Junge Frau liegt auf der Couch mit Kopfhörern und entspannt mit geschlossenen Augen.
Wohlbefinden

ASMR: Mit Geräuschen entspannen

Du kommst nicht zur Ruhe, weil deine Gedanken ständig kreisen? Vielleicht helfen dir sanfte Geräusche beim Einschlafen oder Relaxen, zum Beispiel ein Knistern oder Flüstern. ASMR nennt sich dieser Trend, bei dem schöne Erinnerungen an die Kindheit aktiviert werden.

ASMR: Seit einiger Zeit tauchen diese vier Buchstaben  häufiger im Netz auf. Nach Podcasts gibt es damit einen weiteren Trend zum Hören. Doch beim ASMR lauschst du keinen Geschichten, sondern Geräuschen in Videos. Klingt erstmal komisch, denn eigentlich fühlen wir uns durch den täglichen digitalen Input sowieso schon überfordert. Aber: Immer mehr Menschen schwören auf die beruhigende Wirkung der Clips – was steckt dahinter?

Eine Massage fürs Gehirn

ASMR steht für Autonomous Sensory Meridian Response, was so viel bedeutet wie eine spontane, körperliche Reaktion auf einen sensorischen Reiz. Bei ASMR wird mittels audiovisueller Sinnesreize (= Trigger) ein Kribbeln (= Tingles) ausgelöst, das auf der Kopfhaut beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreitet. Wie eine Kopfmassage, nur ganzheitlicher und virtuell – auf Kanälen wie YouTube.

Junger Mann spricht leise in ein Mikrofon.

Gar nicht so leicht: Den richtigen Trigger finden

Die Tingles im Körper lassen dich direkt ruhig werden. Ein entspannter, nahezu tranceähnlicher Zustand tritt ein. Vorausgesetzt, du reagierst auf die jeweiligen Trigger. Denn nicht jeder empfindet etwas bei ASMR. Grund dafür sind Unterschiede in der Gehirnvernetzung. Solltest du bei einem Trigger nichts spüren, ist das aber nichts Negatives. Und es heißt nicht, dass du nicht empfänglich für ASMR bist. Vielleicht hast du nur noch nicht den für dich passenden Trigger gefunden. Denn hiervon gibt es für nahezu jeden „Geschmack“ etwas:

  • Streichen mit Gegenständen (zum Beispiel Pinsel) über das Mikro
  • Geräusche mit den Händen
  • Flüstern
  • Geräusche mit dem Mund (etwa Klicken)
  • Knistern
  • Trommeln
  • Naturgeräusche (zum Beispiel Regen oder Meeresrauschen)
  • Virtuelle Berührungen (so wie Gesicht streicheln)

Neben den Triggern gibt es außerdem verschiedene Themenwelten und Rollenspiele, wie zum Beispiel einen Besuch im Spa inklusive Massage, ein Unboxing (= Produktvorstellung) oder eine Fantasiereise an einen Traumstrand.

Entspannen mit Emotionen

Doch warum entspannen wir überhaupt durch Geräusche? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten eine Verbindung zwischen Erinnerungen und den dabei abgespeicherten Emotionen. So hast du in der Vergangenheit Geräusche erlebt, an die du dich womöglich mit einem wohligen Gefühl zurückerinnerst. Wie zum Beispiel das leise Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte in der Kindheit, um entspannt einschlafen zu können. Durch ASMR werden die Erinnerungen unterbewusst aktiviert und du kannst die Gefühle erneut erleben.

Eine britische Forschergruppe hat außerdem herausgefunden, dass ASMR den Herzschlag verlangsamt und so zu Stresslinderung und Entspannung führt. Gleichzeitig erhöhen die Trigger die elektrodermale Aktivität, was als Anzeichen für eine positive, emotionale Erregung steht: Wir fühlen uns gut und sind glücklich. Viele Menschen nutzen ASMR deshalb, um Symptome von Angst, Depression, Stress und Schlaflosigkeit zu beseitigen. In der Therapie wird es, aufgrund der bisher noch sehr neuen, wenig erforschten Thematik, allerdings noch nicht eingesetzt.

ASMR: Das perfekte Setting

Du fühlst dich gestresst und brauchst eine Pause vom Gedankenstrudel oder willst einfach nur schnell einschlafen? Damit du ASMR auch so richtig genießen und abschalten kannst, haben wir hier noch ein paar Tipps für dich:  

So klappt’s auch bei dir:

  1. Hake vorher alle To-dos ab, die dich von der Entspannung abhalten könnten.
  2. Mache dir eine Tasse Tee – für einen zusätzlichen Wohlfühl-Moment.
  3. Suche dir einen ruhigen, ungestörten Ort, an dem du dich wohlfühlst (z. B. dein Bett).
  4. Sorge dafür, dass dich nichts und Niemand stören kann. Schalte dein Handy auf lautlos oder in den Flugmodus. Die Videos kannst du auch über ein Tablet oder einen Laptop abspielen.
  5. Verwende Kopfhörer für ein optimales Hörerlebnis. Ideal sind spezielle Sleepphones, aber auch normale erfüllen ihren Zweck.

Bist du bereit für die beruhigende Geräuschkulisse? Dann schau dir mal die beliebten YouTube-Kanäle von ASMR Janina, Relax ASMR oder Soph Stardust ASMR an.

Entspannung hat viele Gesichter

Mit ASMR wirst du nicht so recht warm? Keine Sorge, es gibt jede Menge anderer Wege zu entspannen. Progressive Muskelentspannung oder Achtsamkeitstraining lösen die Anspannung – und Stille kann eine Kraftquelle sein. Zusätzlich unterstützen wir dich gerne: Beim AOK-Programm „Stress im Griff“ erhältst du Tipps für den trubeligen Alltag. Und bei unseren Gesundheitskursen findest du vielfältige Angebote zur Stressbewältigung.

Viel Spaß beim Zuhören wünscht dir deine AOK Hessen.