Kleines Mädchen hilft beim auspacken der Lebensmittel und hält gerade eine rote Paprika in der Hand.
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Klimafreundliche Ernährung: Darauf kommt es beim Kochen an

Der Klimawandel betrifft uns alle – und jeder kann etwas dafür tun, seinen CO₂-Verbrauch zu reduzieren. Auch in der Küche: indem du regional einkaufst, Lebensmittel richtig lagerst und die Gerichte energiesparend zubereitest. Hier erfährst du, wie das funktioniert.

CO₂ sparen im Alltag – welche Rolle spielen deine Essgewohnheiten?

Welche Lebensmittel du kaufst und wie du sie zubereitest, hat einen direkten Einfluss auf das Klima. Laut dem WWF lassen sich 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen in Deutschland auf unser Essverhalten zurückführen. Dabei unterscheiden Fachleute direkte und indirekte Emissionen:

  • Direkte Emissionen entstehen, wenn ein Lebensmittel angebaut, transportiert und verarbeitet wird. Das sind beispielsweise die Abgase, die ein LKW auf dem Weg in den Supermarkt ausstößt oder das Methan, das eine Rinderherde erzeugt.
  • Indirekte Emissionen verursachen Produzenten dann, wenn sie ein Stück Land anders nutzen als zuvor – etwa, wenn eine Sojaplantage dort entsteht, wo vorher noch Regenwald war.

Ein Topf steht auf dem Herd und eine Person nimmt den Deckel ab.

Nachhaltig kochen: Was beim Einkauf wichtig ist

Den ersten Schritt zu einem klimafreundlichen Leben machst du im Supermarkt. Dabei gilt: Je weniger Fleisch und je mehr Obst und Gemüse in deinem Einkaufswagen landen, desto besser. Lebst du rein vegetarisch, verursachst du zum Beispiel 26 Prozent weniger CO₂ als Menschen, die Fleisch essen. Bei Veganern sind es sogar 37 Prozent.

Gleich zwei Vorteile bringen saisonale und regionale Produkte mit sich: Hinter ihnen liegen keine langen Transportwege, die für unnötige Emissionen sorgen. Und: Sie schmecken frisch und aromatisch, wenn sie direkt vom Feld im Geschäft landen. Auf dem Wochenmarkt oder in Bauernläden findest du die Sorten, die gerade Saison haben. Manchmal entdeckst du dort auch spannende, alte Sorten. Außerdem bieten viele Supermärkte Produkte aus dem Umland, die häufig als solche gekennzeichnet sind.
Und es gibt noch weitere einfache Wege, mit denen du deinen Einkauf klimafreundlich gestaltest:

  • Äpfel sind eine der liebsten Obstsorten der Deutschen. Tipp: Kaufe zur Saison Lageräpfel wie Elstar, Boskoop oder Topaz. Sie halten im Keller bis zu fünf Monate lang.
  • Exotisches Obst und Gemüse solltest du eher selten genießen und wenn, auf sogenanntes Flugobst verzichten. Dieses verursacht deutlich mehr Emissionen als Früchte, die mit dem Schiff kommen.
  • Bei CO₂-Emissionen zählt das Äußere: Die Verpackung von Lebensmitteln ist ein wichtiger Faktor und oft klimaschädlicher als das Produkt selbst. Kunststoff- und Metallverpackungen wirken sich am meisten auf das Klima aus. Kaufe daher am besten unverpackte Lebensmittel oder setze auf Glas oder Papier.
  • Lust auf Kirschen, das ganze Jahr über? Obst und Gemüse kannst du einfach zur Saison kaufen und einmachen oder trocknen.

Die richtigen Lebensmittel für eine klimafreundliche Ernährung sind im Einkaufskorb? Nun zählt auch ihr Transport zu dir nach Hause: Wenn du für ein paar Kartoffeln mit dem Auto zum Bio-Bauernhof fährst, machst du die gute CO₂-Bilanz der Lebensmittel zunichte. Schnapp dir daher das Fahrrad oder mache einen großen Wocheneinkauf statt mehrerer Fahrten.

Lebensmitteln für klimafreundliche Ernährung lagern

Grundsätzlich gilt: Willst du klimafreundlich essen, greif im Zweifel lieber zu frischen Lebensmitteln als zu Fertigmahlzeiten. Diese müssen oft in den Tiefkühler, der deinen Energieverbrauch in die Höhe jagt. Besser als Tiefkühlpommes sind etwa frische Kartoffeln, aus denen du leckere Wedges herstellst. Die Erdäpfel müssen, genau wie viele andere Gemüse- und Obstsorten, nicht mal in den Kühlschrank – oft ist es im Keller schon ausreichend kalt. Vor allem exotische Lebensmittel wie Bananen oder Paprika verlieren bei zu niedrigen Temperaturen ohnehin an Geschmack.


Für viele andere Dinge – wie zum Beispiel Milchprodukte – brauchst du deinen Kühlschrank. Dabei reduzierst du deinen Energieverbrauch, wenn du ihn richtig voll machst: Die Lebensmittel im Inneren wirken wie kleine Kühlakkus und helfen mit, die Temperatur zu senken.

Energiesparend kochen mit vollem Geschmack

Nicht nur dem Klima tust du etwas Gutes, wenn du mit wenig Energie kochst. Auch dein Geldbeutel freut sich. Es reichen schon ein paar einfache Handgriffe:

  • Setzt du den Topfdeckel auf, geht dein Energieverbrauch runter: auf diese Weise sparst du etwa 65 Prozent Strom.
  • Nutze die Restwärme der Herdplatten. Das klappt zum Beispiel bei Reis oder Kartoffeln gut – sie garen mit geschlossenem Deckel auch bei ausgeschalteter Platte weiter.
  • Schnellkochtöpfe sind besonders energieeffizient.
  • Bei den meisten Gerichten brauchst du den Backofen nicht vorheizen – zum Beispiel bei unempfindlichem Kuchenteig oder Auflauf. Energie sparst du auch, wenn du den Ofen ein paar Minuten vor Ende der Backzeit ausschaltest.

Mit klimafreundlicher Ernährung gegen Alltagshektik

Einkaufen, kochen und genießen – das macht einen großen Teil unseres Lebens aus. Setzt du bei diesen Routinen auf Achtsamkeit, kannst du deinen Alltag deutlich entstressen. Dazu kann etwa ein gemütlicher Spaziergang über den Wochenmarkt gehören, bei dem du dir leckere, frische Produkte gönnst. Oder ein Abendessen mit der Familie, bei dem ihr klimafreundliche Rezepte ausprobiert und nachhaltig genießt. Probier es einfach mal aus!

Guten Appetit und gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.