Zwei junge Männer halten sich lachend Chilischoten ins Gesicht.
Ernährungsformen

Scharf essen: So gesund sind Chili, Ingwer und Pfeffer

Scharfe Gerichte stehen schon lange auf den Speiseplänen asiatischer, südamerikanischer oder afrikanischer Länder. Und das hat mehr als nur kulinarische Gründe: Spicy Food ist nicht nur lecker, sondern sogar gesund. Kein Wunder, dass Chili, Pfeffer und Co auch bei uns immer beliebter werden.                                                                                                                                                                                                                                      

Warum ist scharfes Essen gesund?

Du isst etwas Scharfes und spürst, dass dein Körper heiß wird. Dein Puls steigt und deine Zunge brennt: Du hast gerade in deinem Körper eine Schmerzreaktion ausgelöst. Denn Schärfe ist kein Geschmack. Stattdessen enthalten scharfe Lebensmittel und Gewürze Inhaltsstoffe, die deine Nerven reizen. Klingt gefährlich? Keinesfalls – denn gleichzeitig lösen sie viele positive Reaktionen in deinem Körper aus:

  • Chili enthält einen Stoff namens Capsaicin – und der brennt ganz schön. Um dich zu beruhigen, schüttet dein Gehirn glücklich machende Endorphine aus. Außerdem wirkt Capsaicin antibakteriell – so macht es deine Lebensmittel haltbarer und schützt dich vor Entzündungen.
  • Wirkstoffe im Ingwer sind gesund für dich, darunter das Gingerol. Studien haben nachgewiesen, dass Gingerol Entzündungen hemmt und Infektionen bekämpft. Außerdem ist es antioxidativ, das heißt: Es schützt dich vor freien Radikalen, die deine Zellen angreifen.
  • Schwarzer Pfeffer kann antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Das liegt am Piperin, von dem die Schärfe im Pfeffer kommt. Piperin kannst du auch als Nahrungsergänzungsmittel nutzen. Denn der Wirkstoff ist ein Bioenhancer. Heißt: Piperin hilft dem Körper, Nährstoffe und Vitamine aus anderen Nahrungsmitteln aufzunehmen.
  • Knoblauch verdankt seinen strengen Geruch dem Wirkstoff Allicin. Dieser entsteht, wenn du Knoblauch zerdrückst oder schneidest. Er ist antioxidativ und kann auch das Blutfett senken.
  • Im Meerrettich kommt die Schärfe aus den Senfölen. Diese bekämpfen Bakterien und Entzündungen – insbesondere Blasenentzündungen. Senföle kommen auch in anderen scharfen Lebensmitteln vor, beispielsweise im Senf und in Kapuzinerkresse.

Scharfe Lebensmittel sind gesund – und machen durch Endorphine auch noch gute Laune. Außerdem hilft dir Scharfes, wenn du eine Erkältung hast. Es löst Schleim, sodass du wieder besser atmest. Alle scharfen Gerichte bringen deinen Magen in Fahrt und unterstützen so deine Verdauung.

Achtung, heiß: Wann Scharfes schmerzt

Hast du Magenprobleme, solltest du lieber vorsichtig mit Chili und Konsorten sein, denn ihre Schärfe kann deinen Magen zusätzlich reizen. Taste dich langsam heran! Vielleicht braucht dein Körper eine Weile, bis er schärfere Gerichte gut verträgt. Wichtig: Achte auch darauf, dir die Hände gut zu waschen, wenn du Chili zubereitest. Besonders an die Augen solltest du damit nicht kommen.

Scharfe Trends – internationale Küche ist angesagt

Scharfe Stoffe kitzeln unsere Schmerzrezeptoren in den letzten Jahren immer öfter. Das liegt daran, dass wir mehr internationale Restaurants in Deutschland finden. Viele Einflüsse auf unsere Essgewohnheiten kommen etwa aus Asien und Südamerika, wo die Speisen traditionell schärfer sind als in Mitteleuropa. Menschen in heißeren Gegenden essen scharf, weil es sie anregt zu schwitzen. So helfen sie ihrem Körper abzukühlen. Aber auch im Winter tut die Schärfe gut: Sie regt die Durchblutung an, dadurch frierst du nicht so schnell. Zusätzlicher Bonus: Lebensmittel, die mit scharfen Zutaten hergestellt werden, halten länger. Wir haben für dich die leckersten Varianten aus vier Regionen gesammelt:

  • Kimchi aus Korea ist fermentierter Kohl mit einer ordentlichen Portion Chiliflocken. Japanisches Sushi wird oft mit Wasabi – auch Wassermeerrettich genannt – serviert. Köche in Thailand nutzen für Grünes Thaicurry eine Currypaste mit grünen Chilischoten, die dir das Wasser in die Augen treibt.
  • Während wir scharfe Gerichte häufig mit dem Mittag- oder Abendessen verbinden, geht es in Israel und Nordafrika auch zum Frühstück heiß her: Shakshuka heißt eine beliebte Speise. Du bereitest sie zu, indem du Eier in einer Tomatensoße mit Chili pochierst.
  • Schon etwas länger auf den Speisekarten in Deutschland sind mexikanische Gerichte wie Tacos und Enchiladas, bei denen die Tabascosoße eine Hauptrolle spielt.
  • „Soulfood“ aus den USA kommt aus den Südstaaten und verwöhnt uns mit Southern-Barbecue und Hühnchen Cajun Style. Die Schärfe dieser Gerichte kommt vom Paprikapulver und Cayennepfeffer.

Asiatisches scharfes Gericht mit Chilischoten, Garnelen, Limetta, Nudeln und Koriander.

Einfach und gut: Unser Rezept für die Tom Yam Suppe

Lecker: Die Tom Yam Suppe stammt aus Thailand und gehört dort zu den beliebtesten Speisen. Ihre Schärfe kommt in diesem Rezept von Chilis (frisch und als Paste) und frischem Ingwer. Die bekannteste Variante dieser Suppe enthält Garnelen – dann heißt sie Tom Yam Gung. Im Rezept geben wir dir auch eine vegane Alternative, die richtig schmackhaft ist. Du bereitest alles in einem Topf zu. So machst du es dir beim Abspülen leicht!

Zutaten für zwei Portionen:

  • 1 l Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe
  • 2 frische Chilischoten
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer, geschält und sehr klein gewürfelt
  • 1 Schalotte, geschält und in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 2 Stängel Zitronengras
  • ½ TL Chilipaste
  • 3 Kaffirlimettenblätter
  • 150 g weiße Champignons, in Scheiben geschnitten
  • 1 große Tomate, in kleine Stücke geschnitten
  • 150 g Garnelen, aufgetaut und geschält (oder alternativ die gleiche Menge an festem Tofu, gewürfelt)
  • 1 Limette
  • 2 EL Fischsoße (alternativ Sojasoße)
  • 1 Bund Koriander

So geht’s:

  1. Gib die Brühe in einen großen Topf und erhitze sie, bis sie leicht köchelt.
  2. Nun fügst du die Chilischoten, den Ingwer, die Schalotte, die Zitronengrasstängel, die Chilipaste und die Limettenblätter hinzu. Lass das Ganze sieben Minuten köcheln.
  3. Jetzt gibst du die Champignons, die Tomatenstücke und die Garnelen (alternativ Tofu) dazu und lässt alles zusammen etwa fünf Minuten leicht köcheln, bis die Garnelen gar sind.
  4. Nimm den Topf vom Herd und fisch die Limettenblätter und das Zitronengras hinaus. Nun kommen die Fisch- oder Sojasoße und die meisten Korianderblätter hinzu, sowie der Saft der Limette. Schmeck die Suppe ab und würze nach, wenn dir noch etwas fehlt.
  5. Serviere deine Suppe in Schüsseln und dekoriere mit dem restlichen Koriander.

Kochlust geweckt? Mehr Ideen für deine Gesundheit

Du möchtest noch mehr exotische Gerichte ausprobieren? Schlemm dich durch Ramen, Thaisuppe oder entdecke die Vorteile von indischen Gewürzen in unserem Gemüse-Kichererbsen-Curry. Wenn du noch einen Schritt weiter gehen willst, kannst du auch Fleisch mal durch Insekten ersetzen.

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Guten Appetit und eine gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.