Alte Frau sitzt am Tisch vor einem Laptop, den Blick einer jungen Frau zugewandt, die neben dem Tisch steht und die alte Frau ebenfalls ansieht.
Familienleben

Digitale Alltagshelfer: Apps, die deine Familie unterstützen

Das Familienleben zwischen Kindern, Job und Freizeit ist fordernd. Oft benötigen zusätzlich Verwandte, wie die eigenen Eltern, mehr Hilfe – das kann zu viel werden. Zum Glück gibt es zahlreiche Portale und Apps, über die sowohl Senioren als auch Familien Unterstützung im Alltag bekommen. Wir stellen die hilfreichsten vor.   

Herausforderung für Familien: Die eigenen Eltern werden gebrechlich

Im Job abliefern, Hausaufgaben checken, Kuchen für den nächsten Geburtstag backen – für viele Familien sind die Tage eng getaktet. Oft kommt in dieser turbulenten Lebensphase eine neue Aufgabe dazu: Die eigenen Eltern werden gebrechlich oder fühlen sich überfordert. Geld abheben, Behördengänge, den Garten pflegen oder einkaufen wird immer beschwerlicher für sie. Manchmal sorgt auch ein Sturz oder eine Erkrankung dafür, dass die Eltern abbauen und mehr Hilfe benötigen. Oder ein Elternteil fühlt sich nach dem Tod des Partners einsam.

Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist für viele Töchter und Söhne klar, dass sie für ihre Eltern da sein möchten. Doch die neue Situation kann kräftezehrend sein – zusätzlich, wenn Mutter oder Vater nicht in der Nähe wohnen. Eine mögliche Entlastung für alle Seiten bringt Alltagshilfe über Apps und Portale: Entweder du holst dir Unterstützung für deine eigene Familie – oder für deine Eltern. Ob Nachhilfelehrer, Begleitung bei Arztbesuchen oder Gesellschaft für einen regelmäßigen Schwatz. Praktisch: Sind deine Eltern selbst nicht digital unterwegs, kannst du die Kommunikation für sie übernehmen. Und dabei auch für dich selbst oder deine Kinder einen Alltagshelfer finden.   

Alte Frau und junge Frau sitzen auf dem Sofa und schauen, Kopf an Kopf, lächelnd nach draußen.

Digitale Alltagshelfer im Check

Sie erleichtern allen Generationen das Leben: Apps und Portale, die Nachbarn vernetzen oder Senioren und Betreuer zusammenbringen. Wir haben unsere Favoriten gesammelt:

APPs und Portale zur Unterstützung im Familienalltag:

Nebenan.de

Was: Website und App, auf die Vernetzung in der Nachbarschaft spezialisiert.

So funktioniert’s: Auf dem „Marktplatz“ veröffentlichst du Gesuche oder reagierst auf Angebote. Du findest Hilfe im Alltag, zum Beispiel, wenn das Kinderfahrrad kaputt ist oder ihr einen Nachhilfelehrer braucht. Angebote zur Freizeitgestaltung, etwa Sportgruppen oder Stammtische – auch für Ältere.

Vorteil: Du knüpfst schnell und unkompliziert Kontakte und findest Hilfe. Es fallen keine Gebühren an.

Nachteil: Der Radius ist auf die Nachbarschaft beschränkt.

www.nebenan.de

Betreut.de

Was: Online-Forum, das Familien und Betreuer zusammenbringt.

So funktioniert’s: Du registrierst dich und bekommt passende Personen angezeigt, die dich unterstützen. Etwa zur Kinder- oder Seniorenbetreuung, als Hundesitter oder Haushaltshilfe.

Vorteil: Die Betreuer stellen sich mit einem ausführlichen Lebenslauf vor.

Nachteil: Will man zu einem Betreuer Kontakt aufnehmen, ist dies kostenpflichtig.       

www.betreut.de

Zwopr

Was: Das Start-up will mit seiner App ein „echtes“ soziales Netzwerk sein und Nachbarschaftshilfe ohne finanzielle Interessen unterstützen. Während der Corona-Pandemie schnellten die Nutzerzahlen nach oben.

So funktioniert’s: Jeder Nutzer verfügt über ein Zeitkontower anderen hilft, bekommt die Zeit gutgeschrieben.

Vorteil: Durch die Tauschfunktion hast du auch die Möglichkeit, andere zu unterstützen – das ist ein schönes Gefühl. Etwa: Kuchen backen gegen schwere Sprudelkisten schleppen.

Nachteil: In ländlichen Gegenden noch nicht so stark vertreten.

www.zwopr.com

Mit diesen Apps und Portalen bekommen Senioren Hilfe und Gesellschaft:

Pflegix.de

Was: Online-Plattform und App für Senioren-Alltagshilfe und Grundpflege – oder nur, um gemeinsam Zeit zu verbringen.

So funktioniert’s: Auf der Plattform registrieren sich Hilfesuchende kostenlos und bekommen passgenaue Helfer vorgeschlagen.

Vorteil: Auch für kurze Einsätze können Helfer gebucht werden.

Nachteil: Das Angebot ist nicht kostenlos, bei erfolgreicher Vermittlung wird eine prozentuale Gebühr des Stundensatzes berechnet.

www.pflegix.de

deinNachbar e.V.

Was: Website, die Ehrenamtliche zur Begleitung zu Arztterminen oder zum Spazierengehen vermittelt.

So funktioniert’s: Hilfesuchende oder deren Angehörige kontaktieren den Verein per Mail oder Telefon und vereinbaren gemeinsam einen Kennenlerntermin.

Vorteil: Die ehrenamtlichen Helfer werden durch Fachkräfte auf ihren Einsatz vorbereitet.

Nachteil: Das Angebot ist nicht kostenlos.

www.deinnachbar.de

Feierabend.de

Was: Ein Online-Portal speziell für Ältere.

So funktioniert’s: Hier können sich Gleichgesinnte kennenlernen, es gibt aber auch eine Ratgeber-Funktion, Regionalgruppen oder Freizeittipps. Ganz ähnlich ist auch das Portal Herbstzeit.de

Vorteil: Viele Senioren sind einsam – hier können sie sich austauschen und dank Regionalgruppen auch Menschen in ihrer Nähe kennenlernen.

Nachteil: Das Portal ist nutzerfreundlich und übersichtlich – ein gewisses Maß an Online-Affinität ist aber erforderlich.

www.feierabend.de

Analoge Angebote für ältere Menschen

Ganz ohne Smartphone oder Laptop: Auch diese Angebote erleichtern Seniorinnen und Senioren den Alltag:

  • Einrichtungen wie das Rote Kreuz, aber auch private Anbieter, liefern Mahlzeiten ins Haus. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat einen Leitfaden zusammengestellt, wie du den passenden Anbieter für das „Essen auf Rädern“ findest.
  • Viele Altenheime bieten auch Gästen die Möglichkeit, täglich dort zu essen. Weiterer Vorteil: Ältere Menschen haben Gesellschaft und einen kleinen Tapetenwechsel.
  • Fast alle großen Supermärkte liefern inzwischen Essen und Getränke nach Hause – ab einem bestimmten Betrag ohne Zusatzkosten. Auch einige Friseur- und Nagelpflegebetriebe machen Hausbesuche.
  • Keine Bushaltestelle in der Nähe? In vielen Orten gibt es sogenannte Bürgerbusse, die auch abgelegene Wohngebiete anfahren.
  • Über soziale Verbände wie die Caritas oder Kirchen lassen sich Ehrenamtliche organisieren, die gerne Zeit mit Seniorinnen und Senioren verbringen.

Im Krankheitsfall – Pflegehilfe der AOK für Familien:

Wenn du, dein Partner oder ein Kind erkranken oder sich von einer Operation erholen, gerät das Familienleben ins Trudeln. Dabei ist es gerade jetzt für Geschwister(-kinder) wichtig, dass sie einen geregelten Tagesablauf haben. Deshalb übernimmt die AOK die Kosten für eine Haushaltshilfe – ganz oder zum Teil. Steht dir eine solche Situation bevor? Dann wende dich einfach an deine AOK und schildere uns deine Situation. Wir sagen dir genau Bescheid, welche Unterlagen du jetzt benötigst und wie es weitergeht. 

Offen miteinander sprechen und Hilfe annehmen

Digitale Alltagshelfer können das Familienleben vereinfachen und geben dir mehr Zeit für die Menschen, die dir am Herzen liegen. Dank Foren und Apps ist die Unterstützung unkompliziert und schnell verfügbar. Sprich auch offen mit deinen Eltern oder Schwiegereltern übers Älterwerden und darüber, dass du manchmal überfordert bist. So können sie Hilfe von außen besser annehmen und fühlen sich nicht übergangen. Auch unangenehme Themen solltet ihr nicht ausklammern: Etwa, ab wann ein Betreuer sinnvoll ist und welche Vollmachten du im Krankheitsfall haben solltest.

Manchmal geht es ohne professionelle Pflege nicht mehr – dann sind wir für dich da. Zum Beispiel mit unserer Pflegeberatung für pflegende Angehörige. Und unser AOK-Pflegenavigator verrät dir, welche Unterstützungsangebote dir zustehen.

Eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.