Drei Frauen gehen Arm in Arm am Strand entlang.
Vorsorgeuntersuchung

Mammografie: Brustkrebs frühzeitig erkennen

Zum 50. Geburtstag bekommst du eine Einladung: Ab jetzt kannst du am Mammografie-Screening teilnehmen. Das ist ein besonderes Programm, um Brustkrebs schon zu erkennen, bevor du erkrankst. Wie effizient ist diese Art der Vorsorge – und gibt es auch Risiken? Wir klären dich auf.

Was ist eine Mammografie?

Das Mammografie-Screening-Programm ist eine kostenlose Vorsorgeleistung, die Brustkrebs möglichst erkennen soll, solange er sich noch gut behandeln lässt. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Röntgenuntersuchung, bei der aus zwei Richtungen Bilder von deinen Brüsten gemacht werden. Dafür werden die Brüste zwischen zwei Belichtungsplatten gelegt und kurz zusammengepresst. Das kann ein wenig unangenehm werden. Natürlich funktioniert die Mammografie auch bei kleinen Brüsten – und sogar bei Männern. Das Screening findet nicht bei deinem Frauenarzt, sondern in besonderen Zentren statt. Dort untersuchen zwei Ärzte unabhängig voneinander die Röntgenaufnahmen. Nach wenigen Tagen bekommst du den Befund per Brief. Sollte er auffällig sein, wirst du zu weiteren Untersuchungen eingeladen. Das sollte dich aber erstmal nicht beunruhigen: Auffälligkeiten sind selten und stellen sich meistens als harmlos heraus.

Was bringt eine Mammografie und wer sollte sie machen?

Es gibt einige Methoden, um Brustkrebs zu erkennen – vom Abtasten bis zum Ultraschall. Die Mammografie hat sich dabei als die effizienteste herausgestellt. Sie erkennt schon winzige Tumore und im Gegensatz zum MRT sogar Vorstufen eines Mammakarzinoms – dem bösartigen Tumor in der Brust. So kann Brustkrebs schon frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Zahlen sprechen klar für die Mammografie: 80 Prozent der entdeckten bösartigen Tumore sind noch unter 20 Millimeter groß und haben daher Heilungschancen. Die WHO sieht den Nutzen der Mammografie als erwiesen an.

Dennoch empfehlen Ärzte nicht allen Frauen ein regelmäßiges Brustkrebs-Screening. Bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ist der Nutzen am größten. In diesem Alter hast du das höchste Risiko, zu erkranken. Daher erhalten diese Frauen alle zwei Jahre eine Einladung zum Screening. Die Kosten der Mammografie werden von deiner Krankenkasse übernommen. Bei jüngeren und älteren Frauen schätzen Ärzte nach dem individuellen Risiko ab, ob ein Screening sinnvoll ist. So kann es auch für Frauen unter 50 Jahren ratsam sein, wenn es Fälle in der Familie gab und das Risiko für erblichen Brustkrebs besteht.

Ärztin führt Mammographie-Screening bei Patientin durch.

Hat die Mammografie auch Nachteile?

Die WHO befürwortet die Mammografie, aber es gibt auch kritische Stimmen. Tatsächlich hat das Mammascreening auch Nachteile:

  • Von 1.000 untersuchten Frauen haben etwa 30 einen auffälligen Befund – die meisten davon sind falsch positiv. Die Zeit bis zur Entwarnung ist für die Betroffenen sehr belastend.
  • Es besteht auch ein Risiko an „Überdiagnosen“. Das heißt, dass kleine Tumore behandelt werden, die nie Probleme gemacht hätten. Das bringt unnötige Nebenwirkungen und Leiden mit sich. Allerdings lässt sich kaum vorhersagen, wie sich ein Mammakarzinom weiterentwickelt. Abwarten kann tödlich enden.
  • Zwischen zwei Untersuchungen liegen üblicherweise zwei Jahre Abstand. Auch in dieser Zeit können neue Tumore entstehen, die aber eventuell unentdeckt bleiben, weil die Frauen sich sicher fühlen.
  • Oft in der Kritik, aber eher marginal: die Strahlenbelastung des Röntgens. Gerade in dieser Altersklasse haben Frauen nicht mehr so dichtes Brustgewebe. Daher ist das Risiko sehr gering, dass die Untersuchung selbst Brustkrebs auslöst.

Alles in allem überwiegen die Vorteile der Brustkrebsvorsorge durch die Mammografie ganz klar den Nachteilen. Unter Frauen, die am Screening teilnehmen, sinkt die Brustkrebssterblichkeit um 25 Prozent.

Krebsvorsorge liegt in deinen Händen

Eine Mammografie ist die effizienteste Brustkrebsvorsorge für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Aber du kannst auch selbst etwas dafür tun, Knötchen möglichst früh zu entdecken. Mit dem Programm MammaCare lernst du, wie du deine Brust richtig abtastest. Wir beteiligen uns an den Kosten.

Ist auch sonst alles in Ordnung bei dir? Denk dran, regelmäßig den Gesundheitscheck bei deinem Hausarzt wahrzunehmen. Wir übernehmen ab einem bestimmten Alter auch das Darmkrebs-Screening. Es gilt nicht nur, deine Gesundheit im Blick zu behalten – es gibt auch einige Vorsorgeuntersuchungen speziell für Männer.

Wir drücken dir die Daumen, dass alle Untersuchungen unauffällig bleiben. Falls die Ärzte doch etwas finden, stehen wir dir zur Seite. Du kannst dich bei allen Fragen an unsere medizinische Hotline Clarimedis wenden. Belastet dich die Diagnose schwer, findest du im „Moodgym“, unserem Programm gegen Depressionen, Hilfe.

Eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.