Junge Frau liegt mit Bauchschmerzen auf der Couch.
Vorsorgeuntersuchung

Darmspiegelung: Darmkrebs ist heilbar, wenn man ihn früh genug erkennt!

Eine Darmspiegelung ist die sicherste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch wenn dir das Thema vielleicht unangenehm ist: Je genauer du dich über den harmlosen, aber wichtigen Eingriff informierst, desto leichter fällt die Entscheidung dafür.

Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebsarten. Treffen kann er alle, auch gesunde, junge Menschen. Wird er rechtzeitig erkannt, lässt Darmkrebs sich zum Glück aber gut behandeln. Die effektivste Methode dafür ist die große Darmspiegelung oder Koloskopie. Bei dieser Untersuchung entdeckt der Arzt Veränderungen in der Darmschleimhaut und entfernt sie. 

Darmspiegelung: Warum sie so wichtig ist

Darmkrebs entwickelt sich schleichend und bleibt dabei lange symptomfrei. Oft wird diese Krebsart deshalb zu spät entdeckt und hat im schlimmsten Fall bereits Metastasen gebildet. Bei einer Darmspiegelung entfernt der Arzt schon Vorstufen der Erkrankung – der Krebs entwickelt sich gar nicht erst. Seit es diese Vorsorgemöglichkeit gibt, erkranken und sterben deutlich weniger Menschen an Darmkrebs. Denn: Er ist eine der heilbarsten Krebsarten, wenn man ihn nur früh genug erkennt.  

Darmspiegelung: Sicher und wenig belastend

Du kannst dich nicht mit dem Gedanken an eine Darmspiegelung anfreunden? Das ist verständlich, die Vorstellung begeistert niemanden. Angst oder Scham vor der Darmspiegelung sind jedoch völlig unbegründet. Meist wird die Untersuchung höchstens als „etwas unangenehm“ empfunden. Aber: Sie verhindert mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, dass du an Darmkrebs erkrankst. Das wiegt einen kurzen unangenehmen Moment mehr als auf. Und eine regelmäßige Vorsorge beruhigt auch die Psyche: Es fühlt sich richtig gut an, eine ernste Krankheit ausschließen zu können.

Der Ablauf: Darmspiegelung, Vor- und Nachbereitung

Weißt du genau, was bei der Untersuchung auf dich zukommt, kannst du die Darmspiegelung auch entspannter angehen. Das erwartet dich:

Die Vorbereitung:

  • Dein Arzt klärt dich im Vorgespräch über den Ablauf auf. Da bei der Darmspiegelung in manchen Fällen eine Gewebeprobe entnommen oder Polypen entfernt werden, gibst du dafür per Unterschrift dein Einverständnis.
  • Ihr besprecht, ob du dir für die Untersuchung Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose wünschst. Das ist allerdings nur nötig, wenn du sehr ängstlich bist.
  • Verzichte drei Tage vor der Koloskopie auf Körner, etwa im Müsli oder Brot. Am Tag vor der Untersuchung ist morgens und mittags leicht Verdauliches erlaubt, etwa Weißbrot oder Brühe. An diesem Abend gibt es allerdings nur noch Wasser und Tee.
  • Am Abend vor der Darmspiegelung und am Untersuchungstag steht eine Darmentleerung an: Dafür trinkst du nach ärztlicher Anweisung jeweils ein bis zwei Liter Abführlösung, um deinen Darm zu leeren.

Ärztin erklärt einem älteren Paar den Ablauf einer Darmspiegelung

Die Darmspiegelung:

  • Die Koloskopie dauert nur etwa 30 Minuten, du liegst dabei seitlich auf einer Liege. Die Untersuchungsgeräte sind mit dünnen, weichen Schläuchen und winzigen Instrumenten ausgestattet, so dass du keine Schmerzen hast.
  • Der Arzt führt den fingerdicken, biegsamen Schlauch samt Mini-Kamera in den Enddarm ein und schiebt ihn vorsichtig in den Dickdarm. Gleichzeitig wird Luft eingeblasen, damit sich der Darm etwas weitet und besser einsehbar ist.    
  • Die Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor, der Arzt überprüft die Schleimhaut. Kleine Wucherungen entfernt er direkt.

Nach der Untersuchung:

  • Falls du eine Kurznarkose bekommen hast, wirst du etwas benommen sein und ruhst dich im Wartezimmer aus. Du solltest jetzt nicht Auto- oder Fahrradfahren.
  • Guten Appetit: Essen ist sofort wieder erlaubt.
  • Hat der Arzt Gewebe entnommen, wird dieses im Labor untersucht und du bekommst nach etwa einer Woche das Ergebnis mitgeteilt. Vielleicht hat der Arzt harmlose Unregelmäßigkeiten wie Hämorrhoiden entdeckt und bespricht mögliche Therapien mit dir.

Wann ist eine Darmspiegelung sinnvoll?

Ab dem Alter von 50 Jahren ist die Darmspiegelung für Männer Teil der gesetzlichen Früherkennung. Bei Frauen gilt das ab dem 55. Lebensjahr – das liegt daran, dass ihr Darmkrebsrisiko etwas geringer ist. In beiden Fällen heißt das, die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Ist der Befund unauffällig, ist die zweite Koloskopie erst nach zehn Jahren fällig.

Für Menschen mit einem erhöhten Darmkrebs-Risiko ist eine Koloskopie auch schon in jungen Jahren sinnvoll. Etwa, weil sie selbst oder ein enges Familienmitglied bereits an Darmkrebs erkrankt waren. Auch bei unklaren Magenschmerzen, Verdauungsproblemen oder Blut im Stuhl kann der Arzt eine Darmspiegelung anordnen – auch in diesem Fall übernimmt deine AOK Hessen die Kosten.

Darmkrebsvorsorge: Das kannst du im Alltag tun

Die Koloskopie gibt dir die größtmögliche Sicherheit, dass alles in Ordnung ist. Aber auch im Alltag kannst du einiges für einen gesunden Darm tun: Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Darmkrebs gibt: Je mehr ein Mensch davon trinkt, desto höher ist sein Darmkrebs-Risiko. Auch anderen Organen, hauptsächlich der Leber, schadet zu viel Alkohol auf Dauer. Starkes Übergewicht ist ebenfalls ein Risikofaktor für Darmkrebs. Ab einem Body-Mass-Index über 30 steigt dieses sogar erheblich.

Blut im Stuhl, Verstopfung im Wechsel mit Durchfall oder Blähungen, bei denen Stuhl abgeht: Solche unangenehmen Beschwerden können auf eine ernste Erkrankung des Darms hindeuten. Falls du unter einer von ihnen leidest, such' bitte schnell einen Gastroenterologen, also einen Magen-Darm-Spezialisten, auf.

Rundum fit: Mit ausgewogener Ernährung und regelmäßigen Check-ups

Der Darm beeinflusst unser Wohlbefinden: Er wird von etwa 1.000 Bakterienarten bevölkert, die bei der Nährstoffaufnahme helfen oder vor Krankheitskeimen schützen. Mit einer ausgewogenen, ballaststoffreichen Ernährung stärkst du deine Darmflora und gehst federleicht durch den Alltag – unsere Ernährungsexperten unterstützen dich gerne dabei.

Übrigens: Mit unserer Vorsorgekampagne holen wir die Früherkennung von Darm- oder Gebärmutterhalskrebs aus der Tabu-Zone und geben dir die wichtigsten Informationen dazu an die Hand. Und falls du bei einer ernsten Diagnose Zweifel hast, unterstützen wir dich auch dabei, eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen.

Eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.