Zivilisationskrankheiten: So beugst du Beschwerden vor
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Zivilisationskrankheiten: So beugst du Beschwerden vor

Durch Impfungen, Therapien oder neue OP-Methoden: viele Erkrankungen lassen sich heute verhindern oder gut behandeln. Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen an sogenannten Zivilisationskrankheiten. Dazu zählen etwa Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Diabetes. Diese kommen vor allem in Industrieländern vor und sind das Ergebnis einer ungesunden Lebensweise. Die gute Nachricht: Dein Risiko kannst du minimieren – wir verraten dir, wie.

Welche Zivilisationskrankheiten gibt es?

Zivilisationskrankheiten sind auch als Wohlstandskrankheiten bekannt. Das bedeutet: Sie treten immer öfter in Ländern auf, in denen es vielen Menschen wirtschaftlich gut geht. Wissenschaftler vermuten daher, dass die Lebensumstände dort eine Rolle spielen.

Das sind typische Zivilisationskrankheiten:

  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Karies
  • Übergewicht/Adipositas
  • bestimmte Krebserkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Kurzsichtigkeit
  • Gicht
  • Rückenschmerzen
  • Allergien
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Oft ist auch die Psyche betroffen. Wer dauerhaft gestresst ist, kann psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen entwickeln.

Wie entstehen Wohlstandskrankheiten?

Unsere Lebensgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrhunderten ziemlich verändert. Wenn du Hunger bekommst, machst du einfach deinen Kühlschrank auf. Deine Vorfahren legten dafür noch lange Strecken zurück und ernährten sich von dem, was die Natur gerade hergab. Heute essen wir dagegen eine Menge verarbeitete Lebensmittel, die oft versteckten Zucker enthalten. Gleichzeitig kommt die Bewegung zu kurz. Viele Menschen sitzen den ganzen Tag im Büro und verbringen ihre Abende mit dem Handy auf der Couch statt im nächsten Fitnessstudio. Außerdem verlangt das Berufsleben vollen Einsatz: Viele Meetings, ständiger Erwartungsdruck und täglich unzählige neue Reize versetzen dich in konstante Anspannung. Vielleicht versuchst du sie zu lösen, indem du eine Zigarette rauchst oder zu Wein und einer Schokoladentafel greifst. Auch das hat auf Dauer aber einen negativen Einfluss auf deine Gesundheit. Dazu kommen äußere Faktoren. Verkehr und Industrie verschmutzen die Umwelt und sorgen für eine große Lärmbelastung. Und in deiner Plastik-Tupperdose oder Textilien wie deiner Lieblingsjeans stecken oft giftige Stoffe wie Weichmacher.

Was macht Zivilisationskrankheiten so gefährlich?

Zivilisationskrankheiten sind nicht zu unterschätzen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in Deutschland und vielen anderen Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Das liegt daran, dass sie oft mit lebensbedrohlichen Folgen einhergehen – beispielsweise mit einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. Umso wichtiger ist die Prävention. Die WHO empfiehlt betroffenen Ländern, etwa in Ernährungs- und Bewegungs-Programme zu investieren und Werbung für Tabak und Alkohol einzuschränken. Du kannst jedoch auch ganz von allein aktiv werden und so dein Risiko zu erkranken minimieren.

Zivilisationskrankheiten: Ernährung ist entscheidender Faktor

Wie du dich ernährst, hat einen großen Einfluss auf dein Wohlbefinden. Dein Speiseplan sollte dafür möglichst gesund und ausgewogen sein. Das senkt dein Diabetes-Risiko und hilft dir, überflüssiges Gewicht zu verlieren. Achte beim Kochen darauf, wenig Industriezucker zu verwenden und setze stattdessen auf Obst, Gemüse und wichtige Ballaststoffe wie Vollkornprodukte. Mandeln, Cashews oder Walnüsse sind vollwertige Snacks – die du in kleinen Mengen ruhig täglich genießen kannst. Ein Schokoriegel oder ein paar Chips zum Fernsehabend sind ab und zu natürlich in Ordnung. Hier kommt es auf die Menge an und wie regelmäßig du zu ungesunden Lebensmitteln greifst. Alkohol stufen verschiedene Studien nur in sehr geringen Dosen als unschädlich ein. Maximal zwölf Gramm reinen Alkohol pro Tag sollten Frauen zu sich nehmen – das entspricht einem kleinen Glas Wein. Bei Männern sind es 24 Gramm – also zwei kleine Gläser Bier. Und auf Zigaretten verzichtest du möglichst ganz.

Gemüse

Pass deinen Lebensstil an, statt Medikamente zu nehmen

Du sitzt in deinem Job mehrere Stunden am Tag? Plane dir einmal pro Stunde eine kleine Pause ein, in der du etwa eine Runde durchs Büro drehst oder fünf Kniebeugen machst. Dein Körper freut sich über alle Arten der Bewegung – Sport ist dafür nicht unbedingt nötig. Anstatt nach Feierabend eine Stunde auf dem Tennisplatz zu verbringen, kannst du auch zügig spazieren gehen oder eine gemütliche Fahrradtour machen. Studien zeigen: Bereits eine halbe Stunde Bewegung am Tag genügt, um die Zeit in deinem Bürostuhl wieder auszugleichen. Integriere die aktiven Minuten einfach in deinen Alltag: Starte eine kleine Dance-Session, während du das Badezimmer putzt oder tobe ausgelassen mit deinen Kindern. Jede kurze Bewegungseinheit aktiviert deine Muskeln und regt den Stoffwechsel an. So reduziert sich dein Risiko, schwer zu erkranken.

Eine Lebensumstellung hilft unter Umständen auch, wenn du bereits an einer Zivilisationskrankheit leidest. Beispielsweise beruhigst du deinen Reizdarm mit einer speziellen Low-FODMAP-Diät. So sparst du dir unnötige Medikamente, die in zu großer Menge schädlich sein können. Sie treten manchmal in Wechselwirkung miteinander, heben Wirkungen auf oder verstärken sie unnötig. Sprich dich am besten immer mit deinem Arzt ab, bevor du ein neues Präparat einnimmst. In manchen Fällen ist es sinnvoll, gemeinsam einen Medikationsplan zu erstellen.

So einfach gewöhnst du dich an eine gesunde Lebensweise

Um fit und gesund zu bleiben, reichen kleine Veränderungen in deinem Tagesablauf aus. Mach zum Beispiel jeden Abend einen langen Spaziergang oder melde dich bei einem unserer Bewegungskurse an. Dabei stärkst du deine Muskeln, verlierst ein paar Pfunde und reduzierst dein Stresslevel. Und mit den Tipps aus unseren Ernährungskursen wird dein Speiseplan richtig ausgewogen. Oft hilft es schon, wenn du deinen Zuckerkonsum reduzierst und auf alternative Süßungsmittel zurückgreifst. Bei Kindern solltest du besonders auf eine gesunde Ernährung achten. Sie brauchen Nährstoffe und Vitamine, um zu wachsen und sich gut zu entwickeln. Mit leckeren Erdbeeren, saftigen Tomaten oder knusprigem Vollkornbrot kannst du deinen Nachwuchs bestimmt überzeugen.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.