Dein Körper in der Schwangerschaft: Blutdruck und Puls
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Dein Körper in der Schwangerschaft: Blutdruck und Puls

Während der gesamten Schwangerschaft verändert sich dein Körper. Sichtbarstes Zeichen dafür ist dein wachsender Bauchumfang. Weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig: Auch Puls und Blutdruck verändern sich. Deshalb kontrolliere deinen Blutdruck regelmäßig. Ein zu hoher Blutdruck kann zu Komplikationen führen, die du zum Glück vermeiden kannst.

Wie verändert sich der Blutdruck in der Schwangerschaft?

Im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft ist dein Blutdruck eher niedrig. Mit Werten von 105/65 mmHg liegt er etwas unter den Normwerten von 120/80 mmHg. Dafür verantwortlich ist das Schwangerschaftshormon Progesteron. Es entspannt und erweitert die Blutgefäße, wodurch der Blutdruck sinkt. Das bewirkt bei manchen Frauen, dass ihnen nach langem Stehen oder schnellem Aufstehen schwindelig wird. Ein leichter Bluthochdruck entwickelt sich meist erst im letzten Schwangerschaftsdrittel. Oft pendelt sich der Blutdruck in den Wochen vor der Geburt wieder auf Normwerte ein.

Blutvolumen und Puls steigen an

Im Laufe der Schwangerschaft steigert dein Körper die Blutproduktion. In der 35. Schwangerschaftswoche zirkuliert fast 40 Prozent mehr Blut in deinen Adern als vor der Schwangerschaft. Der Grund hierfür ist einfach: Dein Blut muss nicht nur dich, sondern auch dein Baby versorgen. Das meiste zusätzliche Blut wird in die Gebärmutter und den Mutterkuchen (Plazenta) geleitet, damit ausreichend Nährstoffe und Sauerstoff zu deinem Baby gelangen. Außerdem dient es als Reserve, falls während und nach der Geburt Blutungen auftreten sollten. Das höhere Blutvolumen bedeutet mehr Arbeit für das Herz-Kreislauf-System. Dein Herz muss öfter schlagen, um die größere Menge Blut durch die Adern zu pumpen. Der Pulsschlag erhöht sich deshalb um etwa 10 Schläge pro Minute – er wird stärker und härter.

Was ist ein normaler Blutdruck?

In jeder Minute pumpt das Herz fünf bis sieben Liter Blut durch den Körper. Die Blutgefäße, durch die unser Blut zirkuliert, stehen ständig unter Druck – wie ein gefüllter Wasserschlauch. Diesen Druck bezeichnet man als Blutdruck. Blutdruckwerte werden in dieser Form wiedergegeben: 120/80 mmHg. Die erste Zahl beschreibt den systolischen Wert, das heißt den Druck, mit welchem das Blut aus dem Herzen herausgepresst wird. Der zweite, diastolische Wert gibt an, wie viel Blut wieder zurück in die Herzkammern strömt.

Laut der Deutschen Hochdruckliga gilt folgende Einteilung:

  • normaler Blutdruck: 120–129/80–84 mmHg
  • hochnormaler Blutdruck: 130–139/85–89 mmHg
  • milder Bluthochdruck: 140–159/90–99 mmHg
  • mäßiger Bluthochdruck: 160–179/100–109 mmHg
  • schwerer Bluthochdruck: ≥180/≥110 mmHg

Bei einer jungen gesunden Frau liegt der Durchschnittswert zwischen 110/70 und 120/80 mmHg. Es kann sein, dass diese Werte bei einer Messung wesentlich höher liegen. Das allein ist noch kein Grund zur Sorge, denn der Blutdruck steigt auch an, wenn du gestresst oder aufgeregt bist. Liegt der Blutdruck mehrfach über 140/90 mmHg – vor allem nach der 20. Schwangerschaftswoche – könnte das ein Hinweis auf einen Schwangerschaftsbluthochdruck sein.

Symptome Schwangerschaftsbluthochdruck

Leicht erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft zeigt oft gar keine Symptome. Meist wird er bei den Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Erst wenn dein Blutdruck deutlich zu hoch ist, verspürst du Symptome wie starke Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindelgefühle oder Sehstörungen. Dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ein Bluthochdruck, der nicht richtig behandelt wird, ist für Mutter und Kind gefährlich.

Warum sollte dein Blutdruck im Normbereich bleiben?

Bei Hochdruck sind die Blutgefäße verengt. Dadurch verringert sich die Durchblutung lebenswichtiger Organe. Die Plazenta wird ebenfalls schlechter durchblutet und versorgt das Kind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen. Kinder hochdruckkranker Frauen haben oft ein zu niedriges Geburtsgewicht. Häufig werden sie auch zu früh geboren. Wird der Bluthochdruck nicht richtig eingestellt, können sich weitere Komplikationen wie z.B. eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie), Krampfanfälle (Eklampsie) oder gefährliche Blutungen entwickeln.

Regelmäßige Blutdruckkontrolle verschafft dir Sicherheit

Natürlich sollte bei jeder Vorsorgeuntersuchung der Blutdruck kontrolliert werden. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du deinen Blutdruck zusätzlich selbst messen. Passende Messgeräte erhältst du im medizinischen Fachhandel oder in der Apotheke. Sprich rechtzeitig mit deinem Arzt, wenn dein Blutdruck nicht in Ordnung ist. Hier gilt das Motto: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Bei guter Kontrolle reichen oft schon Entspannung, leichte Bewegung und eventuell eine Ernährungsumstellung zur Behandlung aus.

Solltest du unter Bluthochdruck leiden, unterstützt dich deine AOK bei der Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes. Weitere Extraleistungen findest du außerdem im Schwangerschaftspaket deiner AOK Hessen.

Gute Gesundheit und eine wunderbare Schwangerschaft wünscht dir deine AOK Hessen.