Darmkrebs: Vorsorge rettet Leben
Vorsorgeuntersuchung

Darmkrebs: Vorsorge rettet Leben

Frühzeitig erkannt lässt sich Darmkrebs gut behandeln und in einigen Fällen sogar verhindern. Prävention ist hier also das A und O. Doch ab wann ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sinnvoll und welche Methoden der Früherkennung gibt es? Wir geben dir Antworten und versorgen dich mit wertvollen Tipps, wie du im Alltag das Risiko einer Darmkrebserkrankung senken kannst.

Wie Darmkrebs entsteht

Seit der Einführung der Darmkrebs-Früherkennung sind die Zahlen der Neuerkrankungen und Todesfälle in Deutschland deutlich zurückgegangen. Ursache für die Krebserkrankungen sind in den meisten Fällen sogenannte Polypen in Dick- und Enddarm. Das sind zunächst gutartige Wucherungen der Darmwand, die in den Darm hineinragen. Viele dieser Polypen bleiben harmlos, doch manche können sich zu bösartigen Tumoren entwickeln. Bis dahin vergehen oft einige Jahre. Im Rahmen der Vorsorge lassen sich diese Vorstufen von Darmkrebs rechtzeitig erkennen und behandeln.

Risikofaktoren für Darmkrebs im Überblick

Darmkrebs ist derzeit die dritthäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Das Darmkrebs-Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Mehr als die Hälfte der Erkrankten ist über 70 Jahre alt, doch etwa zehn Prozent aller Fälle treten auch schon vor dem 55. Lebensjahr auf. Wir empfehlen dir deshalb, schon ab 50 Jahren die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen.

Einige Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können das Risiko für Darmkrebs erhöhen:

  • ballaststoffarme Ernährung
  • erhöhter Alkoholkonsum (mehr als 0,33 l Bier oder 0,1 l Wein am Tag)
  • zuckerreiche Ernährung
  • hoher Konsum (mehr als 600 g pro Woche) von rotem Fleisch und insbesondere von verarbeitetem Fleisch wie Wurstwaren
  • Diabetes mellitus
  • starkes Übergewicht (Adipositas)
  • Rauchen
  • übermäßige Einnahme einiger Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin A, E, Betacarotin und Folsäure)

Gab es in deiner Familie bereits Fälle von Darmkrebs oder leidest du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, ist das Risiko für eine Darmkrebserkrankung höher. Dann solltest du dein individuelles Risiko mit deinem behandelnden Arzt besprechen und deinen Darm gegebenenfalls früher und häufiger untersuchen lassen. Die folgenden beiden Früherkennungsuntersuchungen richten sich an Menschen, die weder Anzeichen noch besondere Risiken haben.

Stuhltest und Darmspiegelung – zwei Methoden der Vorsorge

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten entwickelt sich Darmkrebs eher langsam. Deshalb bieten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine gute Möglichkeit, Tumore rechtzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Wende dich dazu an deinen Hausarzt, Gynäkologen, Urologen oder einen Fachmann der inneren Medizin. Folgende Untersuchungsmethoden stehen zur Wahl:

Der immunologische Stuhltest

Ab einem Alter von 50 Jahren können Männer und Frauen einmal pro Jahr einen Stuhltest machen lassen. Dabei wird dein Stuhl auf Blutspuren untersucht. Die sind mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen, können jedoch unter anderem auf Polypen oder Krebs hinweisen. Den Stuhltest bekommst du bei deinem Arzt und solltest ihn möglichst noch am gleichen Tag wieder bei ihm abgeben. Ist der Stuhltest auffällig, erfolgt in der Regel eine Darmspiegelung, um den Befund abzuklären.

Die Darmspiegelung (Koloskopie)

Männer haben ab einem Alter von 50 Jahren, Frauen ab 55 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung. Die Untersuchung findet häufig in einem Dämmerschlaf (Sedierung) oder einer Kurznarkose statt. Sie gilt zurzeit als treffsicherste Methode der Früherkennung und wird in der Regel ambulant angeboten. Dabei führt der Arzt einen dünnen Schlauch, an dessen Spitze sich eine kleine Kamera befindet, in deinen Darm ein. Mit diesem sogenannten Endoskop untersucht er das Innere deines Darms auf Polypen und andere Auffälligkeiten. Findet er eine verdächtige Stelle, kann er mit dem Endoskop gleich eine Gewebeprobe entnehmen oder gefährliche Polypen entfernen. Wann die Darmspiegelung wiederholt wird, legt dein Arzt fest. Bei unauffälligem Befund erfolgt sie meist erst nach zehn Jahren wieder.

Prävention – du kannst viel für deine Darmgesundheit tun

Forscher sind sich einig: Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können das Darmkrebsrisiko deutlich senken. Schon 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag reduzieren das Risiko. Im Alltag ist es nicht immer einfach, gute Empfehlungen zu Gewohnheiten zu machen. Darum raten wir dir, nicht gleich dein ganzes Leben umzukrempeln. Denn auch schon einfache Veränderungen können eine große Wirkung haben. Setze dir kleine, realistische Ziele, um sie langfristig durchzuhalten. Greife zum Beispiel ab sofort vermehrt zu Vollkorn- statt zu Weißmehlprodukten. Ersetze Süßkram durch Obst, Gemüsesticks wie Möhren oder andere gesunde Snacks, das Aufzugfahren durch Treppensteigen und die Limonade durch Mineralwasser. Mit täglich 15 Minuten Bewegung nimmt das Krebsrisiko bereits nachweislich ab. Außerdem senkst du nicht nur dein Darmkrebsrisiko, sondern kannst auch dein persönliches Wohlbefinden deutlich steigern. Starte am besten schon heute mit dem ersten kleinen Schritt.

Die Darmgesundheit immer im Blick

Möchtest du noch tiefer in das Thema Darmgesundheit einsteigen? Unser Erklärvideo zeigt dir, wie dein Darm überhaupt funktioniert. Außerdem geben wir dir Expertentipps für eine gute Verdauung, wenn du mal Verstopfungen hast, und stellen dir das Reizdarmsyndrom inklusive Ernährungstipps vor.

Vorsorgeuntersuchungen helfen übrigens nicht nur deinem Darm, gesund zu bleiben. Früherkennung ist auch bei Prostata- und Gebärmutterhalskrebs ein wichtiges Thema. Beim Gesundbleiben unterstützt dich außerdem das AOK-Gesundheitskonto mit bis zu 400 Euro im Jahr für besondere Gesundheitsleistungen.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.

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