Sie sollen Stress ausgleichen und Angstzustände lindern. Tulsi hat den Ruf, deine geistigen Leistungen zu steigern.
  • Goji-Beeren sollen dich allgemein fitter machen und einen erholsamen Schlaf fördern.
  • Ginseng ist gut fürs Gehirn. In der traditionellen chinesischen Medizin ist er dafür bekannt, dass er dir hilft, wenn du dich ständig müde oder erschöpft fühlst. Labortests haben gezeigt, dass seine Inhaltsstoffe die Gefäße verengen. Das regt den Kreislauf an. Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes sollten damit allerdings vorsichtig sein.
  • Rosenwurz wächst in nördlichen Regionen wie Skandinavien und Sibirien. Er macht dich leistungsfähiger und resistenter gegen Stress. Die Wirkung wurde sogar in einer medizinischen Studie belegt. Daher wird der Rosenwurz von der EMA als adaptogene Heilpflanze anerkannt.
  • Ginkgo fördert die Durchblutung in deinem Gehirn und steigert so deine Denkleistung.
  • Mate enthält nur wenig Koffein und besitzt eine sanftere anregende Wirkung als Kaffee.
  • Kurkuma ist ein bekanntes Gewürz, das eine entzündungshemmende Wirkung hat. Wusstest du, dass es auch Stimmungstiefs lindern soll?
  • Verschiedene Pilze wie Shiitake, Reishi, Chaga oder Igel-Stachelbart gelten in der traditionellen chinesischen Medizin als Heil- und Vitalpilze. Es heißt, sie fördern deine Gesundheit und deine geistigen Fähigkeiten.

Verschiedene adaptogene Lebensmittel auf Untergrund aus Holz.

Als Tee, Pulver oder Tabletten: So verwendest du adaptogene Heilpflanzen

Die meisten Adaptogene gibt es bei uns bisher vor allem als Nahrungsergänzungsmittel oder als Wirkstoff in traditionellen Arzneimitteln. Grundsätzlich sollten Adaptogene nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Einige adaptogene Pflanzen sind auch in unseren Supermärkten zu finden: Vielleicht hast du schon einmal einen Mate-Tee getrunken oder dein Müsli mit Goji-Beeren aufgepeppt. Auch Kurkuma ist ein fester Bestandteil unserer Küche – du kannst aus ihr beispielsweise Goldene Milch herstellen. Shiitake kannst du für viele asiatische Gerichte verwenden.

Frische Ginseng-Wurzeln eignen sich besonders gut für die Herstellung von Tees. Schneide dafür ein etwa münzgroßes Stück in kleine Scheiben. Brühe sie mit heißem aber nicht mehr kochendem Wasser auf. Die Wurzelstücke solltest du für fünf bis zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen. Vor dem Trinken kannst du den Tee noch durch ein Sieb abschütten. Lass dich zu der Länge der Anwendung, Dosierung oder auch zu unerwünschten Effekten in der Apotheke beraten. 

Mit natürlichen Methoden vitaler werden

Mit natürlichen Methoden die Konzentration anregen oder besser schlafen: Auch so manche heimische Heilpflanze wie Hopfen oder Johanniskraut sind für ihre entspannende und stimmungsaufhellende Wirkung bekannt. Brainfood wie Vollkorn oder Seefisch fördern deine Konzentration. Möchtest du mehr darüber erfahren, wie Ernährung und Stimmung zusammenhängen, kannst du unsere Experten im AOK-Ernährungsforum fragen. Wenn das nicht genug ist, unterstützen wir dich mit unserem Programm „Stress im Griff“. Dort lernst du in einem individuellen Training, Stressfaktoren im Alltag zu identifizieren und zukünftig zu vermeiden.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.