Danke, schönes Leben. Warum Dankbarkeit stark und glücklich macht
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Danke, schönes Leben. Warum Dankbarkeit stark und glücklich macht

Dankbarkeit ist die kleine Schwester des Glücks. Das Schöne im Leben bewusst wahrzunehmen, stärkt nachhaltig das Wohlbefinden und die seelische Abwehrkraft. Die gute Nachricht: Das stille Gefühl lässt sich trainieren.

Dankbarkeit ist mehr als die Wörter „Bitte“ und Danke“ – sie ist die Voraussetzung für Zufriedenheit und Glück. Wer es schafft, das positive Gefühl in sich zu verankern, lebt entspannter, intensiver – und sogar gesünder: Forscher fanden in einer international angelegten Studie heraus, dass Probanden, die zehn Wochen lang ein Dankbarkeitstagebuch führten, nachweislich optimistischer waren. Sie fühlten sich lebendig und empfanden mehr Lebensfreude. Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen und Verspannungen waren weniger geworden, die Studienteilnehmer schliefen besser und länger. Auch ihre sozialen Beziehungen hatten sich verbessert. Die positiven Effekte legten den Schluss nahe, dass sich dankbar sein wie ein Muskel trainieren lässt, selbst wenn die dazu passenden Empfindungen zunächst fehlen.

Dankbarkeit: Warum sehen wir eigentlich lieber das Negative?

Klar ist fast jeder dankbar, wenn er Hilfe von anderen bekommt. Das passiert natürlich nicht jeden Tag. Dankbar gegenüber deinem Leben zu sein, bedeutet, viele kleine, unspektakuläre Erlebnisse bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Gut möglich, dass dies am Anfang schwerfällt – wir sind von der Evolution darauf gepolt, unsere Umgebung auf Gefahren zu scannen. In grauer Vorzeit diente das unserem Überleben. Heute ist dieses Denken weitgehend überflüssig. Gezielt dagegenzuhalten und Dankbarkeitsübungen zu praktizieren, reduziert die Neigung zum Grübeln und lässt Sorgen kleiner werden.

Dankbar sein entstresst und macht mutig

Dem Alltag dankbar zu begegnen, bringt mehr als einen kurzen Moment der Freude: Eine Untersuchung der Oxford University ergab, dass Dankbarkeit den „Erholungsnerv“ Parasympathikus stimuliert – sie vermindert die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und erhöht stattdessen das „Kuschelhormon“ Oxytocin. Dankbare Menschen sind folglich resilienter gegen Stress. Und mutiger: Wer sich selbst wohlwollend gegenübersteht, statt sich auf die eigenen Fehler zu konzentrieren, geht zuversichtlich an neue Aufgaben heran.

Krafttraining für den Dankbarkeitsmuskel

Die beste Nachricht: Dankbarkeit lässt sich lernen. Erst durch Erziehung, später durch Erfahrung und Bewusstheit. Mit einem Dankbarkeitstraining übt dein Gehirn, positive Erfahrungen stärker wahrzunehmen. Nach und nach bildet es entsprechende Nervenbahnen und deine positive Lebenseinstellung wird zum Selbstläufer.

So lässt sich Dankbarkeit trainieren:

  • Führe ein Dankbarkeitstagebuch: Notiere jeden Abend fünf bis zehn Dinge, die dir heute Freude bereitet haben. Das kann alles sein, von einer Begegnung mit einem lieben Menschen bis hin zu vermeintlichen Kleinigkeiten wie „einen Sitzplatz im vollen Bus gefunden“.
  • Schreibe Dankesbriefe: Hinterlasse deinen Lieben einen Dankes-Gruß, bevor du zur Arbeit gehst. Schicke deinen Großeltern eine liebevolle Postkarte; bedanke dich bei Kollegen vor Feierabend mit persönlichen Nachrichten für ihre Unterstützung oder das gute Gespräch in der Mittagspause.
  • Mache regelmäßig Achtsamkeitsübungen: Gehe bewusst durch den Alltag und nimm auf, was du spürst. Wie fühlt sich der Wind in deinem Haar an? Welche Geräusche hörst du? Wie schmeckt dein Essen? Konzentriere dich dabei auf alles, was sich gut anfühlt.
  • Meditiere: Eine geführte Meditation hilft dir, dich entspannter und positiver zu fühlen. Spezielle Meditations-Apps können dich ebenfalls beim Einstieg unterstützen. Sie führen oft durch besondere Dankbarkeitsprogramme.
  • Dankbarkeit teilen: Gerade in Krisenzeiten behältst du so den optimistischen Blick auf die Dinge. Entdecke auch im Chaos oder in der Ungewissheit das Gute: Dein Freund macht sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz? Freut euch dennoch darüber, dass er jetzt eine Arbeit hat und ihr füreinander da sein könnt.

Achtsamkeit sorgt für einen entspannten Blick in die Zukunft

Dankbar zu sein dreht den Suchscheinwerfer um. Statt sich immer danach umzusehen, was fehlt oder wegbrechen könnte, entsteht zunehmend Fülle. Dankbarkeit ist auch ein wunderbarer Krisenhelfer: Wenn du dich von äußeren Einflüssen unabhängig machst, trittst du der Zukunft gelassener entgegen. Fühlst du dich vom Alltag dennoch zwischendurch gestresst, findest du mit unserem Schritt-für-Schritt-Plan für Entspannung wieder Ruhe und Freude. Auch autogenes Training oder unser Programm „Stress im Griff“ helfen dir, in herausfordernden Zeiten wieder Bodenhaltung zu gewinnen.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.