Blasenentzündung: Genesung ohne Antibiotika
Selbsthilfe

Blasenentzündung: Genesung ohne Antibiotika

Ein stechender Schmerz beim Wasserlassen, Krämpfe im Unterleib und ein erhöhter Harndrang – die Blasenentzündung (Zystitis) ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten mit unangenehmen Symptomen. Während Männer eher selten betroffen sind, leidet im Schnitt jede zweite Frau in Deutschland einmal im Leben an einer Blasenentzündung. In der Hoffnung auf schnelle Besserung greifen viele zu Antibiotika. Doch es gibt durchaus Alternativen.

Blasenentzündung – Entstehung und Ursache

Die zentrale Ursache für Harnwegsinfekte sind Bakterien, die aus der Darm- in die Scheidenflora geraten. Über die Harnröhre bahnen sie sich ihren Weg in die Blase. Die Länge der Harnröhre ist bei Frauen mit 3 bis 5 Zentimetern im Durchschnitt fünfmal kürzer als die von Männern. Durch die weibliche Anatomie können Bakterien folglich leichter in die Blase geraten. Setzen sie sich hier fest, beginnt der Körper, sie zu bekämpfen. Die Folge: Deine Blasenwand entzündet sich und schwillt an. Eine Harnwegsinfektion in der Schwangerschaft ist ein Sonderfall. Hier solltest du dich unbedingt von deinem Frauenarzt beraten lassen. Da Blasenentzündungen bei Männern seltener sind, sollte auch hier stets ein Arzt der Ursache auf den Grund gehen.

Symptome einer Blasenentzündung

Je früher du eine Blasenentzündung erkennst, desto effektiver kannst du den Krankheitsverlauf abmildern. Folgende Warnsignale können auf eine Blasenentzündung hindeuten:

  • brennende und stechende Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang mit geringen Urinmengen
  • getrübter Urin mit strengem Geruch
  • Bauchkrämpfe und Schmerzen im Nierenbereich

Symptome wie Fieber oder ein klopfender Schmerz im Nierenbereich können auch auf eine Nierenbeckenentzündung hindeuten. In diesem Fall ist der Gang zum Arzt unvermeidbar.

Antibiotika – kurzfristig hilfreich, langfristig folgenreich

Antibiotika verschaffen innerhalb kurzer Zeit Linderung. Allerdings können sie die Blase langfristig anfälliger für Infekte machen. Die Blasenschleimhaut hat eine eigene Schutzschicht, die sie vor Erregern schützt. Greifst du bei einer Blasenentzündung wiederholt zu Antibiotika, können diese den natürlichen Schutzschild der Blase schwächen und durchlässiger für Bakterien machen. Außerdem können die Bakterien langfristig eine Resistenz entwickeln. Die Antibiotika sind dann nicht mehr so wirkungsvoll. Wichtig ist daher, dass die Dosierung bei der erstmaligen Einnahme hoch genug ist und du die verschriebene Menge vollständig einnimmst. Nur so kannst du sicherstellen, dass keine Erreger zurückbleiben. Bitte besprich die genaue Einnahme des Antibiotikums vorab mit deinem Arzt.

Alternative Therapie 1 – die Impfung

Leidest du häufig an Harnwegsinfekten oder Blasenentzündungen, kann eine Impfung sinnvoll sein. Dabei werden dir abgetötete Bakterien injiziert. Diese ermöglichen deinem Körper, den Erreger zu erkennen und eigene Abwehrstoffe gegen ihn zu bilden. So kann sich die natürliche Schutzschicht deiner Blasenwand erholen und in Zukunft besser gegen den Erreger vorgehen. Voraussetzung für die Impfung ist, dass deine letzte Blasenentzündung vollständig ausgeheilt ist. Bitte beachte, dass die Wirksamkeit dieser Impfung derzeit medizinisch noch geprüft wird und noch keine Langzeitstudien vorliegen. Lass dich daher von deinem Arzt zu den Möglichkeiten und Risiken einer Impfung beraten.

Alternative Therapie 2 – Wasserkur mit Natron

Eine Trinkkur mit Natron und Wasser kann ein hilfreiches Hausmittel sein. Dazu löst du zwei Teelöffel Natron in einem großen Glas mit stillem Wasser auf und trinkst dieses. Das Natron kann die Beschwerden beim Wasserlassen lindern und verhindern, dass sich die Bakterien in der Blase festsetzen. Anschließend trinkst du über vier Stunden alle 15 Minuten ein Glas reines Wasser. So kommen insgesamt 4 Liter Wasser zusammen, die natürlich auch wieder raus wollen. Die erhöhte Wasserzufuhr hilft, die Erreger aus dem Körper zu spülen.

Alternative Therapie 3 – dem Körper Ruhe geben

Hast du weder Fieber noch pochende Schmerzen im Nierenbereich, spricht man von einer unkomplizierten Blasenentzündung. In diesem Fall solltest du deinem Körper Ruhe gönnen, damit er sich erholen kann. Die Symptome kannst du mithilfe von Ibuprofen, Paracetamol oder pflanzlichen Heilmitteln behandeln.

So kannst du dich vor einer Blasenentzündung schützen

  • Das Becken warmhalten. Vermeide Unterkühlung und das Sitzen auf kaltem Grund.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr Wasser lassen. Dein Körper spült die Harnwege und befreit sich so von Bakterien.
  • Die Blase bei jedem Toilettengang vollständig entleeren. Zurückbleibende Harnreste können die Verbreitung von Bakterien fördern. Nach dem Wasserlassen einmal kurz aufstehen und wieder hinsetzen. So können auch Urinreste vollständig abfließen.
  • Auf Hygiene achten. Immer vom Scheidenbereich hin zum After abwischen, nicht umgekehrt. So verhinderst du, dass Darmbakterien in die Harnwege geraten.
  • Badesachen nach dem Schwimmen sofort ausziehen. Auf feuchten Badesachen tummeln sich nicht nur Keime, sie kühlen auch deinen Unterleib aus.
  • Über den Tag verteilt auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Entspannung und Erholung stärken das Immunsystem und damit deine natürliche Resistenz gegen Erreger.

Auch pflanzliche Mittel können bei Infekten helfen. Kapuzinerkresse empfiehlt sich als natürliche Alternative zum Antibiotikum. Auch deine Darmflora kannst du mit natürlichen Probiotika und Präbiotika stärken.

Wenn deine Selbsthilfemaßnahmen nicht innerhalb von drei Tagen zu einer deutlichen Besserung führen oder sich die Symptome verschlimmern, solltest du einen Arzt aufsuchen. Bei Fieber, Schüttelfrost, Blut im Urin oder zu starken Schmerzen, musst du dich bitte umgehend einem Arzt vorstellen.

Gute Gesundheit wünscht dir deine AOK Hessen.

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