Pflanzliche Mittel gegen Stress: So wirken Johanniskraut, Hopfen oder Kamille

Ein Schüssel voller gelber Blüten von Heilpflanzen

Heilkräuter

Pflanzliche Mittel gegen Stress: So wirken Johanniskraut, Hopfen oder Kamille

Fühlst du dich manchmal angespannt, betrübt oder kommst du abends nicht richtig zur Ruhe? Solche Zeiten kennt fast jeder – sie sind noch kein Grund zur Sorge. Eine sanfte Abhilfe können pflanzliche Stresskiller wie Baldrian, Kamille und Lavendel schaffen. Wir verraten, für welche Beschwerden die natürlichen Heilmittel geeignet sind und wie sie wirken.  

Johanniskraut, Melisse oder Baldrian: Ihre Wirkung gegen Stress

Pflanzliche Schlafmittel und Kräuter mit beruhigendem Effekt sind schon seit Jahrhunderten bekannt. Wie sie genau wirken, konnte die Wissenschaft noch nicht final klären. Aber einige Pflanzen werden von Medizinern positiv bewertet.

Traditionelle Heilpflanzen mit beruhigender Wirkung:

  • Baldrian
    So wirkt er: Baldrian ist ein bekanntes pflanzliches Schlafmittel. Er soll Nervosität lindern und dir helfen, in den Schlaf zu finden und gut durchzuschlafen.
    So nimmst du ihn ein: Du bekommst ihn als Dragee oder Tropfen in der Apotheke. Am besten wirkt er in Kombination mit Hopfen. Es dauert einige Tage, bis er seine volle Wirkung entfaltet.
    Mögliche Nebenwirkungen: Manche Menschen reagieren auf Baldrian mit Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen. Deswegen ist er nicht vor einer Narkose geeignet.
     
  • Hopfen
    So wirkt er: Wissenschaftler vermuten, dass er sich ähnlich auswirkt wie das Schlafhormon Melatonin. Das regelt deinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Außerdem fördert Hopfen die Verdauung.
    So nimmst du ihn ein: Die beste Wirkung hat er in kombinierten Baldrian-Hopfen-Präparaten.
    Mögliche Nebenwirkungen: Hopfen kann Allergien auslösen. Es kann passieren, dass du Kopfschmerzen oder Hautausschläge bekommst. Für Kinder ist er nicht geeignet.
     
  • Johanniskraut
    So wirkt es: Johanniskraut ist als pflanzliches Antidepressivum anerkannt, denn es hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Studien beweisen, dass es bei leichten Depressionen gut hilft. Es muss aber auf jeden Fall über einen längeren Zeitraum genommen werden.
    So nimmst du es ein: Du bekommst es als Tabletten, Tropfen oder Tee in der Apotheke.
    Mögliche Nebenwirkungen: Johanniskraut macht dich sehr lichtempfindlich. Du musst daher auf einen besonders guten Sonnenschutz achten. Nimmst du zu viel davon ein, kann es zu einer Überreaktion mit Magen-Darm-Beschwerden, Benommenheit oder Hautreaktionen kommen.
     
  • Lavendel
    So wirkt er: Die hübschen lilafarbenen Blüten strömen einen sehr intensiven Duft aus. Dieser wirkt entspannend und angstlösend.
    So nimmst du ihn ein: Lavendel bekommst du als Kapseln oder als ätherisches Öl. Eine Pflanze im Schlafzimmer kann auch eine gute Idee sein, wenn du nicht zu geruchsempfindlich bist.
    Mögliche Nebenwirkungen: Für Erwachsene sind keine Nebenwirkungen zu befürchten, solange du ihn nicht hochkonzentriert einnimmst.
     
  • Melisse
    So wirkt sie: Die ätherischen Öle der Zitronenmelisse wirken beruhigend und helfen gut gegen Stressgefühle und innere Unruhe. Sie entspannen auch den Verdauungstrakt und sind daher gut gegen stressbedingte Bauchschmerzen.
    So nimmst du sie ein: Melisse findet sich oft in heilsamem Tee, es gibt sie aber auch als ätherisches Öl oder Badezusatz.
    Mögliche Nebenwirkungen: Es sind keine Nachteile zu befürchten.
     
  • Passionsblume
    So wirkt sie: Die Passionsblume ist die Blüte der Maracuja. In Versuchen wurde eine beruhigende Wirkung beobachtet. Damit eignet sie sich gut gegen Nervosität, Angstzustände und Reizbarkeit.
    So nimmst du sie ein: Es gibt sie als Kapseln oder Tropfen.
    Mögliche Nebenwirkungen: Sie kann dich schläfrig und benommen machen.
     
  • Kamille
    So wirkt sie: Die Kamille ist ein bekanntes Mittel gegen Erkältungen. Die aromatischen Blüten beruhigen auch die Nerven.
    So nimmst du sie ein: Kamillentee hast du sicher schon oft getrunken. Die frischen Blüten können ebenfalls im Smoothie verarbeitet oder als Badezusatz verwendet werden.
    Mögliche Nebenwirkungen: Manche Menschen reagieren allergisch auf Kamille.

Bitte beachte: Auch pflanzliche Präparate sind Medikamente und können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln haben. Manche sind auch nicht für Kinder, Schwangere oder stillende Mütter geeignet. Besprich dich immer mit deinem*deiner Ärzt*in oder Apotheker*in, bevor du sie einnimmst.

Stress stoppen, bevor er überhaupt entsteht

Heilkräuter helfen dir in herausfordernden Zeiten, besser zur Ruhe zu kommen. Aber sie haben Grenzen: Sie lindern nur die Symptome, aber nicht die Ursache. Deswegen ist es wichtig, Stress zu reduzieren, bevor er chronisch wird und dich krank macht. Ein gutes Zeitmanagement verhindert, dass dein Alltag zu chaotisch wird. Lebst du achtsam, bleibst du in ärgerlichen Situationen länger gelassen. Autogenes Training bringt dich in innere Balance.

Mann liegt entspannt in einer Hängematte im Garten.

Auch wenn dir gerade sehr nach Fettigem und Süßem ist, solltest du weiterhin auf eine gesunde Ernährung achten, um deinen Körper nicht zusätzlich zu stressen. Kaliumreiche Lebensmittel wie getrocknete Aprikosen, Linsen oder Tomatenmark sind echte Nervennahrung. Wusstest du, dass auch bestimmte Pflanzenstoffe, die Adaptogene, deinen Körper resistenter gegen Belastungen machen sollen?

Wann du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest

Vorübergehende Stresssituationen kannst du gut mit natürlichen Mitteln abmildern. Doch bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Panikattacken oder Schlafstörungen sind Heilpflanzen nicht ausreichend. Fühlst du dich seit mehr als zwei Wochen stark belastet, solltest du unbedingt mit einem/einer Ärzt*in sprechen. Gemeinsam könnt ihr überlegen, welche Therapieform für dich passend ist.

Auf der anderen Seite sind Stresssymptome wie Schlaflosigkeit, Erschöpfung oder Unruhe nicht immer auf äußere Umstände zurückzuführen. Eventuell hast du auch eine Erkrankung, die nur dein*e Ärzt*in diagnostizieren kann. Also auch hier: Lass dich bei langanhaltenden oder schwerwiegenden Problemen unbedingt durchchecken!

Mit diesen Programmen schüttelst du den Stress ab

Perfekt nach einem stressigen Arbeitstag: Gymnastikmatte ausrollen oder die Turnschuhe schnüren. Sport hilft, durchzuatmen und Wogen zu glätten. Yoga eignet sich sehr gut, aber auch Ausdauersport wie Joggen ist effektiv. Du könntest mit unserem Programm „Laufend in Form“ dem Stress einfach davonrennen. In unseren Gesundheitskursen gibt es viele Angebote zum Auspowern. Ist der Stress trotz allem zu groß, dann besuch unser Programm „Stress im Griff“. Dort erhältst du wertvolle Tipps, wie du deinen Alltag entzerren kannst.

Gute Gesundheit und einen entspannten Alltag wünscht dir deine AOK Hessen.