Autoimmunerkrankungen: Krieg im eigenen Körper
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Autoimmunerkrankungen: Krieg im eigenen Körper

Schuppenflechte, Rheuma oder Morbus Crohn sind Krankheiten, die uns leider immer wieder im Bekanntenkreis oder familiären Umfeld begegnen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie gehören zu den Autoimmunkrankheiten. Was hat es mit ihnen auf sich? Wir vermitteln dir einen Überblick und stellen dir die wichtigsten Fakten zu den häufigsten Autoimmunkrankheiten vor.

Der Körper bekämpft sich selbst

Normalerweise schützt uns unser Immunsystem vor Infektionen, die durch die Aufnahme von Bakterien, Viren oder Parasiten in unserem Körper entstehen. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem jedoch gegen das körpereigene Gewebe, da die Abwehrkräfte falsch programmiert sind. Auf diese Weise kommt es zu Entzündungen. Manchmal sind diese harmlos, sie können aber auch gravierende Folgen für die Gesundheit haben.

Es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die zu den Autoimmunkrankheiten gehören. Medizinforscher zählen zwischen 60 und 80 verschiedene Autoimmunkrankheiten. Je nach Erkrankung kann ein bestimmtes Organ oder der gesamte Körper betroffen sein. In Studien wurde herausgefunden, dass etwa drei Prozent der Bevölkerung von Autoimmunkrankheiten betroffen sind – in Deutschland sogar vier bis fünf. Dabei sind die Gründe für eine Erkrankung noch unklar: Es stehen sowohl eine genetische Prädisposition, also eine angeborene Veranlagung, als auch die Folge von schweren Infektionen im Verdacht, der Auslöser zu sein.

Rheuma, Schuppenflechte & Co.

Hier die häufigsten der vielen unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen:

  • Rheumatoide Arthritis
    Umgangssprachlich „Rheuma“; Abwehrzellen greifen Gelenkinnenhäute an. Rheuma beginnt mit Entzündung und Anschwellen von Händen und Füßen
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
    Erkrankung der Haut, bei der sich Entzündungsherde bilden, die entweder gerötet oder stark schuppend sind; ist häufig mit Juckreiz verbunden
  • Darmerkrankungen
    Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa; typische Symptome sind Durchfall, Bauchschmerzen und Darmblutungen
  • Multiple Sklerose
    Wird von Ärzten auch Encephalomyelitis disseminata (ED) genannt und bezeichnet im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündungen mit unterschiedlichen Symptomen
  • Diabetes Typ 1
    Die Bauchspeicheldrüse wird angegriffen und geschwächt; das Hormon Insulin wird nicht mehr ausreichend produziert; Betroffene müssen sich Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren (Typ-2-Diabetes ist keine Autoimmunerkrankung und hat andere Ursachen)
  • Zöliakie
    Entzündliche Darmerkrankung, die durch den Verzehr von glutenhaltigen Speisen ausgelöst wird; beim Verzehr von Gluten können Bauchschmerzen und Durchfall die Folge sein

Leider sind Autoimmunerkrankungen nicht heilbar. Der Krankheitsverlauf ist bei jedem Patienten sehr individuell ausgeprägt. Die meisten Erkrankungen können mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt und Beschwerden auf diese Weise zumindest gelindert werden.

In unserem Erklärvideo über Zöliakie kannst du sehen, was in deinem Körper bei einer Glutenunverträglichkeit passiert. Auch zum Thema Rheuma und Reduzierung von Rheumaschüben kannst du bei uns mehr erfahren. Um die Krankheitsverläufe positiv zu beeinflussen, werden in der Regel Immunsuppressiva angewendet.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.