Gesundheit aus dem eigenen Garten: Liebstöckel
Nahrungsmittel

Gesundheit aus dem eigenen Garten: Liebstöckel

Wahrscheinlich kennst du den Liebstöckel unter dem Namen Maggikraut – dabei ist er im Maggi gar nicht enthalten. Sein kräftiger Geschmack erinnert aber an die flüssige Würzmischung. Du verfeinerst mit ihm vor allem Suppen, Eintöpfe und Fleischgerichte. Gesunder Nebeneffekt: Als Heilkraut lindert er Bauchschmerzen und wirkt entwässernd.

Schlenderst du im Sommer durch einen alten Klostergarten, findest du ihn bestimmt: den Liebstöckel. Das ursprünglich fernöstliche Kraut würzt seit Jahrhunderten unsere Gerichte mit seinem intensiven süß-bitteren Geschmack. Er verleiht aber nicht nur deinem Essen eine besondere Note, sondern tut auch deiner Gesundheit etwas Gutes.

Maggikraut: Intensiver Geschmack, volle Vitamin-Power

Liebstöckel peppt nicht nur deine Gerichte auf – er steckt auch voller Vitaminen und Mineralstoffen: Mit 45 mg pro 100 Gramm enthält er besonders viel Vitamin C. Zum Vergleich: Bei einem Apfel sind es nur 12 mg pro 100 Gramm. Außerdem ist das Maggikraut reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Kalium, Kalzium und Eisen. Für den markanten Geschmack sorgen ätherische Öle wie Sotolon – daher rührt auch die aromatische Ähnlichkeit zu der berühmten Würzsoße.

Für Bauch und Blase: Die heilende Wirkung von Liebstöckel

Die zarten, grünen Blätter des Liebstöckels wirken unscheinbar, doch tragen sie ordentlich Kraft in sich. Die „Maggi-Pflanze“ ist ein altbekanntes Heilmittel. Sie enthält Harze sowie Bitter- und Gerbstoffe, die wohltuend für den Magen sind. Neigst du zu Bauchmerzen oder fühlst dich nach dem Essen aufgebläht? Die Inhaltsstoffe können bei diesen Beschwerden entkrampfend und verdauungsfördernd wirken. So wird Liebstöckel zu einem beliebten Mittel gegen Verstopfung, Sodbrennen, Völlegefühl oder Menstruationsbeschwerden.
Auch Harnwegsinfektionen kann der Liebstöckel lindern: Die enthaltenen ätherischen Öle haben einen entwässernden Effekt. Das hilft bei einer Blasenentzündung die Harnwege durchzuspülen und so von Bakterien zu befreien.
So verwendest du die Blätter und Samen, um die heilende Wirkung zu erhalten:

  • Kaue die Samen gegen Verdauungsbeschwerden oder Blähungen.
  • Ein Tee-Aufguss aus Liebstöckel-Wurzeln hilft gegen Harnwegsinfektionen, Magen-Darm-Beschwerden und Menstruationsschmerzen.

Darauf bitte achten: Auch wenn Liebstöckel als natürliches Mittel deinen Körper sanft unterstützt, er ist nicht völlig frei von Nebenwirkungen:

  • Liebstöckel enthält als sekundären Pflanzenstoff Furocumarine. Diese machen deine Haut lichtempfindlich. Verzehre das Kraut daher nicht in großen Mengen – oder schütze dich anschließend mit einem hohen Lichtschutzfaktor und Kleidung vor UV-Strahlung.
  • Die entkrampfenden Eigenschaften des Liebstöckels können Wehen auslösen. Daher ist das Gewürz für Schwangere nicht geeignet.

Teller mit Nudelsuppe und Liebstoeckel ganiert

Würze aus der Maggi-Pflanze – statt aus der Flasche

Das aromatische Kraut passt zu einer Vielzahl an deftigen Gerichten. Es hat von März bis zum Spätsommer Saison, die frischen Blätter lassen sich auch problemlos einfrieren. So kannst du sie das ganze Jahr über genießen. Deine Suppe oder Brühe verfeinerst du mit wenigen Stielen der Maggi-Pflanze. Klein gehackte Blätter passen gut in den Salat. Oder du peppst deine Pasta mit würzigem Liebstöckel-Pesto auf. Dafür gibst du 150 Gramm Liebstöckel zusammen mit etwas Petersilie, 50 Gramm Walnüssen, 50 Gramm Parmesan und 80 ml Olivenöl in den Mixer – fertig!

Dazu passt Liebstöckel besonders gut:

  • Suppen, Brühe und Eintöpfe
  • Fleisch und Fisch
  • Gemüse und Salat
  • Selbstgemachte Kräuterbutter oder Quark

Der Jahresvorrat Liebstöckel auf dem Balkon

Getrockneten Liebstöckel findest du in gut sortierten Supermärkten – oder du bestellst ihn im Internet. Du kannst ihn aber auch unkompliziert selbst anbauen. So hast du den ganzen Sommer über Nachschub. Eine Pflanze gibt dir in der Saison so viele Blätter, dass es den Jahresbedarf deiner Familie abdeckt. Mit den richtigen Grundvoraussetzungen ist das Gewächs sehr pflegeleicht.

Das braucht Liebstöckel, um sich bei dir wohlzufühlen:

  • Einen sonnigen oder halbschattigen Standort
  • Nährstoffreichen, lehmigen Boden
  • Feuchtigkeit
  • Platz im Beet oder einem großen Topf – das Kraut wächst bis zu zwei Meter in die Höhe und auch ordentlich in die Breite

Mit Heilpflanzen die Hausapotheke aufstocken

Viele kleinere Beschwerden wie Bauchweh oder eine Erkältung lassen sich gut mit traditioneller Naturmedizin behandeln. Manche Zutaten dazu hast du sicher schon im Vorratsschrank – Zwiebel, Ingwer oder Kümmel sind damit schon Teil deiner Hausapotheke. Andere wie Kamille, Kapuzinerkresse oder Thymian finden in deinem eigenen Heilpflanzen-Garten Platz.

Du möchtest wissen, wie du aus Heilkräutern leckere Gerichte zaubern kannst? In unserem AOK-Ernährungsforum findest du dazu Tipps und Expertenrat. Soll es noch ein bisschen mehr sein? Dann besuch doch mal einen unserer AOK-Gesundheitskurse. Dort lernst du, wie du dich nach deinen individuellen Bedürfnissen ernähren kannst – beispielsweise, wenn du regelmäßig unter Verdauungsbeschwerden leidest.

Guten Appetit und eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.