Augentraining: So stärkst du deine Sehkraft
Selbsthilfe

Augentraining: So stärkst du deine Sehkraft

Ob Computer, Tablet, Smartphone oder Fernseher: Große und kleine Bildschirme begleiten uns durch den modernen Alltag. Sie ziehen unsere Blicke auf sich, denn über visuelle Medien nehmen wir wichtige Informationen für viele Bereiche unseres Lebens auf. Diese neuen Sehgewohnheiten verlangen unseren Augen jedoch einiges ab und können auf Dauer unsere Sehkraft beeinträchtigen. Gerade junge Menschen leiden heute immer häufiger unter Kurzsichtigkeit.

Die gute Nachricht: Du kannst diesen negativen Auswirkungen gezielt entgegenwirken. Hier erfährst du, wie das Sehen funktioniert und welche Faktoren deine Sehkraft beeinträchtigen können. Anschließend lernst du drei leichte Übungen, mit denen du eine Sehschwäche lindern und deine Sehleistung optimieren kannst.

Eine starke Verbindung – Auge und Gehirn sind Teamplayer

Die Netzhaut ist hauchdünn und ein Teil des Gehirns. Sie leitet Informationen wie Helligkeit, Farbe, Form und Entfernung an verschiedene Areale im Gehirn weiter, die diese verarbeiten und auswerten. Hier findet der größte Teil des Sehprozesses statt. Aus den unterschiedlichen Bildern der beiden Augen errechnet unser Gehirn ein räumliches Bild.

Wo bin ich? Was passiert gerade hier? Was ist bekannt und was ist neu? All diese Fragen klärt das Gehirn innerhalb weniger Millisekunden und leitet entsprechende Reaktionen ein. Der einfache Prozess des Sehens ist also ein hochkomplexer Zusammenschluss aus zahlreichen kleinen Vorgängen.

Neue Anforderungen, neue Sehgewohnheiten – was deine Augen heute leisten

Stundenlang blicken wir im Laufe des Tages auf verschiedenste Bildschirme. Diese neue Sehgewohnheit bringt drei Faktoren mit sich, die dazu führen, dass wir unsere Augen auf unnatürliche Weise beanspruchen:

1. Wir blicken auf direkte Lichtquellen. Moderne Bildschirme leuchten in satten Farben. Das ist für deine Augen eine Belastung, denn sie sind darauf ausgelegt, reflektiertes Licht aufzunehmen. Beim Sehen verbrauchen wir zudem Sehfarbstoff, der kurze Phasen von Dunkelheit benötigt, um sich zu erneuern. Gerade das fehlt häufig bei der Arbeit am Bildschirm.

2. Wir blicken weniger in die Ferne. Visuelle Medien zeigen uns relevante Informationen im Nahbereich. Im Laufe der Zeit gewöhnen sich die Augen an diese Anforderungen. Sie spezialisieren sich auf die kurze Sicht, benötigen für den Blick in die Ferne jedoch Unterstützung.

3. Wir blinzeln weniger. Hast du schon versucht, das Blinzeln zu unterdrücken und die Augen offen zu halten? Innerhalb weniger Sekunden beginnen deine Augen zu brennen und zu tränen. Der Lidschlag hält deine Augen feucht und schützt sie vor Staub und Bakterien. Während wir sonst etwa zwölfmal pro Minute blinzeln, sind es bei fokussierter Bildschirmarbeit nur noch vier Lidschläge pro Minute oder weniger. Trockene und müde Augen können die Folge sein.

Fehlsichtigkeit – das sind die drei häufigsten Sehschwächen

Deine Sehgewohnheiten beeinflussen, wie sich deine Sehfähigkeiten entwickeln. Gerade junge Menschen, die mit visuellen Medien aufwachsen, entwickeln immer häufiger auch eine Sehschwäche. Wir unterscheiden in erster Linie unter den drei folgenden Varianten von Fehlsichtigkeit:

  • Kurzsichtigkeit nimmt in Deutschland heute am stärksten zu. Kurzsichtige Menschen können alles, was nah ist, sehr gut sehen. Alles, was hingegen in der Ferne liegt, bleibt unscharf.
  • Menschen, die an einer Alterssichtigkeit leiden, haben mit zunehmendem Alter Probleme, im Nahbereich scharf zu sehen. Der Linsenmuskel, der für den Wechsel zwischen der Nah- und Fernsicht zuständig ist, verliert seine Elastizität und erstarrt. Die Menschen benötigen eine Sehhilfe, um zwischen Nah- und Fernsicht umzuschalten.
  • Weitsichtige Menschen können mit Schärfe in die Ferne sehen, haben jedoch Schwierigkeiten, im Nahbereich scharf zu sehen.

Augentraining – kleine Übungen mit großer Wirkung

Leichte Übungen zwischendurch entspannen deine Augen, stärken deinen Sehsinn und helfen dir dabei, einer Fehlsichtigkeit vorzubeugen:

Übung 1: Nach Lust und Laune gähnen

Ja, du hast richtig gelesen. Bei der ersten Übung geht es darum, regelmäßig hemmungslos und mit weit geöffnetem Kiefer zu gähnen. Das befeuchtet deine Augen und dein Körper nimmt ein Maximum an Sauerstoff auf.

Zusätzlich kannst du den Bereich rund um deine Augen und deinen Kiefer eine Minute lang leicht mit den Fingerkuppen abklopfen. Das lockert die Muskulatur und fördert die Durchblutung.

Übung 2: Königshaltung – entspannt deinen Nacken

Dein Hals ist ein wichtiger Knotenpunkt. Viele Blutgefäße laufen hier entlang, die dein Gehirn und auch deine Augen mit Blut versorgen. Damit das Blut ungehindert fließen kann, optimierst du mit dieser Übung deine Haltung.

  1. Stell dir einen gespannten Faden vor, der die höchste Stelle deines Hinterkopfes mit der Decke verbindet.
  2. An diesem Faden richtest du dich nun aus. Er hält dich in einer aufrechten Sitzposition.
  3. Deine Schultern lassen dabei locker und dein Nacken entspannt sich.

Übung 3: Optisches Fasten

Mit dieser Übung gibst du deinen Augen eine kleine Pause, sodass sie entspannen und regenerieren können.

  1. Setze dich aufrecht und entspannt hin.
  2. Reibe nun deine Hände so lange aneinander, bis sie warm werden und sich die Haut weich anfühlt.
  3. Lege deine Hände nun über deine geschlossenen Augen und atme mindestens achtmal tief ein und aus.

Übung 4: Der Blick in die Ferne

Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, um ganz bewusst mit den Augen zu blinzeln und Gegenstände in der Ferne zu fokussieren. Auch bei dieser Übung können deine Augen entspannen.

Ein entspanntes und wachsames Auge wünscht dir deine AOK Hessen

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