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Körperwissen

HPV-Impfung: Warum sie dein Kind vor Krebs schützt

Eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann Krebs verursachen – das wirksamste Mittel gegen die gefährlichsten HPV-Typen ist die Impfung. Erfahre, warum HPV gefährlich werden kann, wann die Impfung sinnvoll ist und wie du deine Familie schützt.

Humane Papillomviren sind Krankheitserreger, die Entzündungen und Hautveränderungen hervorrufen können. Die Viren dringen durch kleine Risse in die Haut oder Schleimhaut ein und vermehren sich dort. Insgesamt gibt es über 200 Typen von HP-Viren, etwa 40 von ihnen infizieren Haut und Schleimhaut im Genitalbereich. Die meisten lösen höchstens harmlose Feigwarzen aus – einige sind jedoch gefährlich und können Gebärmutterhalskrebs oder andere Krebsarten verursachen.

HPV – wie steckt man sich mit den Viren an?

Fast jeder von uns kommt im Lauf seines Lebens mit den Viren in Berührung – sie gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erregern. Das muss niemandem peinlich sein, wichtig ist aber, sich mit dem Risiko auseinanderzusetzen. Die Ansteckungsgefahr besteht bei jedem intimen Hautkontakt – nicht ausschließlich beim Geschlechtsverkehr, wie viele irrtümlich glauben. Und: Kondome bieten keinen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung. Die Viren können auch über die Mundschleimhaut übertragen werden, das passiert allerdings selten. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben sexuell aktive junge Menschen unter 25 Jahren, dabei sind Frauen und Männer gleich häufig betroffen – für Frauen ist eine daraus entstehende Krebserkrankung allerdings wahrscheinlicher.

Warum erhöht die Ansteckung mit HPV das Krebsrisiko?

Oft verschwinden die Viren nach einer Ansteckung mit der Zeit von selbst wieder. Einige Typen nisten sich aber dauerhaft im Gewebe und der Schleimhaut des Genitalbereichs ein. Heilt die Infektion nach etwa 18 Monaten nicht ab, verändern sich die Zellen. Noch ist dies keine Krebserkrankung – allerdings könnte sich ein Tumor entwickeln. Von einer solchen Zellveränderung sind etwa 10 Prozent der Frauen mit einer HPV-Infektion betroffen – eine Krebserkrankung entsteht bei etwa 1 bis 3 Prozent von ihnen. So weit muss es aber nicht kommen: Mit einem harmlosen Eingriff entfernt der Arzt das betroffene Gewebe, in der Regel liegt danach keine HPV-Infektion mehr vor. Aus diesem Grund ist es so wichtig, regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung bei der Frauenärztin zu gehen: So wird die Zellveränderung rechtzeitig entdeckt und therapiert.

Auch Männer können durch die Humanen Papillomviren erkranken – etwa jede fünfte Krebsdiagnose durch HPV trifft einen Mann. Vor allem der Mund- und Rachenraum sowie Penis- und Analbereich sind gefährdete Stellen.

Junger Mann bekommt Impfung in einer Praxis

HPV-Impfung: So ist deine Familie geschützt

Der wirksamste Schutz ist die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr – die Studienlage ist eindeutig: Werden Mädchen vor dem 17. Lebensjahr geimpft, haben sie ein um 88 Prozent geringeres Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Mädchen und seit 2018 auch für Jungs ab 9 Jahren – und schon möglichst vor dem 14. Lebensjahr. Grund: Dann sind nur zwei Einzelimpfungen nötig, ab dem Alter von 15 Jahren stehen drei Impftermine an. Die Impfstoffe spritzt der Arzt in der Regel in die Muskulatur des Oberarms. Gut zu wissen: Die AOK übernimmt die Kosten für Mädchen und Jungs bis zum 17. Lebensjahr vollständig. Hast du bei deinen Kindern das ideale Impfalter verpasst? Auch eine spätere Behandlung kann sinnvoll sein, sprich dich dazu mit dem behandelnden Arzt ab.

Erwachsene Frauen – ob geimpft oder nicht – sollten regelmäßig eine Vorsorgeuntersuchung mit PAP-Test bei ihrer Frauenärztin durchführen lassen. Dabei werden Zellveränderungen erkannt und entfernt – so kann Gebärmutterhalskrebs gar nicht erst entstehen. Auch Männer sollten zum Arzt gehen, falls sie Schmerzen im Mund, Rachen, Anal- oder Genitalbereich haben, um eine Krebserkrankung auszuschließen.

Gesundheit darf kein Tabuthema sein

Vielen Menschen ist es unangenehm, über sexuell übertragbare Krankheiten zu sprechen – ob mit heranwachsenden Kindern oder in der Partnerschaft. Dabei betreffen sie uns alle und je offener wir damit umgehen, desto besser können wir Infektionen vermeiden. Thematisiere die Risiken von HPV mit deinen Kindern frühzeitig und informiere dich über die Vor- und Nachteile der Impfung.

Auch wir sind bei all deinen Fragen für dich da: Zum Beispiel mit dem telefonischen Service AOK-Clarimedis. Mit unseren Medizinexpert*innen und -experten kannst du alle Unsicherheiten ohne Zeitdruck klären. Und weil wir es wichtig finden, offen über vermeintlich unangenehme Themen zu sprechen, unterstützen wir die Initiative „Entschieden. Gegen Krebs.“

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.