Junge Frau liegt im Schnee und macht einen Schneeengel.
Körperwissen

Schluss mit Frieren: Wohlige Wärme von innen und außen

Wärme trägt zu deinem Wohlbefinden und deiner Gesundheit bei. Gut zu wissen: Warum sie gegen verschiedene Schmerzen hilft und wie du dich im Winter warmhältst – von Spicy Food bis Eisbaden.                                                                                                                                    

Wärme: Heilsam für Körper und Seele

Eine wohlige Vorstellung: Vom Winterspaziergang nach Hause kommen und mit einem heißen Tee und einer kuschligen Decke die durchgefrorenen Glieder aufwärmen. Gerade in der kalten Jahreszeit sehnen wir uns nach Wärme. Sind wir mollig eingepackt, fühlen wir uns geborgen und behaglich – uns ist „warm ums Herz“.

Aber nicht nur der Seele tut Wärme gut: Sie ist auch eine der ältesten Behandlungsmethoden gegen körperliche Beschwerden. Warme Körperpartien werden besser durchblutet, dadurch wird das Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – Verspannungen lösen sich, das Immunsystem wird stimuliert und Abwehrzellen gelangen schneller an erkranktes Gewebe.

Sportler wissen außerdem: Warme Muskulatur ist dehnbarer und weniger anfällig für Verletzungen.

Bist du müde oder stehst unter Druck, frierst du dagegen schneller. Beides stresst dich und du schüttest Adrenalin aus – für unsere Vorfahren ein Signal an den Körper, dass es jetzt ums Überleben geht. Die verfügbare Energie wird auf lebenswichtige Organe wie Lunge oder Herz gerichtet. „Unwichtiges“ wie die Haut wird dann nicht mehr so gut durchblutet. Wenn du leicht ins Frösteln kommst, kannst du also nicht nur mit warmer Kleidung gegensteuern. Auch eine gute Schlafhygiene und regelmäßige Entspannung halten dich warm.

Von Rückenschmerzen bis Erkältung: So lindert Wärme deine Beschwerden

Wärme hilft deinem Körper sanft und schnell gegen Schmerzen und ist eine gute Alternative oder Ergänzung zu Medikamenten oder Salben. So setzt du sie am effektivsten ein:

Rückenschmerzen: Kirschkernkissen fördern die Durchblutung, dadurch lassen sich Verspannungen schneller lösen. Heiße Wickel oder Fangopackungen lindern Zerrungen und Verhärtungen im Schulterbereich. Besonders effektiv ist Rotlicht, denn es dringt auch in tiefere Hautschichten ein. Du kannst damit Verspannungsschmerzen von Muskulatur oder Bindegewebe behandeln.

Erkältung: Ein Dampfbad stärkt durch die warme, feuchte Luft die Immunabwehr und kann eine beginnende Erkältung oder leichte Halsschmerzen mildern. Auch ein heißes Vollbad sorgt dafür, dass die Schleimhäute besser durchblutet werden – das macht es Viren schwerer, sich zu vermehren.

Muskelkater: Der fiese Schmerz entsteht durch feinste Risse im Muskelgewebe. Wohltuend wirkt ein Saunabesuch oder ein durchblutungsförderndes Ölbad mit Rosmarin.

Bauchschmerzen: Eine Wärmflasche entspannt den Darm und lässt ihn zur Ruhe kommen. Vorsicht, wenn die Schmerzen durch die Wärme zunehmen: Es könnte eine Blinddarmentzündung dahinterstecken.

Spannungskopfschmerz: Vielen Betroffenen helfen von warm auf heiß ansteigende Fußbäder. Grund: Sie leiten die erhöhte Blutzufuhr im Gehirn ab, der Kopf kann entspannen.

Gibt es auch Schmerzen, bei denen Wärme nicht angesagt ist? Bei akuten Gewebsentzündungen, frischen Verstauchungen und Prellungen oder Fieber sind eher kalte Umschläge angesagt. Hol dir im Zweifelsfall Rat bei deinem Arzt ein.

Tipps gegen Kälte, Schnee und Wind: Das hält dich im Winter warm

Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Dass dich Zwiebelprinzip und eine dicke Mütze warmhalten, hast du bestimmt schon oft gehört. Wir haben aber noch mehr Tipps:

  • Wärmende Lebensmittel und Gewürze: Suppen wärmen dich an kalten Tagen auf – aber es gibt noch mehr Essen mit diesem Effekt. Laut Traditioneller Chinesischer Medizin haben einige Lebensmittel eine thermische Wirkung. Dazu gehören etwa Wintergemüse wie rote Beete und Kürbis, verschiedene Nüsse, aber auch Tees mit Anis, Fenchel, Zimt oder Kümmel. Wissenschaftlich belegt: Scharfe Gewürze wie Chilis heizen dir ordentlich ein. Das liegt am Inhaltsstoff Capsaicin, der den Hitzereiz auslöst. Auch Cayennepfeffer oder Ingwer regen die Durchblutung an. Ingwer stärkt außerdem dein Immunsystem.
  • Abhärten: Wer schnell friert, kann durch regelmäßige Kältereize seine Gefäße an kühleres Wetter gewöhnen – mit der Zeit pendelt sich der natürliche Temperaturregler des Körpers dann auf ein normales Niveau ein. Zum Einstieg sind warm-kalt-warme Wechselduschen ideal. Du beginnst dabei mit den Füßen und tastest dich nach und nach an Beine und Arme heran. Auch eine kalte Dusche nach der Sauna tut gut und stärkt das Immunsystem. Mutige wagen sich ans Eisbaden in weniger als fünf Grad Wassertemperatur. Das kalte Vergnügen solltest du aber unbedingt schrittweise angehen und vorher deine Herzgesundheit vom Arzt bestätigen lassen.

Blonde Frau steigt mit einem Neoprenanzug aus einem winterlichen See.

 

  • Bewegung: Sport regt den Kreislauf an – das wärmende Blut verteilt sich dadurch im ganzen Körper und dir wird warm. Dass du dich erkältest, wenn du in der Kälte sportelst, ist ein Mythos. Dennoch solltest du Funktionskleidung tragen, den Kopf bedecken und durch die Nase atmen. Vor allem Frauen profitieren davon, weil ihre Extremitäten schlechter durchblutet sind als die der Männer. Der Grund: Frauen verbrauchen weniger Energie, erzeugen also auch weniger Wärme. Diese sammelt sich deshalb in der Körpermitte, um lebenswichtige Organe zu schützen. Was tun? Für warme Hände hilft es schon, sie 20-mal zur Faust zu ballen. Die Füße werden warm, wenn du von den Fersen auf die Fußballen wippst. 
  • Genug trinken: Mangelt es deinem Körper an Flüssigkeit, kann das Blut schlechter zirkulieren und dir wird schnell kalt. Achte deshalb darauf, mindestens 1,5 Liter zu trinken – auch wenn du nicht durstig bist. Auf Alkohol verzichtest du jetzt besser, er entzieht dem Körper Flüssigkeit. Besser sind Kräutertees, Mineralwasser oder Fruchtschorlen.

Gerade im Winter: Bleib gesund und in Bewegung

Warm eingepackt die kalte Jahreszeit genießen, jetzt weißt du, wie das am besten funktioniert. Falls der Winterhimmel doch mal etwas zu grau ist, verlegst du deine Sporteinheit einfach nach drinnen – zum Beispiel mit einem unserer Gesundheitskurse. Oder du gönnst dir eine Goldene Milch mit wärmendem Ingwer und Kurkuma. Perfekt für trübe Tage ist auch ein Besuch im Thermalbad. Übrigens: Obst, Gemüse und Vollkorngetreide isst du am besten täglich, damit Erkältungen und Co keine Chance haben.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.