Holunderbeeren: Süß-saurer Vitaminkick im Spätsommer
Nahrungsmittel

Holunderbeeren: Süß-saurer Vitaminkick im Spätsommer

Ob als Sirup in Mineralwasser oder als Gelee auf dem Brot: Holunderbeeren sind eine vielseitige und vitaminreiche Leckerei. Im Supermarkt findest du die schwarzen Beeren selten, dafür aber in deiner Umgebung. Die Sträucher oder kleinen Bäumchen wachsen in Gärten, Wäldern und auf Wiesen, wo du sie abernten kannst. Bestimmt hast du schon einmal schmackhaften Holunderblütensirup versucht – diesen kannst du aus den hübschen, weißen Blüten herstellen, die im Mai und Juli reif sind. Holunderbeeren dagegen bereichern deinen Speiseplan im Spätsommer mit ihrem süß-säuerlichen Geschmack. Verzichte aber lieber darauf, die Beeren sofort an Ort und Stelle zu naschen, sonst riskierst du Bauchschmerzen. Wir verraten dir, was du stattdessen aus ihnen zauberst – und warum sie so gesund sind.

Holunderbeeren: Kleine Helfer für Herz, Verdauung und Harnwege

Holunderbeeren, auch Fliederbeeren genannt, sind ein altbekanntes Heilmittel. In alten Tagen war der Strauch auch als „Baum des Lebens“ bekannt. Tatsächlich stecken die Früchte voller guter Inhaltsstoffe, die dein Immunsystem und dein Herz stärken: Sie sind reich an Vitamin C, B und Kalium. Außerdem wehren die Farbstoffe Anthocyan und Sambucyanin freie Radikale ab und wirken damit entzündungshemmend und beugen sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Die beiden Farbstoffe sind außerdem ein Mittel gegen Verstopfung. Holunderbeeren fördern den Harntrieb, das spült Bakterien aus Blase und Nieren. Sie wirken schweißtreibend und fiebersenkend und sind daher eine gute Unterstützung bei Erkältungen und grippalen Infekten.

Dagegen helfen Holunderbeeren:

Achtung: giftig! So unterscheidest du essbaren von ungenießbarem Holunder

Holundersträucher erkennst du in der Natur an ihren dichten Dolden mit kleinen schwarzen oder roten Früchten. Sie blühen von Juni bis August mit kleinen schneeweißen Blüten, die ebenfalls sehr lecker sind. Aber Achtung: Der Zwergholunder sieht ganz ähnlich aus – ist aber giftig. Im Gegensatz zum essbaren Holunder wächst diese Art aber kleiner und blüht bereits im Frühsommer. Außerdem besitzen dessen Blüten einen unangenehmen Eigengeruch. Prüfe dennoch mit einem Naturführer, ob du wirklich die richtige Pflanze erwischst, bevor du die Früchte verarbeitest.

Holunderbeeren wild pflücken: So geht‘s

Wenn du einen passenden Strauch gefunden hast, kannst du die Beeren ernten.

So pflückst du Holunderbeeren richtig:

  • Sammle nur Beeren, die abseits von viel befahrenen Straßen wachsen und so weniger schadstoffbelastet sind.
  • Schneide die ganze Dolde ab.
  • Trag dabei möglichst Einmal-Handschuhe. Der Saft ist stark färbend.

Verarbeite die Beeren nach dem Pflücken sofort, streife sie dafür mit einer Gabel von der Dolde. Du kannst sie auch einfrieren, damit ihre guten Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Holunder kocht in einem Topf

Von Holundersaft bis Kuchen – so bereitest du Fliederbeeren zu

Egal, ob schwarz oder rot – Holunderbeeren musst du unbedingt erhitzen. Sie enthalten giftiges Sambunigrin, das starke Bauchschmerzen und Übelkeit versursacht. Es zerfällt, wenn du es mindestens 20 Minuten bei über 80 Grad erhitzt. Bei roten Holunderbeeren solltest du zusätzlich die Samen aussieben. Diese bleiben auch gekocht giftig. Anschließend kannst du Saft oder alkoholfreien Glühpunsch daraus zubereiten oder sie zu Marmelade einkochen. Auch lecker und mal was anderes: Kartoffel-Schmandkuchen mit Holunderbeeren. Wir haben das Rezept für dich.

Das brauchst du für Kartoffel-Schmandkuchen mit Holunderbeeren:

500 g vorgekochte Pellkartoffeln (am besten vom Vortag)
500 g Holunderbeeren
400 g Mehl
250 g Schmand oder saure Sahne
150 g Zucker
100 g weiche Butter oder Margarine
50 g Speisestärke
4 Eier
Vanillezucker
 

So bereitest du ihn zu:

  • Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Kartoffeln pellen und zerstampfen.
  • Kartoffelmasse mit zwei Eiern, Mehl, Speisestärke, Butter, 50 Gramm Zucker zu einem glatten Teig kneten.
  • Holunderbeeren waschen und abtropfen lassen.
  • Teig auf einem gefetteten Backblech ausbreiten, Holunderbeeren gleichmäßig darauf geben.
  • Kuchen 20 Minuten lang backen.
  • In der Zwischenzeit die restlichen Eier, den restlichen Zucker, Vanillezucker und Schmand verrühren.
  • Schmandcreme auf dem vorgebackenen Kuchen verteilen und weitere 15 Minuten backen.

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