CBD-Öl tropft aus einem Fläschchen.
alternative Medizin

CBD-Öl: Hilft es wirklich gegen Stress und Schmerzen?

Ob als Heilmittel bei Kopfschmerzen, Angstzuständen oder Periodenbeschwerden: CBD-Öle liegen derzeit voll im Trend. Viele Menschen schwören darauf, dass wenige Tropfen wahre Wunder bei Entzündung oder Stress bewirken. Die Öle und andere CBD-Produkte bekommst du in diversen Onlineshops oder in speziellen Hanfläden, mittlerweile gibt es sie sogar im Drogeriemarkt. Doch wie wirksam ist der hanfbasierte Wirkstoff tatsächlich und ist er eigentlich legal?

CBD, THC oder Hanföl – das sind die Unterschiede

Die Abkürzung CBD steht für den Wirkstoff Cannabidiol. Dieser stammt aus den Blättern und Stängeln der Nutzhanfpflanze. Heutzutage gibt es viele Produkte, die CBD enthalten. Etwa findest du es in Kaugummis und Kapseln – besonders beliebt sind CBD-Öle. Dafür reichern die Hersteller Hanföl oder andere Pflanzenöle mit dem Wirkstoff an. Es gibt sie in verschiedenen Konzentrationen von fünf bis 40 Prozent. Sie haben keine berauschende Wirkung. Anders sieht es beim Wirkstoff THC aus – dieser kann nur aus den Blüten zweier bestimmter Hanf-Arten gewonnen werden. Er ist Bestandteil der Drogen Marihuana und Haschisch. THC wirkt bewusstseinsverändernd und kann abhängig machen. Reines Hanföl wiederum stammt aus den Samenkapseln der Hanfpflanze und kommt in der Küche als Speiseöl zum Einsatz. THC findest du darin keines, CBD nur in extrem geringen Mengen – du kannst es also unbedenklich verwenden. 

Cannabidiol: Welchen Effekt versprechen sich Käufer?

Hersteller von CBD-Öl werben damit, dass es entkrampfend, entzündungshemmend und schmerzlindernd auf den Körper wirkt. Deswegen verwenden es viele Menschen, die etwa unter Migräne leiden oder bei der Menstruation starke Krämpfe haben. Auch bei Hautproblemen wie Akne setzen einige auf den Wirkstoff der Hanfpflanze. Außerdem kommt CBD bei psychischen Beschwerden wie Depressionen und Stresssymptomen zum Einsatz. Denn: Es hellt angeblich die Stimmung auf, soll für guten Schlaf sorgen und gegen Angstzustände helfen. Manche sagen Cannabidiol sogar eine therapeutische Wirkung bei Epilepsie und Krebs nach.

Bei CBD können Nebenwirkungen auftreten

Recherchierst du im Internet zu Cannabidiol, findest du unzählige Erfahrungsberichte. Während einige Menschen von den positiven Effekten der Öle überzeugt sind, spüren andere gar keine Wirkung. Doch was sagt die Wissenschaft zu den Hanf-Produkten? Grundsätzlich gibt es für die Versprechen der Hersteller von CBD-Ölen nicht genügend wissenschaftliche Belege. Zu diesem Schluss kommt beispielsweise die Stiftung Warentest. Momentan forschen Wissenschaftler viel in diesem Bereich. Erste Experimente mit Ratten weisen darauf hin, dass CBD bei Angstzuständen und Depressionen helfen kann. Aber: Darüber, wie du den Wirkstoff richtig dosierst und welche Langzeitnebenwirkungen es gibt, existieren kaum Studien. Bekannt sind dagegen einige negative Nebeneffekte wie Durchfall und Müdigkeit. Sogar Schlafstörungen kommen laut verbraucherzentrale.de bei etwa jedem zehnten Nutzer vor – ein Problem, das CBD eigentlich lösen soll.

Die rechtliche Lage bei Cannabidiol ist unklar

Produkte mit CBD sind in Deutschland frei verkäuflich. Das gilt allerdings nur, wenn sie weniger als 0,2 Prozent THC enthalten. Steckt mehr darin, musst du sie dir vom Arzt verschreiben lassen.

Oft ist die THC-Menge jedoch höher als erlaubt, wie Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigen. Bei einem Test verschiedener Nahrungsergänzungsmittel mit CBD enthielten 94 Prozent mehr als den vorgegebenen Richtwert.

Nimmst du CBD als Öl oder ein anderes Produkt oral ein, braucht dieses theoretisch eine Zulassung der EU als neuartiges Lebensmittel. Obwohl verschiedene Anträge laufen, steht das bislang noch aus. In verschiedenen deutschen Städten ist der Verkauf von Cannabidiol-haltigen Lebensmitteln verboten. Daran halten sich einige Hersteller allerdings nicht und bieten Öle und Kapseln weiterhin zum Einnehmen an.

CBD-Öl gegen Stress und Schmerzen?

Das Öl ist mit Vorsicht zu genießen – auch weil die rechtliche Lage nicht ganz geklärt ist. Du möchtest es trotzdem gerne ausprobieren? Dann greif lieber zu Produkten aus der Apotheke als zu denen aus dem freien Handel. Denk aber immer daran: Die Öle können Medikamente nicht ersetzen. Wenn dir chronische Schmerzen oder depressive Verstimmungen zu schaffen machen, hol dir immer auch einen medizinischen Rat ein. Vielleicht verschreibt dir dein Arzt sogar reines CBD auf Rezept. Dann kannst du dir sicher sein, dass dieses streng überprüft wird und beispielsweise nur die erlaubte THC-Menge enthält. Statt Cannabidiol gibt es außerdem andere pflanzliche Produkte, die dir helfen: Baldrian beruhigt und hilft dir nachweislich beim Einschlafen. Klinische Studien gibt es auch zu Pfefferminzöl – bei Spannungskopfschmerzen wirkt es genauso gut wie Schmerzmittel.

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