Frau sitzt im Garten und schreibt sich Notizen in ihrem Allergietagebuch auf.
Körperwissen

Symptomtagebuch: So hilft es dir, Allergien zu erkennen

Ein Symptom- oder Allergietagebuch ist ein wichtiges Hilfsmittel für Allergiker: Du schreibst deine Beschwerden auf und kannst so mögliche Auslöser identifizieren. Auch während einer Therapie gibt es Aufschluss darüber, wie gut die Maßnahmen anschlagen.

Die Nase läuft ständig, auf der Haut bilden sich Quaddeln oder der Bauch schmerzt: Allergiker reagieren mit Beschwerden auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare. Viele Betroffene fragen sich: Gegen was bin ich eigentlich allergisch? Eine Antwort darauf kann nur ein Allergologe geben – aber mit einem Symptomtagebuch unterstützt du ihn dabei, Allergieauslöser zu erkennen. Darin notierst du ganz genau, wann Beschwerden auftreten, aber auch wann es dir gut geht. Auch belastende Erlebnisse oder Stressphasen solltest du vermerken – denn sie können einen Einfluss auf deine Allergie haben.

Gut zu wissen: Besonders wichtig ist das Symptomtagebuch bei Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten. Diese kann der Facharzt nicht über einen Pricktest oder Bluttest diagnostizieren – umso wichtiger sind deine Aufzeichnungen.

Symptomtagebuch – zu welchem Zeitpunkt es sinnvoll ist

Du hast einen Termin bei einem Allergologen? Schon jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um ein Symptomtagebuch anzulegen. Denn: Hast du deine Beschwerden bereits über einige Wochen dokumentiert, lieferst du deinem Arzt wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose und Therapiemöglichkeiten. So kann er mögliche Auslöser besser eingrenzen und erkennen.

Und: Musst du länger auf den Termin warten, bist du bei deinem Arztbesuch vielleicht symptomfrei und kannst dich gar nicht mehr recht an den letzten Schub erinnern. Mit deinen Notizen verschafft er sich trotzdem ein klares Bild über mögliche Allergieauslöser. Eventuell leidest du auch unter einer Kreuzallergie. Dann macht dich etwa deine Pollenallergie gleichzeitig gegen bestimmte Lebensmittel überempfindlich – auch solche Kreuzreaktionen können deine Vermerke aufdecken.

Ein Symptomtagebuch zu führen ist nicht nur im Vorfeld einer Diagnose wichtig: Nimmst du bereits Medikamente gegen deine Beschwerden ein oder lässt dich immunisieren, kann dein Arzt mit dem Tagebuch die Therapieerfolge kontrollieren. 

So führst du ein Allergietagebuch

Je nach Allergie können sich die Tagebücher unterscheiden. Generell gilt: Du dokumentierst über längere Zeit täglich deine Symptome. Dazu gehört neben typischen Allergie-Merkmalen auch, wann du dich besonders müde oder abgeschlagen fühlst. So behältst du gemeinsam mit deinem Allergologen deine Beschwerden im Blick und kannst Tendenzen erkennen. Wir haben die wichtigsten Anhaltspunkte für dein Tagebuch zusammengefasst:

  • An welchen Stellen hast du Beschwerden und in welcher Intensität (hier kannst du beispielsweise eine Zahlenskala anwenden: 0 = keine Symptome, 3 = starke Symptome)? Vermutest du Nesselfieber oder Neurodermitis, trägst du ein, wie stark der Juckreiz ist.
  • Falls du Medikamente einnimmst: Schreib genau auf, wann du sie nutzt. Zur Vereinfachung kannst du Abkürzungen verwenden, etwa AH für das Allergie-Medikament Antihistaminika.
  • Notiere auch Umweltfaktoren: Wie stark war der Pollenflug, wie sind die Wetterbedingungen, warst du drinnen oder draußen, hattest du Kontakt mit Tieren?
  • Vor allem bei Verdacht auf Unverträglichkeiten: Was hast du gegessen?
  • Auch wichtig: Wie geht es dir ansonsten? Vielleicht ist dein Immunsystem geschwächt oder du hast Stress. Vor allem bei Neurodermitis spielen solche Faktoren eine Rolle.
  • Bei Kontaktallergien solltest du auch dein Waschmittel und Pflegeprodukte berücksichtigen.

Junger Mann steht am Fenster und schaut auf sein Handy in dem sich ein Allergietagebuch befindet.

Wo bekommst du ein Symptomtagebuch?

Natürlich kannst du dein Allergietagebuch selbst erstellen. Aber es geht auch einfacher: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bietet praktische Vorlagen für Allergien und Neurodermitis an. Bei einem Verdacht auf Nesselsucht findest du hier ein Muster. Vielleicht möchtest du verschiedene Tagebücher kombinieren, um alle wichtigen Faktoren abzubilden. Dabei kann dir eine Mood-Tracker-App wie Daylio oder Moodflow helfen: Sie verrät dir, an welchen Tagen du wenig Energie hattest – das Ergebnis kannst du mit deinem Tagebuch abgleichen.

Auch diese Apps unterstützen dich beim Allergie-Tracking:

  • MASK-air

Wenn dich eine Pollenallergie plagt, kannst du mit MASK-air deine Symptome aufzeichnen. Zusätzlich gibt’s einen Fragebogen, mit dem deine Lebensqualität erfasst wird. Kostenlos für iOS und Android

  • klarify

Mit der täglichen Pollenflug-Vorhersage von klarify kannst du bestens vorbereitet in den Tag starten. Kostenlos für iOS und Android

  • Foody

Verdacht auf Unverträglichkeiten? Mit Foody verschaffst du dir einen Überblick über deine Ernährung und findest heraus, auf welche Lebensmittel du mit Symptomen reagierst. Kostenlose Basisfunktion für iOS und Android

  • mySymptoms

Auch mit mySymptoms analysierst du deine Essgewohnheiten – und kannst sie mit deinem behandelnden Arzt teilen. Kostenlose Basisfunktion für iOS und Android

  • CRUSE Control

Die App CRUSE Control wird mit Infos aus deinem Alltag sowie deinen Symptomen gefüttert. So hilft sie dir bei Nesselsucht, deine Trigger zu identifizieren. Kostenlos für iOS und Android

Wir unterstützen deine Familie bei Allergien

Wenn Kinder Husten und Schnupfen oder Neurodermitis haben, fühlen wir uns besonders hilflos. In unseren Expertenforen findest du Rat, etwa wenn dein Nachwuchs unter schweren allergischen Reaktionen leidet.

Bei Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten hilft dir eine individuelle Ernährungsberatung oder einer unserer Ernährungskurse. Und das Programm AOK-Curaplan unterstützt deine Behandlung gegen Asthma.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.