Gesundheit aus dem eigenen Garten: Zitronenmelisse
Heilkräuter

Gesundheit aus dem eigenen Garten: Zitronenmelisse

So frisch und lecker kann Medizin schmecken: Zitronenmelisse wird seit 2000 Jahren gegen verschiedenste Beschwerden eingesetzt. Sie beruhigt deine Nerven und deinen Magen oder kann deine Konzentration fördern. Und wenn du dich bereits gut fühlst, verfeinert sie deinen Salat mit einer zitronigen Note.

Die Zitronenmelisse ist die einzige Melissenart, die in Europa verbreitet ist. Eigentlich kommt die Pflanze aus dem Gebiet um Tibet, Nepal und China. Schon in der Antike wurde sie von den Griechen als Heilpflanze entdeckt; seit dem Mittelalter schmückte sie deutsche Klostergärten. Und auch heute noch ist die Melisse aus der Naturmedizin nicht wegzudenken. Und: Sie ist auch noch richtig lecker!

Melissentee: Starke Wirkung für deine Nerven

Bist du oft nervös oder kannst abends schlecht einschlafen? Dann ist ein Tee aus Zitronenmelisse genau das Richtige für dich. Die Blätter enthalten nämlich ätherische Öle wie Citral, Citronellal oder Linalol und Geranicol. Diese wirken entspannend und entkrampfend. Die Melisse lässt dich zur Ruhe kommen und du kannst besser einschlafen. Sie stärkt außerdem deine Nerven und hebt die Stimmung – das macht sie zu einem guten pflanzlichen Mittel, wenn du dich bei einer Prüfung konzentrieren musst. Auch demente Menschen profitieren von ihr: Die Melisse lindert ihre innere Unruhe und kann sogar ihr Gedächtnis unterstützen.

So bereitest du dir einen Tee aus Zitronenmelisse zu:

  • Verwende entweder getrocknete Blätter oder frische Zweige der Melisse. Für eine Tasse benötigst du zwei Teelöffel getrocknete Melisse, bei frischer darf es ruhig die doppelte Menge sein.
  • Gieße das Wasser erst über den Tee, wenn es nicht mehr kocht – die ätherischen Öle sind empfindlich.
  • Lass dir den Tee schmecken, nachdem er etwa 10 Minuten gezogen hat.

Dagegen kann Tee aus Zitronenmelisse eingesetzt werden:

  • Als Tee lindert sie nervöse Unruhe und fördert Schlaf sowie Konzentration und Gedächtnis.
  • Die entkrampfende Wirkung des Tees kuriert Bauchschmerzen.
  • Traditionell hilft Melissentee gegen „Frauenleiden“. Ihm wird ein positiver Einfluss auf die Geburt, die Zeit vor der Menstruation und in den Wechseljahren nachgesagt.

Übrigens: Auch Melissenöl hat heilende Kräfte. Es wirkt antibakteriell und beschleunigt die Wundheilung. Das ist Rosmarinsäure zu verdanken, die in der Melisse steckt. Tupf beispielsweise ein wenig Melissenöl auf Herpesbläschen, damit diese schneller abheilen.

Zitronenmelisse Tee in Tasse

Frische Note in der Küche: So verwendest du die Zitronenmelisse

Die Zitronenmelisse tut nicht nur deinen Nerven gut – sie schmeckt auch richtig lecker. Ihr zitroniger, leicht bitterer Geschmack passt zu allem, was du auch mit Zitrone würzen würdest.

Das kannst du mit Zitronenmelisse machen:

  • Kleingehackt wertet sie deinen Salat auf.
  • Sie rundet Fischgerichte ab.
  • Sie verfeinert Dressings, zum Beispiel als besonderes Extra in der Frankfurter Grünen Soße.
  • Zitronenmelisse gibt Marmeladen einen einzigartigen Beigeschmack – sie passt perfekt zu Erdbeeren, Himbeeren und Aprikosen.
  • Verleih deinen Sommergetränken mit ihr eine besondere Frische.
  • Verziere deine Torten mit den Blättern der Zitronenmelisse.

Erntest du die Blätter der Zitronenmelisse selbst, solltest du sie sofort verwerten, solange sie noch frisch sind. Alternativ kannst du sie auch trocknen und zu Tee aufbrühen.

Pflanze Zitronenmelisse in deinem Garten an

Getrocknete Zitronenmelisse bekommst du im Kräuterladen. Fertige Tees, Bonbons oder Öle gibt es im Supermarkt oder in der Drogerie. Viel leckerer und gesünder sind allerdings die frischen Blätter. Und die kannst du in deinem eigenen Garten ernten. Die Pflanze stammt zwar eigentlich aus wärmeren Gebieten. Sie wächst aber auch bei uns sehr gut und überwintert problemlos im Beet oder im Haus. Die Zitronenmelisse wächst etwa 40 bis 90 Zentimeter hoch und kann bis zu dreißig Jahren alt werden. Kurz vor der Blüte enthalten die Blätter die meisten Aromastoffe. Ernte sie im Juli und dann noch mal im Herbst.

Das braucht die Zitronenmelisse, damit sie sich bei dir wohlfühlt:

  • Vor allem Platz: Die Pflanze wuchert sehr stark und verbreitet sich schnell. Ein kleiner Topf wird ihr schnell zu eng.
  • Einen sonnigen oder halbschattigen Platz im Garten oder auf dem Balkon
  • Einen sandigen bis lehmigen und kalkreichen Boden
  • Ein wenig Feuchtigkeit

Die Zitronenmelisse hat einen weiteren Vorteil: Sie ist ein echter Bienenliebling und damit gut fürs Klima. Sie wird deswegen auch „Honigblume“ oder „Bienenkraut“ genannt. Das Wort „Melissa“ ist übrigens griechisch und bedeutet „Honigbiene“.

Mach deine Vorräte zur Hausapotheke

Immer frische Kräuter und natürliche Medikamente zur Hand haben – wäre das nicht toll? Das geht, wenn du dir deinen eigenen kleinen Kräutergarten mit Heilpflanzen wie Dill, Petersilie oder Liebstöckel anlegst. Und auch in deinem Vorratsschrank findest du viele Zutaten für die Hausapotheke. Ingwer beispielsweise lindert Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen. Natürlich kannst du auch deine Gerichte mit diesen Zutaten verfeinern. Du brauchst noch etwas Inspiration rund um leckeres und gesundes Essen? Wir zeigen dir gerne, wie du mit Flexifood deine Vorsätze für einen vollwertigen Speiseplan ganz leicht umsetzt. Und im AOK Forum Ernährung beantwortet ein Expertenteam aus Ernährungswissenschaftlern und Diätassistenten deine Fragen – von Intervallfasten bis Laktoseintoleranz.

Guten Appetit und eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.