Bist du nur schlecht drauf oder schon depressiv?
Selbsthilfe

Bist du nur schlecht drauf oder schon depressiv?

„Bin ich etwa depressiv?“ – hast du dir diese Frage in letzter Zeit mal gestellt? In deinem Leben läuft gerade nicht alles rund und es geht dir nicht gut? Da ist es ganz normal, mies drauf zu sein. Nach kurzer Zeit geht das vorüber. Oder doch nicht? Vielleicht bist du unsicher, ob du nur missmutig oder schon depressiv bist. Keine Sorge, das geht vielen so. Schlechte Laune allein ist noch lange keine Depression. Doch wie unterscheidet sich eine echte Depression von einer leichten seelischen Verstimmung?

Unser Leben ist ein Wechselspiel von guten und schlechten Tagen. Manchmal läuft es einfach nicht gut. Dass du auf belastende Ereignisse und Probleme sauer oder niedergeschlagen reagierst, ist völlig normal. Dunkle Stimmungen gehören zu unserer emotionalen Grundausstattung. Sie vergehen innerhalb überschaubarer Zeit wieder. Hält deine negative Stimmung jedoch länger an und empfindest du deine Lage zunehmend als ausweglos, solltest du genauer hinschauen. Denn eine depressive Verstimmung kann sich zu einer echten Depression entwickeln. Im Gegensatz zu einem vorübergehenden „Durchhänger“ kann eine Depression dein Fühlen, Denken und Verhalten langfristig und tiefgreifend beeinflussen. Manchmal ist die Grenze schwer zu ziehen.

Solltest du solche Symptome bei dir feststellen, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass du an einer sogenannten medizinischen Depression leidest. Allerdings solltest du deinen Arzt zur Rate ziehen, wenn über einige Wochen vier der beschriebenen Symptome dauerhaft bestehen, darunter zwei Hauptsymptome wie Antriebsmangel, Interesselosigkeit oder Niedergeschlagenheit. Er kann bestätigen, ob wirklich eine Depression vorliegt.

Männer sind anders depressiv

Übrigens: Bei Männern ist eine Depression oft schwer zu erkennen. Sie zeigt sich nicht immer durch die typischen Symptome wie Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. Stattdessen können Männer gereizt, aufbrausend oder aggressiv reagieren. Betroffene bekommen oft wegen Kleinigkeiten Wutanfälle. Einige gehen hohe Risiken ein, etwa beim Sport oder Autofahren. Andere neigen dazu, ihren Kummer zu „ertränken“, indem sie vermehrt Alkohol oder Drogen konsumieren.

Depressive Verstimmung erkennen

Eine vorübergehende depressive Verstimmung ähnelt den Symptomen einer Depression. Doch keine Sorge. Solange dein Selbstwertgefühl und deine Lebensfreude grundsätzlich noch da sind, ist alles im grünen Bereich. Damit aus deiner momentanen Verstimmung keine Depression entsteht, empfehlen wir dir, dich an Vertraute oder deinen Arzt zu wenden. Zusätzlich können körperliche Bewegung und Entspannungsübungen helfen, dass du dich wieder rundum wohlfühlst.

Bei einer seelischen Verstimmung

  • sind die Beschwerden leichter ausgeprägt als bei einer Depression.
  • bestehen Lebensfreude und Lust auf Aktivitäten.
  • kannst du deinen Alltag noch bewältigen.
  • klingen die traurigen Phasen nach kurzer Zeit von alleine wieder ab.
  • sind meist belastende Ereignisse wie Trennungen, Arbeitsplatzverlust oder Krankheiten der Auslöser.

Anpassungsstörung: aus der Bahn geworfen

Irgendwo zwischen Depression und depressiver Verstimmung liegt eine andere psychische Störung, die Anpassungsstörung. Einer Anpassungsstörung geht häufig eine Belastungssituation voraus. Auslöser sind beispielsweise familiäre oder berufliche Probleme, Todesfälle oder ein Wohnortwechsel. Solche Ereignisse können Menschen aus der Bahn werfen. Sie sind damit überfordert, sich an die neue, schwierige Lebenssituation anzupassen. Sie reagieren darauf mit Ängsten, depressiven Verstimmungen und Erschöpfung. Ob eine Anpassungsstörung behandelt werden muss, hängt von den Symptomen ab. Sie ist zudem zeitlich begrenzt und kann wenige Wochen bis einige Monate andauern.

Ein Selbsttest ersetzt nicht den Arztbesuch

Wie findest du heraus, ob du depressiv bist oder nicht? Es gibt zahlreiche Selbsttests, die du anonym und online durchführen kannst. Die darin verwendeten Fragebögen nutzen auch Ärzte und Therapeuten für die Erstdiagnose.

Wichtig: Ein solcher Test kann nur erste Hinweise liefern, aber niemals eine fachliche Diagnose ersetzen. Falls dein Testergebnis auf eine Depression hindeutet, suche einen Arzt oder Therapeuten auf. Vielleicht erleichtert dir die Testauswertung den Einstieg in ein Gespräch.

Ob du an einer Depression leidest oder dich nur in einem vorübergehenden Stimmungstief befindest, kannst du mit unserem Depressions-Selbsttest herausfinden. Möchtest du mit einem Arzt darüber sprechen oder brauchst du weitere Informationen zum Thema Depression, steht dir unser Expertenteam zur Verfügung.

Bitte beachte, dass der Artikel eine medizinische Behandlung und Beratung nicht ersetzt. Zum Wohler deiner Gesundheit solltest du bei Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.

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