Babys erste Zähne: Das ist beim Zahnen und Putzen wichtig
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Babys erste Zähne: Das ist beim Zahnen und Putzen wichtig

Dein Baby kaut neuerdings auf allem herum, was es zu fassen bekommt – und es sabbert und quengelt viel? Das kann bedeuten, dass der erste Zahn durchbricht. Die nächsten Wochen werden vermutlich etwas ungemütlicher für euch werden, aber du kannst es deinem Kind leichter machen. Schon jetzt solltest du mit der richtigen Zahnpflege beginnen. Damit schaffst du die Grundlage für lebenslang schöne und gesunde Zähne. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deinem Baby das Zahnen erleichterst und später dein Kind beim Putzen spielerisch einbeziehst.

Wann bekommt ein Baby die ersten Zähne?

Jedes Baby kommt mit Milchzähnen auf die Welt, sie sind in den Kieferknochen angelegt. Der erste Zahndurchbruch der Schneidezähne erfolgt meist zwischen dem 5. und 7. Monat. Die vorderen Backenzähne werden dann zwischen dem 12. und 18. Monat sichtbar, die Eckzähne (Augenzähne) erst zwischen dem 14. und 20. Monat. Um den dritten Geburtstag sind meist alle 20 Milchzähne da. Aber wie immer gibt es auch beim Zahnen Ausnahmen: Mach dir keine Sorgen, wenn der Prozess bei deinem Kind später einsetzt und etwas länger dauert.

Erste Hilfe beim Zahnen

Auch wenn du dich vermutlich darüber freust, weil das Babylächeln nun noch süßer aussieht: Für dein Kleines ist diese Zeit sehr anstrengend. Das Zahnfleisch drückt und spannt, wenn sich Zähne durchkämpfen. Woran erkennst du das?

Diese Signale deuten darauf hin, dass dein Baby zahnt:

  • Es schläft unruhig.
  • Es quengelt mehr.
  • Es ist anfälliger für Infekte.
  • Der Speichelfluss verstärkt sich und das Baby beißt auf Gegenständen herum.
  • Die Zahnleisten sind gerötet und geschwollen, häufig sind auch die Wangen gerötet.
  • Außerdem kann es erhöhte Temperatur, einen veränderten, häufig flockigen Stuhl und einen wunden Mund und Po haben.

So kannst du die Schmerzen deines Babys lindern:

  • Tauche einen sauberen Finger in kühles Wasser und massiere das Zahnfleisch. Alternativ gibt es dafür genoppte Fingerhüte im Drogeriemarkt oder in der Apotheke.
  • Deinem Baby tut es gut, wenn es auf härteren Dingen kaut – wie ein kühler Beißring oder ein mit kaltem Wasser getränkter Waschlappen. Beim Beißring solltest du darauf achten, dass keine Weichmacher wie PVC enthalten sind.
  • Leidet das Kind sehr, kannst du ein schmerzstillendes Zahnungsgel oder Zahnungstropfen aus der Apotheke verwenden. Achte darauf, dass kein Zucker, Alkohol oder Menthol enthalten ist.

Neigt dein Baby zu verstärktem Speichelfluss, ziehe ihm ein Halstuch an. So bleibt der Strampler trocken und es erkältet sich nicht durch die Feuchtigkeit im Brustbereich.

Wie Eltern Baby- und Kinderzähne richtig putzen

Sobald sich das erste Zähnchen zeigt, ist es Zeit für die Zahnpflege. Du tust deinem Kind etwas Gutes, wenn du gleich loslegst, das verhindert Karies.

Bei Babys und Kindern bis zwei Jahren: Kaufe dir eine Fingerzahnbürste und wische die Zähnchen morgens und abends mit Wasser sauber. Ab dem zweiten Zahn brauchst du eine Kinderzahnbürste mit kleinem Kopf und weichen Borsten. Gib einen erbsengroßen Klecks Kinderzahnpasta darauf und bürste die Zähnchen einmal täglich behutsam mit kreisenden Bewegungen, zum Beispiel abends. Morgens putzt du die Zähne nur mit Wasser.

Bei Kleinkindern ab zwei bis drei Jahren: Ab dem zweiten Geburtstag verwendest du morgens und abends einen erbsengroßen Klecks Zahnpasta zum Zähneputzen. Wähle eine Kinderzahnbürste mit längeren Borsten, schmalem Kopf und dickerem Griff. Die können die Kleinen besser greifen. Jetzt wollen sie oft mithelfen, lass dein Kind einfach machen! Du solltest aber in jedem Fall nachputzen – erst ab der Grundschule sind Kinder motorisch in der Lage, ihre Zähne richtig zu putzen.

Zähneputzen: So macht’s den Kleinen mehr Spaß

Zähneputzen ist für Kinder nicht gerade eine tolle Beschäftigung – und wird dadurch für die Eltern oft zur Herausforderung. Du kannst deinen Kleinen Lust darauf machen, indem du ein schönes Ritual schaffst. Du kannst dabei etwas vorlesen, den Zähnen (Tier-)Namen geben oder das Putzen in Spiele einbetten. Zuerst darf es zum Beispiel Mamas oder Papas Zähne bürsten, dann umgekehrt. Lustig finden Kinder auch Sprüche oder Lieder, zum Beispiel:

  • Den Reim „Ritsche, ratsche, hin und her, Zähneputzen ist nicht schwer. Kreise, kreise, rundherum, Zähneputzen ist nicht dumm. Wir fegen aus, wir fegen aus, die Krümel müssen alle raus.“
  • Das Lied zur Melodie von „Ein Männlein steht im Walde“: „Wir putzen unsere Zähne von Rot nach Weiß. Wir führen unsere Bürste stets rund im Kreis. Morgens, wenn ich früh aufsteh, abends, wenn zu Bett ich geh, putz ich meine Zähne so weiß wie Schnee.“

Damit ein Ritual entsteht, solltest du immer zur gleichen Zeit putzen, etwa morgens nach dem Anziehen und abends vor dem Schlafengehen.

Baby Zähne: Wann beginnt die Vorsorge beim Zahnarzt?

Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen, zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat zum ersten Mal zum Kinderzahnarzt zu gehen. So können Krankheiten frühzeitig erkannt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für sechs Checks bis zum 6. Lebensjahr, davon drei im Kleinkindalter. Folgende Untersuchungen sind vorgesehen:

  • Erste Untersuchung: vom 6. bis zum vollendeten 9. Lebensmonat
  • Zweite Untersuchung: vom 10. bis zum vollendeten 20. Lebensmonat
  • Dritte Untersuchung: vom 21. bis zum vollendeten 33. Lebensmonat
  • Bis zum sechsten Lebensjahr finden drei weitere Zahnvorsorgeuntersuchungen statt.

Bei den ersten Zahnarztbesuchen ist es wichtig, dass dein Kind möglichst wenig Angst und wenigstens ein bisschen Spaß hat. Bereite dein Kleines spielerisch auf die Untersuchung vor. Du kannst es zum Beispiel beim ersten Mal auf den Schoß nehmen und zusammen auf dem Zahnarztstuhl Platz nehmen. Oder es darf vorher zu Hause deine Zähne untersuchen, während du flach auf dem Boden liegst.

Fluoride in der Kinderzahnpasta: Ja oder nein?

Das Mineralsalz Fluorid härtet Zähne und macht sie widerstandsfähig gegen Säuren und Bakterien. Hartnäckig hält sich allerdings die Befürchtung, dass Fluorid schädlich sei, wenn es geschluckt wird. Das liegt daran, dass es oft mit dem giftigen Gas Fluor verwechselt wird. Eltern geben deshalb Kindern oft lieber Fluoridtabletten. Nach Ansicht von Zahnärzten schützt aber Fluorid-Zahnpasta nachhaltiger vor Karies als Tabletten – und zwar ab dem ersten Zähnchen.

Eltern sollten eine Kinderzahnpasta mit einem Fluroridanteil von 0,05 Prozent wählen – und am besten ohne Frucht- oder Bonbongeschmack, denn das verführt die Kleinen zum Schlucken. Bis zum Alter von zwei Jahren reicht einmal täglich ein dünner Film Fluoridzahnpasta auf der Bürste, etwa abends. Morgens genügt es auch in diesem Alter, wenn du mit Wasser putzt. Ab zwei Jahren nimmst du am besten morgens und abends eine erbsengroße Menge Fluorid-Zahnpasta.

Kinderzähne und Zucker: Was Eltern wissen sollten

Für die Zahnpflege ist es wichtig, dass dein Kind möglichst wenig Zucker zu sich nimmt. Er ist nicht nur in Schokolade oder Eis enthalten. Zucker versteckt sich oft in Säften, Fruchtjoghurts, Brei und in Gläschen hinter Namen wie Glucose, Fructose oder Saccharose. Du solltest lieber zu Alternativen greifen, etwa ungesüßtem Obstbrei. Vor dem ersten Geburtstag sollte ein Baby gar keine Süßigkeiten bekommen, ältere Kinder nur hin und wieder in kleinen Mengen.

Gut zu wissen: Die Nuckelflasche schadet den Zähnen, ob nun süßer Saft oder Wasser darin ist. Umspült die Flüssigkeit dauernd die Zähne, kann sie den Zahnschmelz zerstören. Besser ist es, wenn das Kind aus einem Becher trinkt. Das können die meisten Kleinen ab einem Jahr.

Spezialfall Kreidezähne: Wie du sie erkennst

Selbst wenn die Eltern immer auf gute Zahngesundheit achten, können Kinder später poröse Zähne bekommen, sogenannte Kreidezähne. Rund 30 Prozent der Zwölfjährigen in Deutschland sind betroffen. Bei der „Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation“ haben einige der bleibenden Zähne gelblich-braune Stellen und sind schmerzempfindlich. Ihr Zahnschmelz enthält zu wenig Kalzium und Phosphat und kann die Zähne nicht genug schützen.

Bislang sind die Ursachen noch unklar. Weichmacher in Kunststoffverpackungen, Komplikationen bei der Entbindung oder Medikamente könnten eine Rolle spielen. Prävention ist deshalb schwierig. Als Mutter oder Vater kannst du nur die Zähne deines Kindes genau ansehen. Achte darauf, ob es Schmerzen beim Zähneputzen oder bei heißen und kalten Lebensmitteln hat. Der Zahnarzt kann Kreidezähne zum Beispiel mit Fluoridlack behandeln.

Gesunde Zähne von klein auf: Mit gutem Vorbild vorangehen

Zeigt sich das erste Zähnchen im Mund des Babys, ist es Zeit, mit der Zahnpflege anzufangen. Startest du früh, schaffst du optimale Voraussetzungen, damit es auch als Erwachsener gesunde Zähne und ein strahlendes Lächeln hat. Putzt du Sohn oder Tochter regelmäßig die Zähne mit Fluoridzahnpasta und gibst ihm oder ihr wenig Zucker, muss der Kinderzahnarzt wahrscheinlich nicht viel machen.

Sei außerdem immer ein gutes Vorbild: Lass das Kind zuschauen, wenn du deine Zähne pflegst. Oder die ganze Familie schafft ein neues Ritual und putzt immer zusammen! Bei allen Fragen rund um die Zahngesundheit von Babys und Kindern ist die AOK Hessen für dich da, zum Beispiel am Baby-Telefon.

Deinem Kind und dir gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.

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