Honig aus Löwenzahn neben Löwenzahnblüten
Heilkräuter

Löwenzahn: So gesund und lecker ist die Heilpflanze

Der Löwenzahn gehört zu den bekanntesten Frühlingsboten: Sehen wir die goldgelben Wiesen, bekommen wir Lust auf Sommer und Sonne. Von April bis Juli zeigt die Pflanze mit den namensgebenden gezackten Blättern ihre leuchtenden Blüten. Dabei schiebt sie sich auch mal durch Risse in Steinplatten oder verschönert den Parkplatz. Manchen Gärtner*innen wird das Blütenmeer zu viel, der Löwenzahn gilt mittlerweile sogar als Unkraut. Zu Unrecht, denn die gelben Blüten sind nützlich für Insekten – und auch uns Menschen tun sie gut: Schon seit Jahrhunderten ist Löwenzahn als Heilkraut bekannt, etwa als Tee, frisch im Salat oder gepresst.

Heilender Löwenzahn: Diese Wirkung hat die Pflanze

Im Löwenzahn stecken gleich mehrere Nährstoffe, die einen positiven Effekt auf deinen Körper haben. Dabei punkten Blätter, Blüten und auch Wurzeln vor allem mit ihrem Vitamin-Gehalt und liefern dir beispielsweise Vitamin A und Vitamine der B-Gruppe. Besonders hoch ist aber die Menge an Vitamin C, das etwa deine Körperzellen schützt und dein Immunsystem in Schwung hält. Wenn du nur eine Portion der Blätter isst, deckst du damit dreiviertel deines kompletten Tagesbedarfs ab. Außerdem stecken in der Pflanze noch Magnesium, Phosphor und Kalium – das sorgt etwa dafür, dass deine Nerven und Muskeln richtig funktionieren.

Auch der bittere Geschmack des Löwenzahns hat eine gesundheitsfördernde Wirkung. Die verantwortlichen Bitterstoffe sollen zum Beispiel bei Völlegefühl und Blähungen helfen. Sie sind vor allem in den Blättern und Wurzeln enthalten. Sie sind auch harntreibend und regen die Produktion von Gallensaft an. Der unterstützt deinen Körper dabei, Fette zu verdauen – praktisch, wenn du schwer gegessen hast.

Löwenzahn sammeln und essen: Was du beachten solltest

Der Löwenzahn fühlt sich überall da wohl, wo es sonnig ist – daher findest du ihn auch an Orten, die andere Pflanzen eher meiden. Einen schönen Blumenstrauß bekommst du also schnell zusammen. Doch willst du Löwenzahn sammeln, um ihn zu verarbeiten, solltest du dich an einige Dinge halten:

Am besten geeignet dafür sind Pflanzen, die aus einem Garten oder von der Wiese stammen. Achte in beiden Fällen darauf, dass der Löwenzahn nicht direkt an der Straße wächst – sonst besteht die Gefahr, dass er durch Abgase belastet ist. Ungeeignet sind außerdem Flächen, auf denen viele Hunde unterwegs sind. Dass du den Löwenzahn mit giftigen Pflanzen verwechselst, ist dagegen unwahrscheinlich – zwar sieht er zum Beispiel dem Habichtskraut sehr ähnlich, doch im Zweifel erkennst du ihn einfach an seinem hohlen Stängel.

Die beste Erntezeit ist übrigens der April, noch bevor der Löwenzahn die ersten Blüten nach oben streckt. Dann schmeckt er besonders zart. Einen Nachteil hat das Selber-Sammeln jedoch: Der weiße Saft in Stängel und Blättern der Pflanze macht auf deiner Haut und Jeans und T-Shirt unschöne braune Stellen. Um die wieder loszuwerden, gibt es einen einfachen Trick: Trage etwas Butter auf den möglichst frischen Fleck auf und lass sie kurz einwirken. Danach wäschst du deine Kleidung wie immer. Spülmittel oder Gallseife funktionieren genauso gut.

Frau mit Hut liegt auf einer Löwenzahnwiese

Kochen mit Löwenzahn: Frühlingsfrische Rezepte

Löwenzahn ist gesund und leicht zu finden – doch wie schmeckt er eigentlich? Die Blätter der Pflanze sind sehr würzig und haben eine leicht bittere Note. Am besten sind sie, wenn du sie ganz frisch von der Wiese pflückst. Doch auch die schönen Blüten finden in der Küche Verwendung.

Löwenzahnsalat:

Für Abwechslung auf deinem Salatteller sorgt ein Mix aus knackigen Löwenzahnblättern mit knusprigen Croutons.

Du brauchst für 2 Portionen:

  • 200 g Löwenzahn
  • 3 EL Öl
  • 6 EL Essig
  • 150 ml Wasser
  • 1 TL Honig
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 Scheiben Toast
  • Butter
  • Salz und Pfeffer

So funktioniert’s:

  • Wasch die Löwenzahnblätter gut ab und tupf sie mit einem Küchenpapier trocken.
  • Das Toastbrot schneidest du in kleine Würfel und brätst sie mit etwas Butter in einer Pfanne an, bis sie goldbraun geröstet sind.
  • Press den Knoblauch aus und misch ihn in einer Schüssel zusammen mit dem Wasser, dem Honig und Essig und Öl. Anschließend schmeckst du das Dressing mit Salz und Pfeffer ab.
  • Gib die Salatsoße über die Löwenzahnblätter und richte sie zusammen mit den Croutons an. Als Deko sehen Löwenzahnblüten schön aus.

Löwenzahntee:

Ein gesunder Löwenzahntee ist eine gute Alternative zu Kaffee und bringt morgens deinen Stoffwechsel in Schwung. Außerdem hilft er dir dabei, fettiges Essen zu verdauen.

Du brauchst für eine Tasse:

  • 2 frische Löwenzahnblätter oder 2 TL getrocknete Blätter
  • evtl. Löwenzahnwurzeln

So funktioniert’s:

  • Gib frische oder getrocknete Blätter in eine Tasse, gieße sie mit kochendem Wasser auf und lass das Ganze einige Minuten ziehen.
  • Für einen stärkeren Geschmack weichst du die Blätter zusammen mit Löwenzahnwurzeln über Nacht ein. Das Ganze kochst du am nächsten Tag auf und seihst es nach etwa zehn Minuten ab.

Löwenzahnsirup:

Aus den Blüten des Löwenzahns machst du einen leckeren Sirup, dessen goldgelbe Farbe an Honig erinnert – toll für Veganer!

Du brauchst für ein Glas:

  • 300 g Löwenzahnblüten
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Bio-Orange
  • 2 kg brauner Zucker
  • 1 l Wasser

So funktioniert’s:

  • Putz die Blütenblätter und entferne alles Grüne rundherum gründlich.
  • Anschließend kochst du sie mit dem Wasser und der Orange auf, die du vorher in Scheiben schneidest. Nach etwa einer Viertelstunde nimmst du den Topf von der Platte und lässt das Ganze für einen Tag ziehen.
  • Dann seihst du die Mischung durch ein Stofftuch ab, gibst Zucker und den Saft der vitaminreichen Zitrone hinzu und köchelst sie etwa eine Stunde bei niedriger Temperatur.
  • Hat der Sirup die gewünschte Konsistenz erreicht, kannst du ihn in sterile Schraubgläser abfüllen.

Löwenzahn und andere Wildpflanzen – gehaltvoller Genuss aus der Natur

Ob süß oder salzig: Rezepte mit Löwenzahn sorgen für den richtigen Frische-Kick in deiner Küche. Suchst du nach mehr Rezept-Inspiration? Dann probier es doch mal mit diesem Spargelrisotto mit Löwenzahn. Auch andere Wildkräuter wie Brennnessel oder Gänseblümchen sind ein prima Highlight für deine nächste Koch-Session.

Viel Spaß beim Ausprobieren und gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.