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Suchtprävention

Nikotinentzug: So schaffst du den Absprung

Eigentlich weißt du schon lange, dass du mit dem Rauchen aufhören solltest. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. Vielen Menschen fällt es schwer, die ungesunde Gewohnheit aufzugeben, obwohl sie die negativen Folgen spüren. Trotzdem kann es dir gelingen – und du wirst schnell merken, dass du dich besser fühlst.

Du keuchst beim Treppensteigen, frierst vor der Kneipentür und ärgerst dich, wie viel Geld jeden Monat für dein Laster anfällt – jetzt wird es endlich Zeit für einen Nikotinentzug. Und das Gute daran: Du profitierst sofort, egal, wie alt du bist und wie lange du schon rauchst. Mit einem Rauchstopp sinkt langfristig das Risiko für viele gesundheitliche Risiken. Und mit dem gesparten Geld kannst du dir einige Wünsche erfüllen.

Rauchen hat schlimme Folgen für deinen Körper

Du hast viel zu gewinnen, wenn du die Zigaretten liegen lässt: In einer einzigen Zigarette befinden sich rund 250 Giftstoffe. Und diese haben gravierende Auswirkungen auf deine Gesundheit. Rauchen steigert erheblich das Risiko für:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs
  • Chronische Atemwegserkrankungen wie COPD
  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Hohen Blutdruck
  • Erektionsstörungen, Impotenz und Unfruchtbarkeit
  • Ansteckung mit COVID-19 und schwerere Verläufe, da die Lunge bereits geschädigt ist

Auch wenn du bereits erkrankt bist: Es wird dir besser gehen, wenn du mit dem Rauchen aufhörst. Die Lungenkrankheit COPD beispielsweise verläuft dann deutlich milder.

Ohne geht’s selten: Symptome beim Nikotinentzug

Trotz aller guten Gründe fällt es vielen Menschen schwer, mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist ganz logisch, denn Nikotin macht abhängig. Verzichtest du auf die Zigarette, meldet sich dein Körper und deine Psyche gaukelt dir unbändiges Verlangen vor. Hinzu kommt, dass viele Abhängige Angst vor den Entzugserscheinungen haben. Es kann sein, dass du aggressiv reagierst, dich für eine Weile nur schwer konzentrieren kannst, dich niedergeschlagen fühlst oder zunimmst. Unter vielen Rauchern gilt ein Leben ohne Glimmstängel auch als genussfeindlich. Doch auch wenn eines oder mehrere dieser Symptome wahrscheinlich auftreten werden: Sie vergehen auch wieder.

Aufhören zu rauchen: Mit diesen Tipps klappt’s

Der Entzug flößt dir sicher erst mal Respekt ein. Aber du kannst das schaffen. Wichtig ist vor allem, dass du dir Hilfe suchst. Binde deine Angehörigen in den Entzug mit ein, melde dich bei einem Entwöhnungsprogramm an und frag deine*n Hausärzt*in um Rat. Und auch wir haben Tipps für dich, wie dir der Rauchstopp gelingt.

In drei Schritten weg von den Zigaretten:

  1. Schau dir deinen Tagesablauf genau an und reflektiere: Warum denkst du, dass du die Zigarette brauchst? In welchen Situationen ist das Verlangen am stärksten, wann rauchst du am meisten, wann ist es reine Routine? Leg dir ein Rauchprotokoll an, um einen Überblick zu bekommen.
  2. Jetzt suchst du dir neue Strategien. Du rauchst immer, wenn du gestresst bist? Übe dich stattdessen in Entspannungsmethoden oder Achtsamkeitstraining. Du greifst zur Zigarette, wenn du dich langweilst? Finde etwas, womit du dich stattdessen beschäftigst. Überlege dir auch, wie du auf die Entzugserscheinungen reagieren kannst. Welche Aktivitäten lenken dich ab und heben deine Stimmung? Du könntest zum Beispiel spazieren gehen, ein Buch lesen oder einen guten Freund anrufen. Eine Sportart, die dir Spaß macht, hilft gegen gereizte Stimmung und beugt einer Gewichtszunahme vor. Leg dir auch gesunde Snacks zurecht, falls die Heißhungerattacke kommt. Perfekt ist Rohkost wie Möhren, frisches Obst wie Äpfel oder Nüsse.
  3. Such dir innerhalb der nächsten Woche einen Tag aus, an dem du komplett aufhörst. Jetzt gibt es kein Zurück!

Lass dich nicht dazu verleiten, nur deinen Konsum zu reduzieren. Du rauchst dann zwar weniger Zigaretten, aber inhalierst diese dafür umso öfter und stärker. Dein Körper holt sich, was er denkt zu brauchen. Du kannst nicht „gesund rauchen“. Und auch die E-Zigarette ist keine Alternative – auch sie enthält giftige Chemikalien. Falls die Entzugserscheinungen zu schlimm werden, bietet dir deine Apotheke unschädlichen Nikotinersatz.

Tschüss Nikotin: Nach den ersten Entzugserscheinungen geht es bergauf

Ja, es stimmt, mit dem Rauchen aufzuhören macht keinen Spaß. Besonders in den ersten Tagen wirst du unter Entzugserscheinungen leiden. Trotzdem: Der Nikotinentzug dauert nur etwa sieben bis zehn Tage. Danach nehmen die Symptome ab. Auch ist es wahr, dass viele ehemalige Raucher kurzfristig mehr zunehmen als Nichtraucher. Das ist aber durchschnittlich nur etwa ein halbes Kilo pro Jahr. Und bei einer gesunden und aktiven Lebensweise gleicht sich das im Laufe der Zeit wieder aus. Ist die erste Hürde überwunden, wirst du dich dafür bald so gut fühlen wie schon lange nicht mehr.

Das passiert mit dir, wenn du mit dem Rauchen aufhörst:

  • Innerhalb kürzester Zeit normalisieren sich Puls und Blutdruck.
  • Deine Organe werden wieder besser mit Sauerstoff versorgt.
  • Du riechst und schmeckst besser – und kannst damit auch eine gute Mahlzeit wieder richtig genießen.
  • Deine Lunge reinigt sich wieder selbst.
  • Auf lange Sicht geht das Risiko für schwere Erkrankungen stark zurück.

Schluss mit der Nikotinsucht – mit den Leistungen der AOK

Eine Abhängigkeit zu überwinden ist schwer – aber wir glauben an dich. Wir sind an deiner Seite und gehen den ganzen Weg mit dir zusammen. Deine AOK unterstützt dich dabei, rauchfrei zu leben: Wir beteiligen uns an zertifizierten Rauchfrei-Kursen oder geben dir wertvolle Tipps in unseren Expertenforen.

Du bist trotz bester Vorsätze und Vorbereitung rückfällig geworden und hast wieder geraucht? Das passiert den Besten, lass dich davon nicht entmutigen. Analysiere, wie es dazu kommen konnte und versuch es wieder. Du wirst es schaffen – ganz sicher!

Viel Erfolg beim Nikotinentzug und eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.