„Computersucht“: gibt´s die wirklich?
Suchtprävention

„Computersucht“: gibt´s die wirklich?

Mit Computer- und Konsolenspielen beschäftigen sich Jugendliche nicht selten am allerliebsten und ausschließlich.

Sowohl online als auch offline laufen sie durch Fantasiewelten, kämpfen gegen Monster oder rasen in hochgezüchteten Sportwagen über Rennstrecken oder durch Innenstädte. Doch was fasziniert Jugendliche an der Flucht in die virtuelle Welt?

Schöne schnelle Welt

Ähnlich wie beim Glücksspiel gibt es auch bei Computerspielen die Möglichkeit, sehr schnell sehr viel zu gewinnen oder zu verlieren. Das fasziniert besonders junge Menschen, die in einer sehr schnelllebigen Zeit aufwachsen. Anders als beispielsweise bei Ergebnissen von Klausuren erhalten sie bei Spielen unmittelbar ein Feedback zu den erbrachten Leistungen. Ein weiterer Reiz dieser schönen neuen Welt stellt die Virtualität dar. Die Spieler können sich ihren Spieleheld so zusammenstellen, wie sie möglicherweise selbst gerne sein möchten. Das fördert besonders bei Jugendlichen, die unzufrieden mit sich sind oder die aufgrund ihres Aussehens gehänselt werden, den Wunsch, sich in der Fantasiewelt aufzuhalten.

Neustart nach Misserfolg

Ein weiterer Punkt bei Spielen ist die Möglichkeit, den Spielstand zu sichern und nach Misserfolgen neu anzufangen. Wenn man sich unsicher ist, ob die eigene Stärke ausreicht, um einen Gegner besiegen zu können, dann wird kurz vor dem Aufeinandertreffen einfach gespeichert und der Angriff notfalls wiederholt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Eine Möglichkeit, die es im wahren Leben nicht gibt, aber im virtuellen Leben sehr reizvoll ist.

Ist das gesund?

Wie viel Zeit am Computer ist denn noch gesund und ab wann wird es bedenklich? Diese Frage lässt sich nicht mit einer bestimmten Stundenanzahl beantworten.

Ungesund wird es, wenn der Spieler…

  • sein Interesse an anderen Freizeitaktivitäten verliert;
  • häufig ans Spielen denkt, wenn er gerade nicht spielt;
  • sich zurückzieht;
  • soziale Kontakte vernachlässigt oder sogar abbricht;
  • Probleme in der Schule, Ausbildung oder Arbeit infolge durchgezockter Nächte hat;
  • gereizt, traurig oder ängstlich wird, sobald dem Computerspiel nicht nachgegangen werden kann.

Wichtig ist: Nicht jede Leidenschaft ist gleich eine Abhängigkeit. Aber dass Spielen zur Sucht werden kann, ist mittlerweile bekannt.

Seit 2013 gibt es die Diagnose „Internet Gaming Disorder“ als Forschungsdiagnose. Seitdem wird wissenschaftlich daran geforscht, inwieweit es sich dabei um eine tragfähige Diagnose handelt und die Computer-Spielsucht als eine Suchtform aufgenommen wird.

Auf den Seiten der AOK Hessen findest du weitere Informationen zur Behandlung von seelischen Krankheiten.

Darüber hinaus stehen dir unsere Sucht-Experten von der AOK Hessen zur Seite. Hier findest du mehr Informationen.