Lerntipps: So meistert dein Kind die Schule erfolgreich
Kinder & Jugendliche

Lerntipps: So meistert dein Kind die Schule erfolgreich

Lernen kann Spaß machen. Und zwar dann, wenn der Einsatz mit einer guten Note oder einem dicken Lob belohnt wird. Hat dein Kind solche Erfolgserlebnisse, kommt die Motivation von ganz allein. Was es dafür braucht? Die passende Lernmethode, eine reizarme Umgebung und ausreichend Pausen.

Besser als auswendig lernen: Den Stoff mit allen Sinnen erfassen

Zu Beginn ihrer Schulzeit finden Kinder es richtig aufregend, etwas Neues zu lernen. Das erste selbst entzifferte Wort und die erste gelöste Rechenaufgabe erfüllen die Kleinen mit Stolz. Im Laufe der Zeit wird aus dem Lernen jedoch in vielen Fällen eine lästige Pflicht. Das liegt oft daran, dass der Einsatz nicht den gewünschten Erfolg bringt. Das Kind liest sich die Inhalte stundenlang durch und kann sie in der Klausur doch nicht abrufen. Es hat „falsch“ gelernt. Wie es besser geht? Früher glaubten Pädagogen, dass es verschiedene Lerntypen gibt. Also, dass sich manche Menschen Inhalte am besten merken, wenn sie diese sehen – andere müssen sie eher hören oder sie aufschreiben. Inzwischen sind viele Experten von dieser Annahme abgekommen. Es gibt schlicht keine stichhaltigen Belege dafür. Viel naheliegender: Wir alle lernen effektiver, wenn uns neues Wissen über verschiedene Sinne erreicht – mehrkanaliges Lernen heißt dies in der Fachsprache.

Statt Vokabeln auswendig zu lernen, schreibt das Kind diese auf und liest sie dabei laut vor. Oder es erzählt den Eltern davon, was es für die Erdkundearbeit über Bodenschätze erfahren hat. Der Trick: Je mehr das Kind über „sein“ Thema liest, hört und erzählt, desto mehr wird es zum Experten. Und kann beim Vokabeltest oder der Klausur sein Wissen besser abrufen. Toller Nebeneffekt: Das Kind lernt frei zu sprechen und ist beim ersten Referat vor der Klasse weniger aufgeregt.

Effektives Lernen setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen

Den einen, entscheidenden Tipp für Lernerfolge gibt es nicht. Aber dafür jede Menge erprobter Strategien und Methoden. Wir haben die wichtigsten Lerntipps für dich und dein Kind zusammengefasst.

Der optimale Arbeitsplatz

In einer Umgebung, in der nichts ablenkt, lernt es sich am besten. So schaffst du deinem Kind die besten Voraussetzungen:

  • Perfekter Lernort: Sorge dafür, dass dein Kind einen aufgeräumten, ruhigen und bequemen Platz zum Lernen hat. Ideal: viel Tageslicht, regelmäßiges Lüften und ein ergonomischer Schreibtischstuhl. Vielleicht sucht ihr einen besonders schönen Schreibtisch aus oder streicht eine Wand gemeinsam, damit die Lernecke gemütlich wird. Grundschulkinder können ihre Hausaufgaben auch am Küchentisch und in deiner Nähe erledigen – wenn ihr beide das möchtet und keine Geschwister stören.
  • Ablenkungen entfernen: Social Media, Musikapps oder Games sind ein riesiger Störfaktor beim Lernen. Triff mit deinem Kind die Abmachung, dass Instagram und Co. in den heißen Lernphasen tabu sind. Als Kompromiss darf es in den Pausen dann scrollen oder zocken.
  • Ordnung schaffen: In einer chaotischen Umgebung fällt es schwer, seine Gedanken zu ordnen. Räume den Schreibtisch gemeinsam mit deinem Kind auf und zeige ihm, wie es seine Lernmaterialien übersichtlich gestaltet: indem es lose Blätter abheftet, alte Unterlagen aussortiert oder Ordner beschriftet. Auch Tools wie Post-its, Karteikarten oder Textmarker helfen, den Überblick zu bewahren.

Kinder lernen gemeinsam

Die richtige Lernstrategie

Ein richtig oder falsch gibt es hier nicht, aber diese Strategien tragen dazu bei, dein Kind zu motivieren:

  • Zeitplan erstellen: Unterstütze dein Kind dabei, einen Zeitplan mit ausreichend Puffer und aktiven Pausen zu machen. So fühlt es sich nicht vom Lernstoff überwältigt. Vielleicht startet ihr auch mit einfachen Themen – dann fühlt sich dein Kind sicher, wenn es an die „harten Brocken“ geht.
  • Lernziele definieren: Erfolgserlebnisse sind unheimlich wichtig für uns Menschen – natürlich auch für dein Kind. Formuliert gemeinsam kleine Lernziele und Schritte, die machbar sind. Von einer Vier auf eine Eins zu kommen, das ist nicht realistisch. Besser: Der nächste Test soll eine Note besser ausfallen als der vorige. 
  • Erfolge dokumentieren: Schreibt euch auf, was ihr erreicht habt – und feiert eine gute Note oder ein gelungenes Referat mit Eis oder einem gemeinsamen Ausflug. Lasst euch aber von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. Die letzte Matheklausur verhauen? Schwamm drüber, jetzt überlegt ihr, wie es nächstes Mal besser wird.

Die perfekte Lernmethode

Jedes Kind lernt anders, aber diese Methoden haben sich bewährt. Finde heraus, welche zu euch passen:

  • Mindmap: Der Lernstoff wird als Bild aufbereitet – eine Landkarte (map) für den Kopf (mind). So lässt sich ein neues Thema übersichtlich und strukturiert darstellen. Dein Kind versteht so die Zusammenhänge, beispielsweise trägt es dort die Handlung eines Romans zusammen oder alle Informationen über ein Land.
  • Gruppenarbeit: Dein Kind ist kein Einzelkämpfer – deshalb ist auch beim Lernen Teamwork erlaubt. Sei also nicht skeptisch, wenn dein Kind mit Freunden für die Klausur üben möchte. Allerdings braucht diese Lernform ein wenig Struktur, um effektiv zu sein. Schlage deinem Kind vor, dass einer aus der Gruppe ein Thema erarbeitet und den anderen davon erzählt. Diese notieren sich die wichtigsten Informationen und stellen W-Fragen. So prägt sich der Stoff bei allen ein. 
  • Pomodoro-Technik: Die Lernzeit wird in 25-minütige Abschnitte eingeteilt, mit festen Pausen zwischendurch. In jedem Abschnitt widmet sich dein Kind nur einem Thema. Die Vorteile: Durch das Monotasking arbeitet dein Kind fokussierter und die regelmäßigen Pausen bringen neue Energie.
  • Spielerisch lernen: Hier ist alles erlaubt, was Spaß macht. Auf dem Kühlschrank klebt ein Post-it mit der spanischen Vokabel („refrigerador“), beim Sonntagsfrühstück sprechen alle englisch und beim Autofahren wird das kleine Einmaleins abgefragt. Witzige Idee: Vor der Klausur schreibt dein Kind einen Spickzettel mit allen wichtigen Fakten. Der Zettel bleibt bei der Klausur in der Tasche – aber dein Kind wird sich trotzdem an das meiste erinnern.
  • Fünf-Schritte-Lesemethode: Mit dieser Technik lernen Schüler, gelesene Texte auch zu verstehen. Zuerst verschaffen sie sich einen Eindruck vom Thema, schauen sich vor allem Überschriften und Zwischenüberschriften an. Im zweiten Schritt überlegen sie sich Fragen, auf die der Text eine Antwort geben kann. Als Drittes lesen sie den Text genau, schlagen unbekannte Wörter nach und markieren unklare Abschnitte mit einem Fragezeichen. Außerdem markieren sie die zentralen Aussagen im Text. Schritt vier: Sie gliedern den Text und finden für jeden Abschnitt eine passende Überschrift. Im letzten Schritt formulieren sie mit eigenen Worten die Hauptaussage des Textes.

Digitale Lerntipps: So helfen Apps und Videos im Schulalltag

SimpleClub: Zu jedem Fach stehen in der App Erklärvideos zur Verfügung. Sie passt sich außerdem automatisch an den Lernstoff des jeweiligen Bundeslandes an. Außerdem bieten die Macher viele Videos zum Schulstoff auf YouTube.

Skills4School: Die App stellt Fragen zu den Fächern, in denen dein Kind Schwierigkeiten hat.

GoStudent: Hier gibt’s Nachhilfeunterricht per Chat. Die Schüler können auch Fragen zu ihren Hausaufgaben stellen. 

Sofatutor: Dein Kind findet hier Übungen für alle Fächer, Tests und einen kostenpflichtigen 24-h-Service.

Anton: Dahinter steckt eine kostenpflichtige Nachhilfeapp für die Klassen 5-10.

MrWissen2go: Spannende Infos zu Geschichte, Politik und Zeitgeschehen – und das ganz verständlich aufbereitet.

DorFuchs: DorFuchs erklärt Primzahlen oder den Satz des Pythagoras in Rap-Songs. So machen Formeln plötzlich Spaß!

Sommers Weltliteratur to go: Ein Deutschlehrer spielt die Handlung bekannter Schulliteratur mit Playmobil-Figuren nach – die Rettung für alle, die das Buch vor der Klausur nicht gelesen haben.

Für jede Methode gilt: Ohne Druck lernt es sich am besten

Welche Lerntipps für euch funktionieren, das entscheidet ihr natürlich selbst. Wichtig ist nur: Akzeptiere dein Kind so, wie es ist. Nicht jeder lernt gleich schnell – und was dem einen Schüler leichtfällt, ist für den nächsten eine große Herausforderung. Zeige deinem Kind, dass du seinen Einsatz wertschätzt, auch wenn es in der Klausur nicht die gewünschte Note schreibt. Du kannst dein Kind auch mit einem ausgewogenen Frühstück, gesunden Pausensnacks und ausreichend Wasser und Fruchtschorlen unterstützen.

Trotz aller Bemühungen tut sich dein Kind schwer? Wir beraten dich gerne zu vielen Herausforderungen im Schulleben.

Eine erfolgreiche Schulzeit für deinen Nachwuchs wünscht dir deine AOK Hessen.