Eine Frau, die sich gegen die Schläfen drückt, wegen ihren Kopfschmerzen.
Facharztwissen

Bluthochdruck durch Stress: Ursachen und Risiken

Unser Herz pumpt Blut durch den ganzen Körper – je nach Belastung mit mehr oder weniger Power. Wer chronischen Bluthochdruck hat, bei dem arbeitet das Herz ständig am Maximum. Eine mögliche Ursache dafür: zu viel Stress.

Wie funktioniert der Blutdruck?

Wenn das Herz dein Blut durch den Körper pumpt, übt es Druck auf die Venen und Arterien aus – das nennt sich Blutdruck. Dabei gibt es zwei Werte: Wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und pumpt, ist das „systolischer Druck“. Wenn sich das Herz entspannt, entsteht Druck auf den Gefäßen – der diastolische Druck. Diese Werte werden mit der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (kurz mmHg) gemessen. Welche Werte ideal sind und wie du sie misst, erfährst du hier.

Es gibt einige Anzeichen dafür, dass dein Blutdruck erhöht sein könnte – zum Beispiel Schlaflosigkeit, Schwindel oder Ohrensausen. Aber auch wenn du keines dieser Symptome hast, solltest du dich regelmäßig untersuchen lassen. Die Herzstiftung empfiehlt spätestens ab 40 Jahren Check-ups – möglichst alle drei Jahre.

Hoher Blutdruck: Darum ist er gefährlich

Ständiger erhöhter Druck ist eine Belastung für unsere Gefäße und Organe. Betroffenen drohen im schlimmsten Fall Schlaganfall oder Herzinfarkt. Selbst leichte Formen der sogenannten essenziellen Hypertonie sind eine Gefahr. Das Problem: Oft wird Bluthochdruck nicht erkannt und kann deswegen auch nicht behandelt werden.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Bluthochdruck – den primären und sekundären: Der sekundäre Bluthochdruck ist selten. Er bezeichnet Fälle, bei denen der erhöhte Druck durch andere Krankheiten ausgelöst wird, zum Beispiel Nierenprobleme und Atemaussetzern beim Schlafen – genannt Schlafapnoe.

Fast alle Bluthochdruckpatienten haben einen primären Bluthochdruck. Bei ihnen kommen keine anderen Krankheiten vor, die den Bluthochdruck auslösen. Stattdessen sind genetische Veranlagung, das Alter oder der Lebensstil die Ursache. Mögliche Auslöser sind:

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • wenig Sport
  • zu viel Alkohol
  • salzige und fettige Ernährung
  • chronischer Stress

Ein Mann, der mit einer Blutdruck-Manschette seinen Blutdruck misst.

Stress und Bluthochdruck – wie hängt das zusammen?

Befindest du dich in einer stressigen Situation, schüttet dein Körper Adrenalin und Cortisol aus – so lässt er dein Herz schneller schlagen. Dadurch wirst du mit der nötigen Energie versorgt.

Stress – und ein erhöhter Blutdruck ab und zu – sind völlig normal und gesund. Lässt der Stress aber nicht nach, macht dich das auf Dauer krank. Chronischer Stress löst viele verschiedene Krankheiten aus: von Herzproblemen über Herpes bis zur Gürtelrose. Deswegen ist es wichtig, dass du zwischen stressigen Phasen regelmäßig wieder zur Ruhe kommst. In diesen Momenten erholt sich dein Körper von der erhöhten Anstrengung.

Der richtige Umgang: Den Blutdruck senken

Hast du stressbedingten Bluthochdruck? Es ist wichtig, ihn ernst zu nehmen. Er ist nicht „nur” in deiner Psyche lokalisiert – der Stress findet auch in deinem Körper statt. Der gibt dir mit hohen Blutdruckwerten zu verstehen, dass er ernsthaft belastet ist.

Jeder Mensch geht mit Stress anders um. Deine Aufgabe bei chronischer Belastung ist es nicht, sie zu überwinden oder weniger an dich heranzulassen. Klar ist: Wer sich subjektiv überlastet fühlt, ist überlastet – und sollte dringend etwas ändern. Die Therapie bei stressbedingtem Bluthochdruck ist deswegen zweigleisig:

  • Einerseits verschreibt dir dein Arzt Medikamente, die den Blutdruck senken. Es gibt verschiedene Arten der sogenannten Antihypertensiva – um den richtigen Typ zu wählen, sollte dein Arzt dich nach deinen Vorerkrankungen befragen.
  • Auf der anderen Seite gilt es, deinen Lebensstil bestmöglich zu verändern: Mach genügend Sport, iss gesund, vermeide Alkohol und Rauchen – und reduziere Stressfaktoren im Leben. Dabei können sich auch progressive Muskelentspannung, Meditation oder Yoga positiv auswirken.

Stress reduzieren: So hilfst du dir selbst

Wenn du mehr Gelassenheit finden möchtest, unterstützt dich das kostenlose AOK-Programm „Stress im Griff”. Es bringt dir bei, wie du deine Stressmuster verstehst, deine Stressoren erkennst und sie reduzierst. Entspannung lernst du in unseren Kursen zum Thema Stressbewältigung. Du willst fürsorglicher mit dir umgehen? Trainiere deine Achtsamkeit mit unseren Tipps. Hast du Fragen zu deiner Gesundheit, wende dich gerne an unsere Experten: Clarimedis ist eine telefonische Gesundheitsberatung, kostenlos und genau dafür da, dir zu helfen.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.