Auf dem Weg zum Wunschkind: So hilft das Kinderwunschzentrum
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Auf dem Weg zum Wunschkind: So hilft das Kinderwunschzentrum

Etwa jedes zehnte Paar in Deutschland bleibt ungewollt kinderlos. Kinderwunschzentren bieten ärztliche Hilfe und Unterstützung auf dem Weg zum eigenen Kind. In diesen spezialisierten Einrichtungen werden die Gründe für die Unfruchtbarkeit sowohl bei der Frau als auch beim Mann analysiert und behandelt. Eure AOK Hessen hilft euch unter bestimmten Voraussetzungen finanziell dabei. Wir stellen euch den Ablauf in einem Kinderwunschzentrum vor.

Professionelle Hilfe – erhöhte Erfolgschancen

Kinderwunschzentren sind spezialisierte Praxen oder Kliniken für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin. Verschiedene medizinische Experten und Biologen beschäftigen sich hier ausschließlich mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Unfruchtbarkeit. Sie verfügen über ein breites Erfahrungsfeld, nehmen an Fortbildungen teil und sind medizinisch auf dem aktuellen Stand. Zentren in eurer Nähe findet ihr am besten über dieses bundesweite Informationsportal.

Umfassende Beratung – individuelle Behandlung

Nach Auswahl des geeigneten Zentrums macht ihr einen Termin für das Erstgespräch aus. Ja, genau, zu diesem sollten beide Partner gehen. Schließlich muss erst geklärt werden, bei wem von beiden die Ursache für die bisherige Kinderlosigkeit liegt. Wahrscheinlich wird euch die Praxis eine Checkliste zuschicken, was zum Termin mitzubringen ist. Dazu gehören ein Regelkalender und frühere Befunde, aber auch Informationen über frühere Operationen und die Einnahme von Medikamenten.

Alle Befunde werden geprüft und die Unterlagen vervollständigt. Hierzu gehören auch Fragen zu eurem Sexualleben, wie zum Beispiel die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Anschließend wird ein auf euch abgestimmtes Behandlungskonzept erarbeitet.

Viele Stellschrauben – Forschen nach den Ursachen

Eine Unfruchtbarkeit kann verschiedene Gründe haben. Fruchtbarkeitsstörungen verteilen sich mit jeweils 30 bis 40 Prozent gleichmäßig auf Männer und Frauen. Bei den übrigen Fällen ist die Ursache unbekannt oder beide Partner sind gleichermaßen betroffen. Bei einem unerfüllten Kinderwunsch ist es daher wichtig, dass sich sowohl die Frau als auch der Mann untersuchen lassen. Zu den Ursachen gehören in den meisten Fällen Hormonstörungen und -schwankungen. Aber auch die eingeschränkte Funktionstüchtigkeit verschiedener Organe wie Eileiter oder Gebärmutter kann maßgeblich sein. Oder beim Mann eine geringe Anzahl an oder eine eingeschränkte Geschwindigkeit der Spermien. Auch eine nicht erkannte Endometriose (Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter) kann eine Schwangerschaft verhindern.

Untersuchungen schaffen Gewissheit

Erste Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Hormonprofils, Ultraschalluntersuchungen sowie die Abgabe einer Spermienprobe können bereits im Anschluss an das Beratungsgespräch vorgenommen werden. Meist werden im Laufe der Behandlungen mehrere Spermaproben benötigt. So können mögliche Schwankungen in einem Spermiogramm, einer Ergebnisanalyse des Ejakulats, festgestellt werden.

Unterschiedliche Gründe – große Methodenvielfalt

Eventuell notwendige Gebärmutter- oder Bauchspiegelungen werden terminlich vereinbart. Ist eine Ursache gefunden, kann mit der Stimulationstherapie, also einer Einstellung der Hormone, begonnen werden. In manchen Fällen reicht die Gabe von Hormonpräparaten in Tablettenform oder Spritzen bereits aus, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

Sollte dies nicht der Fall sein, kann möglicherweise eine assistierte Reproduktion, also eine künstliche Befruchtung infrage kommen. Diese reicht von der Injektion der Spermien direkt in die Gebärmutter bis hin zum Einsetzen einer in der Petrischale befruchteten Eizelle. Welche Methode die geeignete für euch ist, wird euer Arzt mit euch erörtern.

Unterstützung finden

Kommt der Arzt zu dem Schluss, dass eine künstliche Befruchtung erforderlich ist und die Erfolgschancen ausreichend sind, übernimmt die AOK Hessen bei verheirateten Paaren für die ersten drei Versuche neben dem gesetzlichen Anteil von 50% der mit dem Behandlungsplan veranschlagten Kosten, zusätzlich bis zu 250 Euro je Versuch. Am besten informiert ihr euch gleich.

Alles Gute wünscht euch eure AOK Hessen