Bild mit allen Lebensmitteln und Gewürzen die der Verdauung helfen.
Selbsthilfe

Verdauung anregen: Diese pflanzlichen Helfer bringen den Darm ins Gleichgewicht

Verstopfung, Durchfall oder Magenschmerzen sind Anzeichen, dass die Verdauung und Nahrungsverwertung des Darms empfindlich gestört sind. Sanfte Helfer lindern die Beschwerden – in Form von Heilpflanzen oder ballaststoffreichen Lebensmitteln. Sie bringen den Darm ganz ohne Nebenwirkungen wieder ins Gleichgewicht.

Eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und Achtsamkeit im Alltag sorgen auch für eine gute Darmgesundheit. Dass es trotzdem ab und zu zwickt, ist ganz normal. Unser Darm ist verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Vielleicht hattest du eine stressige Arbeitswoche oder musstest ein Antibiotikum einnehmen. Auch Infektionen, Umweltgifte oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können die natürliche Balance des Darms stören.

Eine gute Unterstützung und Alternative zu Medikamenten sind bei leichten Magen-Darm-Beschwerden natürliche Verdauungshelfer wie Tee, Öl, Samen oder Trockenfrüchte. Richtig angewendet wirken sie krampflösend, regen die Verdauung an oder hemmen Entzündungen. Allerdings: Plagt dich dein Darm dauerhaft, solltest du den Ursachen auf den Grund gehen – am besten zusammen mit deinem Arzt.

Verdauung anregen oder Krämpfe stoppen: Wann natürliche Mittel helfen

Einen angeschlagenen Darm kannst du mit natürlicher Unterstützung wieder in Schwung bringen. Je nachdem, welche Beschwerden du hast, unterstützen dich diese Verdauungshelfer.

Verstopfung

Sie tritt häufig auf Reisen, wenn wir viel liegen oder bei Stress auf. Du kannst sie mit Quell- und Ballaststoffen wieder loswerden. Diese binden sich mit Wasser und quellen im Darm auf – so vergrößert sich der Darminhalt, das regt die Verdauung an. Zusätzlich bildet sich eine Art Gleitmittel, das den Stuhlgang erleichtert. Besonders geeignete Quellmittel sind Flohsamen, Leinsamen oder Weizenkleie. Ein effektives Hausmittel gegen Verstopfung: Rühr jeden Morgen etwas geschroteten Leinsamen oder Flohsamen in dein Müsli.

Auch getrocknete Früchte wie Pflaumen, Feigen, Datteln oder Aprikosen verschaffen Linderung bei einem trägen Darm. Denn sie enthalten kaum noch Wasser – dafür aber Ballaststoffe in konzentrierter Form. Diese wirken abführend und kurbeln die Verdauung an.

Auf Dauer erhalten fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder probiotischer Kefir deine Darmfunktion, denn sie enthalten viele Milchsäure-Bakterien, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind.  

Colitis Ulcerosa

Das gelbe Gewürz Kurkuma fördert die Verdauung und unterstützt die Behandlung der entzündlichen Darmkrankheit Colitis Ulcerosa. Das liegt am enthaltenen Curcumin: Dies bindet sich an Enzyme, die an Entzündungsvorgängen im Körper beteiligt sind. In Studien hat sich gezeigt, dass Kurkuma die Schübe der Darmkrankheit positiv beeinflusst. Du kannst Kurkuma beispielsweise als goldene Milch trinken. Übrigens: Auch grüner Tee hat eine entzündungshemmende Wirkung, da er viele Antioxidantien und antibakterielle Wirkstoffe enthält.

Bauchkrämpfe, Blähungen oder Völlegefühl

Ausreichend Flüssigkeit in Form von Tee tut Magen und Darm immer gut. Bei akuten Beschwerden wie Krämpfen oder Bauchschmerzen helfen Sorten besonders gut, deren Blüten, Samen oder ätherische Öle enthalten. Denn diese wirken krampflösend und beruhigend. Dazu gehören etwa Fenchel, Pfefferminze, Kümmel, Anis oder Kamille. Auch Ingwertee ist wirksam, seine Scharfstoffe wirken antientzündlich. Ingwer hemmt allerdings in großen Mengen die Blutgerinnung – konsumiere deshalb nicht mehr als 50 Gramm frischen Ingwer täglich. Tipp: Du kannst die Tees natürlich auch mischen, besonders bekömmlich ist die Kombination aus Anis, Fenchel und Kümmel.

Durchfall

Bei Durchfall haben sich Pflanzen mit einem hohen Anteil an Gerbstoffen bewährt: Sie stärken die Schleimhaut im Darm und sorgen so dafür, dass weniger Wasser in den Darm gelangt. Viele Gerbstoffe enthalten getrocknete Brombeerblätter oder Eichenrinde. Am besten wirken sie als Tee. Auch Blutwurz in Tee- oder Pulverform enthält diese Stoffe und hilft gegen Durchfall – der beliebte Blutwurz-Schnaps ist allerdings keine Alternative. Gut zu wissen: Du solltest die Gerbstoffe nicht länger als eine Woche regelmäßig einnehmen, sie können sonst die Magenschleimhaut austrocknen.  

Infografik mit Verdauungshelfern Infografik zu Verdauungshelfern.

Infografik mit Verdauungshelfern

Gesunder Darm: Wichtig für dein Wohlbefinden

Vielen Menschen sind Verdauungsprobleme unangenehm – dabei spielt der Darm eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit: Seine Bakterienstämme sorgen dafür, dass unsere Immunabwehr funktioniert und sogar unsere Psyche profitiert von einer gesunden Darmflora. Sprich deshalb unbedingt mit deinem Arzt, wenn du über längere Zeit an Verstopfung, Magenkrämpfen oder Durchfall leidest. Mit unserer Kampagne „Deutschland, wir müssen über Gesundheit reden“ unterstützen wir einen offenen Umgang mit vermeintlichen Tabu-Themen.

Manchmal bringt auch eine Ernährungsumstellung wieder Ruhe in Magen und Darm – ein Weg, auf dem dich unsere Experten gerne unterstützen. Du erhältst eine persönliche Beratung und bekommst viele Tipps rund um deinen neuen Speiseplan.

Eine gute Gesundheit und einen fitten Darm wünscht dir deine AOK Hessen.