Babyleicht: Schwangerschaftsdiabetes kann behandelt werden
Warnzeichen/Krankheiten

Babyleicht: Schwangerschaftsdiabetes kann behandelt werden

Du bist schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Du erlebst eine unkomplizierte Schwangerschaft und auf einmal bekommst du die Diagnose: Schwangerschaftsdiabetes!

Aber keine Sorge, der Schwangerschaftsdiabetes ist eine vorübergehend auftretende Sonderform des Diabetes mellitus, die bei etwa 3,7 % der Schwangeren auftritt. Anfangs verläuft er weitgehend symptomlos, jedoch kann er zu Komplikationen für Mutter und Kind führen, wenn er nicht behandelt wird.

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann heute frühzeitig erkannt werden, weil ab der 24. Schwangerschaftswoche standardmäßig ein Diabetes-Suchtest durch den Frauenarzt durchgeführt wird. Wenn die Diagnose feststeht, dann erhältst du auch eine Überweisung zum Diabetologen, der dich genauer bezüglich deiner Ernährung während der Schwangerschaft berät. In vielen Fällen genügt eine Anpassung der Ernährungsweise, um den Blutzucker zu senken. Es kann aber auch sein, dass du vorübergehend Insulin spritzen musst. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung des Kohlenhydrat-(Zucker-)Stoffwechsels.

Ursache hierfür ist das Fehlen oder die verminderte Wirksamkeit des Hormons Insulin, das den Einbau von Glukose (Zucker) in die Körperzellen steuert. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel.

Schwangerschaftsdiabetes

Eine Sonderform des Diabetes mellitus ist der Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes). So bezeichnet man eine Kohlenhydratstoffwechselstörung, die ausschließlich während der Schwangerschaft besteht.

Die Ursachen sind vor allem Hormonumstellungen, die sich auf den Insulinstoffwechsel auswirken. Hinzu kommen oft eine genetische Veranlagung, starkes Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil. Auch ein höheres Lebensalter der werdenden Mutter verschlechtert die Anpassungsfähigkeit an den erhöhten Insulinbedarf. Zunehmend wird durch das gesetzliche Screening während der Schwangerschaft auch ein bisher unbemerkter Diabetes mellitus Typ 2 entdeckt – dieser fällt dann allerdings nicht mehr unter den Überbegriff „Schwangerschaftsdiabetes“.

Die Hormone können wir nicht beeinflussen, wohl aber die Ernährung: In den meisten Fällen genügt zur Therapie bereits eine Ernährungsumstellung. Reicht dies allerdings nicht aus, muss zusätzlich Insulin gespritzt werden.

Folgen für Mutter und Kind

Ein Gestationsdiabetes verschwindet einige Zeit nach der Geburt wieder, hat aber vor allem Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes und dessen späteres Risiko für Übergewicht und Stoffwechselstörungen, z. B. auch für Diabetes. Darüber hinaus stellt ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes auch ein erhöhtes Risiko für den Schwangerschaftsverlauf und die Geburt dar. Aus diesen Gründen soll unbedingt eine Therapie erfolgen. Da die Nährstoffe über den Mutterkuchen und die Nabelschnur auf das Kind übergehen, reagiert es auf die hohen Blutzuckerwerte mit einer erhöhten Insulinproduktion und baut den Zucker als Fett in den eigenen Körper ein. Da Insulin das Wachstum anregt, ist das Kind einer nicht behandelten Frau mit Schwangerschaftsdiabetes nicht nur dicker, sondern auch größer als Kinder gesunder Frauen.

Symptome beim Schwangerschaftsdiabetes

Die typischen Symptome eines Diabetes mellitus, wie starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Schwäche, sind hier jedoch häufig nur sehr mild ausgeprägt und werden im Zusammenhang mit der Schwangerschaft anders gedeutet. Auf einen Schwangerschaftsdiabetes können aber folgende Symptome hindeuten:

  • Häufige Harnwegsinfekte oder Scheidenentzündungen
  • Gesteigerte Fruchtwassermenge (kann im Ultraschall festgestellt werden)
  • Übermäßige Zunahme bei Gewicht und Bauchumfang und beschleunigtes Wachstum des Kindes
  • Bluthochdruck

Risikofaktoren:

  • Wenn bereits deine Eltern oder Geschwister an einer Form des Diabetes mellitus erkrankt sind
  • Wenn du an Übergewicht leidest
  • Wenn du zum Zeitpunkt deiner Schwangerschaft älter als 30 Jahre bist
  • Wenn eines deiner Kinder bereits ein Geburtsgewicht von mehr als 4.500 g hatte
  • Wenn du bei der eigenen Geburt mehr als 4.325 g gewogen hast

Untersuchungen und Diagnose

Dein Ansprechpartner ist ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Gynäkologe). Dieser führt während der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche einen Diabetes-Test durch, welcher für jede Schwangere von den Krankenkassen bezahlt wird.

Der Arzt erhält durch die genaue Schilderung deiner Beschwerden wichtige Informationen. Mögliche Fragen können hierbei sein:

  • Verspürst du ein ausgeprägtes Durstgefühl?
  • Leidest du unter Müdigkeit und Konzentrationsschwäche?
  • Ist dir häufig schwindelig?
  • Leidest du unter Sehstörungen?
  • Leidest du vermehrt unter Harnwegsinfekten oder Scheidenentzündungen?

Der Frauenarzt wird dich daraufhin körperlich untersuchen. Zur Abklärung eines Schwangerschaftsdiabetes wird er mit dir einen erneuten Termin zur Blutabnahme und zum oralen Zuckerbelastungstest vereinbaren.

Behandlung und Ernährung

Zur Therapie eines diagnostizierten Gestationsdiabetes musst du deine Ernährung umstellen. Das bedeutet nicht, dass du hungern sollst, sondern vielmehr auf eine bedarfsgerechte Ernährung achtest, die dir ein Diabetologe empfiehlt.

Sofern dein Diabetologe bzw. dein Gynäkologe nichts Abweichendes empfohlen haben, bieten auch die folgenden allgemeinen Ernährungstipps eine gute Orientierung:

  • Während der 1. Hälfte der Schwangerschaft ist dein täglicher Energiebedarf nicht erhöht.
  • Während der 2. Hälfte sollten täglich etwa 100–300 kcal zusätzlich zugeführt werden. Die Nahrung auf deinem Teller sollte möglichst abwechslungsreich sein.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie ungezuckerten Getränken ist ratsam. Dagegen solltest du weitestgehend auf Fruchtsäfte und Weißmehlprodukte verzichten.
  • Alkohol sollst du während der Schwangerschaft unbedingt weglassen.
  • Sofern dein Arzt keine körperliche Schonung empfiehlt – wird dir regelmäßige Bewegung guttun.

Wie gesagt, der Gang zum Arzt ist unerlässlich. Bitte halte dich stets an den Rat des Arztes.

Schwangerschaftsdiabetes im Verlauf

Da sich dein Hormonhaushalt nach der Entbindung langsam wieder normalisiert, verschwindet auch meist der Schwangerschaftsdiabetes. Bis es so weit ist, wird der Blutzucker noch weiter kontrolliert. Ab wann die Insulintherapie bzw. die Ernährungsumstellung beendet werden können, stimmst du mit deinem Diabetologen ab.

Es besteht jedoch in darauffolgenden Schwangerschaften ein um ca. 50 % erhöhtes Risiko für dich, erneut an Gestationsdiabetes zu erkranken. Unabhängig von weiteren Schwangerschaften besteht nach einem Schwangerschaftsdiabetes statistisch ein erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes. Durch viel Bewegung und eine gesunde vollwertige Ernährung kannst du dem Diabetes jedoch effektiv vorbeugen!

Sicherlich ist es angenehmer, wenn werdende Mütter sich nicht auch noch um ihren Blutzuckerspiegel kümmern müssen. Ein Schwangerschaftsdiabetes ist aber dennoch kein Grund zur Beunruhigung! Wird er frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, kannst du auch mit Gestationsdiabetes deine Schwangerschaft genießen und dir und deinem Baby die nötige Entspannung gönnen!

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Eine angenehme Schwangerschaft und gute Gesundheit für dich und dein Kind wünscht dir deine AOK.

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