Die Kraft der Stille: So tankst du im Alltag neue Energie
Mentale Stärke

Die Kraft der Stille: So tankst du im Alltag neue Energie

Stille – das ist Balsam für Körper und Seele. Und es ist gar nicht so schwer, Stille zu finden und zu erfahren, wie du vielleicht denkst. Neben Meditation oder Schweigeseminaren helfen auch schon kleine Tricks.

Stille: Du kannst ganz bewusst nach ihr suchen

Auch wenn wir unseren Alltag gerade gar nicht laut finden – wir sind ständig verschiedenen Lärmquellen ausgesetzt. Halte einen Moment inne und hör genau hin. Du wirst erstaunt sein, wie viele Geräusche du wahrnimmst. Das kann die Waschmaschine sein, die im Hintergrund läuft oder der Straßenlärm vor dem gekippten Fenster. Dabei ist Stille wichtig, um den Kopf freizubekommen und dem Körper Erholung zu verschaffen. Denn sie senkt den Blutdruck, schenkt neue Energie, macht kreativ und regt sogar die Gehirnzellen zum Wachsen an. Wer auf sich achtet und regelmäßig zur Ruhe kommt, verringert auch Schlaf- oder Konzentrationsstörungen sowie Hörschäden.

Aber: Wie schaffen wir es, dem Alltagslärm zu entkommen? Ein erster Schritt ist, sich der ständigen Geräuschkulisse bewusst zu werden – und unnötige Lärmquellen zu beseitigen. Vielleicht lässt sich die Waschmaschine ja in den Keller umziehen und statt dem gekippten Fenster reicht eine ausgiebige Stoßlüftung.

Mehr stille Momente erleben – so gelingt es dir

Jede Lebenssituation ist anders – deshalb gibt es ganz unterschiedliche Wege, wie du zur Ruhe kommst. Wichtig ist, einen zu finden, der zu dir und deinem Alltag passt. Wir stellen drei Möglichkeiten vor:

  • Stille Meditation: Buddhisten sind davon überzeugt, dass regelmäßige Stille ihnen göttliche Erleuchtung bringt. Aber auch wenn du nicht religiös bist, kannst du die Entspannungstechnik ausüben. Denn ihre gesundheitsfördernde Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Meditation senkt den Blutdruck und lindert Stresssymptome. Außerdem hilft sie dir, negative Emotionen zu verarbeiten und dich besser zu konzentrieren. Du brauchst dafür lediglich einen ruhigen Raum, in dem du es dir mit ein paar Kissen oder einer Yogamatte gemütlich machst. So startest du:

- Wähle bequeme Kleidung, in der du dich wohlfühlst.
- Schalte Lärmquellen wie Handy- oder Türklingeln aus.
- Meditiere immer zur gleichen Zeit, etwa als Teil deines Morgenrituals.
- Leg im Vorfeld fest, wie lange du meditieren möchtest, anfangs reichen etwa zehn Minuten. Nimm dir nach der Meditation einige Minuten Zeit, bevor du wieder in den Alltag zurückkehrst.
- Setz dich aufrecht hin, sodass du frei und tief atmen kannst, beispielsweise im Schneidersitz. Die Hände liegen locker im Schoss oder auf den Oberschenkeln.
- Ein guter Einstieg in die Meditation sind Atemübungen. Versuche etwa die 4-6-8-Methode: Dabei atmest du langsam und tief nur durch die Nase bis in den Bauch ein und zählst dabei bis vier. Dann hältst du die Luft an und zählst bis sechs und schließlich atmest du durch den Mund aus und zählst dabei bis acht.

  • Ein Hobby, das Ruhe zulässt: Verbinde deine Interessen mit einer Atmosphäre der Stille und Entspannung. Du fotografierst gerne? Dann zieh mit deiner Kamera in den Wald oder aufs Feld und fang den Tautropfen auf dem Grashalm ein oder die Schmetterlinge, die von Blüte zu Blüte flattern. Oder du absolvierst jede Woche eine stille Yogasession im Park zum Sonnenaufgang, wenn die anderen noch beim Frühstück sitzen. Du packst lieber kräftig an? Wie wäre es mit einem kleinen Gemüsegarten, den du in aller Ruhe beackerst? Zusätzlicher Vorteil der Outdoor-Aktivitäten: Du holst dir einen Extraboost für dein Immunsystem. Ob Fotografie, Aquarellmalerei oder Solo-Wanderung: Achte darauf, dass du ganz bei dir bist und deine Gedanken nicht zum nächsten Meeting schweifen.
  • Eine Auszeit im Kloster: Für ein paar Tage oder sogar für mehrere Wochen – viele Klöster ermöglichen dir eine Pause vom Alltagslärm. Dort findest du Zeit zum Nachdenken und kommst zur Ruhe. Ohne Smartphone, Netflix und andere Ablenkungen erlebst du Stille ganz intensiv und kannst dich über einen längeren Zeitraum ganz auf dich konzentrieren. Überlege dir aber im Voraus, wie du auch nach dem Retreat ein etwas ruhigeres Leben führen kannst – etwa durch regelmäßige Achtsamkeitsübungen. Sonst verlieren sich die neuen Impulse schnell wieder im hektischen Alltag. Adressen für einen Aufenthalt im Kloster oder Schweigeseminare findest du über die Initiativen „Zu Gast im Kloster“ oder „Stille finden“.

Meditierende Frau

Mit kleinen Ruhepausen ganz nebenbei Kraft tanken

Du möchtest nicht gleich all deine Gewohnheiten umkrempeln? Hier sind sieben Alltagstipps für weniger Lärm in deinem Leben: 

  • Beim Mittagsschlaf im Garten oder auf dem Balkon mäht der Nachbar den Rasen? Gegen solche Lärmquellen helfen die guten alten Ohrstöpsel. Eine Alternative sind Noise-Cancelling-Kopfhörer. Sie unterdrücken Umgebungsgeräusche mit Antischall vollständig – allerdings kosten auch einfache Modelle um die 150 Euro.
  • Schalte öfters mal bewusst alle Geräte ab, vom Smartphone bis zum Radio. Anfangs ist die Ruhe noch ungewohnt – aber schon bald wird dir der ein oder andere kreative Gedanke in den Kopf schießen.
  • Etabliere stille Achtsamkeitsrituale. Gönne dir etwa jeden Morgen eine ausgiebige Gesichtsmassage oder führe eine chinesische Teezeremonie ein.
  • Klingt simpel, ist aber ziemlich effektiv: Vermeide die lauten Stoßzeiten auf der Straße oder in der Bahn. Das funktioniert, indem du eine Stunde vor oder nach der Rushhour ins Büro fährst.
  • Nutze Pausen bei der Arbeit oder in der Ausbildung, um im Wald oder im Park spazieren zu gehen. Statt deinem Lieblingspodcast genießt du die Stille und das gelegentliche Vogelzwitschern.
  • Du hast keine grünen Oasen in der Nähe? Kirchen sind ein guter Ort, um Ruhe zu genießen. Dafür musst du nicht religiös sein – die Gotteshäuser stehen allen Menschen offen, die sich vom Alltagstrubel erholen möchten.
  • Richte dir einen Ort der inneren Stille ein. Dafür erinnerst du dich an einen Platz oder eine Situation, in der du Ruhe empfunden hast. Zum Beispiel den menschenleeren Strand im letzten Griechenlandurlaub. Mit etwas Übung schaffst du es, bei Stress und Unruhe mental dorthin zurückzukehren. 

Gib der Stille Raum – aber setz dich nicht unter Druck

Bevor du jetzt allen Geräuschen gegenüber skeptisch wirst: Wir müssen uns nicht komplett von Lärmquellen isolieren, um gesund zu bleiben. Akustische Reize sind nicht generell schlecht – wichtig ist nur, eine gute Balance zu finden und dem Körper immer wieder Ruhepausen zu gönnen. Wie diese aussehen, bestimmst du. Vielleicht kommst du ja bei einem täglichen Achtsamkeitsritual am besten zu dir. Oder du möchtest dich beim Wandern erden und die Kraft der Natur spüren. 

Du brauchst noch mehr Unterstützung, um den Alltagslärm zu verarbeiten? Bei unseren zahlreichen Gesundheitskursen kommst du zur Ruhe. Finde deine Stärke beim Resilienztraining oder relaxe bei der progressiven Muskelentspannung. 

Gute Gesundheit und ruhige Zeiten wünscht dir deine AOK Hessen.