Dein Körper in der Schwangerschaft: Blutdruck und Puls
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Dein Körper in der Schwangerschaft: Blutdruck und Puls

Heißhunger, Übelkeit und unkontrollierbare Gefühlsausbrüche. Manch eine werdende Mutter erkennt sich während der Schwangerschaft selbst nicht wieder. Und das ist völlig normal. Nicht umsonst spricht der Volksmund gerne von den „anderen Umständen“. In dieser Zeit finden im weiblichen Körper viele Veränderungen statt. Manche davon kann man sehen. Oft wirkt die Haut gesünder und strahlender, Haare sehen voller aus und der Bauch und Brustumfang nehmen zu. Weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig: Während der gesamten Schwangerschaft verändern sich auch Puls und Blutdruck. Warum das so ist, worauf du in den neun Monaten achten solltest und warum das Ergebnis einer Blutdruckmessung immer zwei Zahlen hat, erfährst du in diesem Artikel.

Was geschieht während der Schwangerschaft?

Eine gute Durchblutung ist in der Zeit der Schwangerschaft sehr wichtig. Um wachsen zu können, muss der Embryo nämlich mit besonders vielen Nährstoffen versorgt werden und die werden im Blut transportiert. Über Nabelschnur und Plazenta gelangen sie schließlich zum Baby. Das bedeutet mehr Arbeit für das Herz-Kreislauf-System. Der Puls erhöht sich in der Schwangerschaft um etwa 10 Schläge pro Minute. Während der ersten Wochen ist ein etwas niedrigerer Blutdruck ganz normal. In diesem Zeitraum produziert dein Körper bis zu eineinhalb Liter zusätzliches Blut. Auch die Wände der Blutgefäße entspannen sich. Ein Absinken des Blutdrucks ist daher nicht ungewöhnlich. Das kann gelegentliches Unwohlsein auslösen und nach langem Stehen oder plötzlichem Aufstehen zu Schwindelgefühl führen. Meistens pendelt sich der Blutdruck in den Wochen vor der Geburt wieder auf seinen Normalwert ein.

Was ist ein normaler Blutdruck?

Normal ist, dass sich die Blutdruckwerte von Frau zu Frau unterscheiden. Deswegen solltest du deine Werte auch nicht mit denen anderer Frauen vergleichen. Die Frage lautet eher: Welcher Blutdruckwert ist für dich normal? Um sich hierüber ein Bild zu machen, messen Ärzte und Hebammen bei jeder Vorsorgeuntersuchung den Blutdruck.

So können plötzliche Abweichungen besser erkannt und eingeschätzt werden.

Bei einer jungen gesunden Frau liegt der Durchschnittswert zwischen 110/70 und 120/80. Es kann aber durchaus sein, dass diese Werte bei einer Messung wesentlich höher liegen. Das allein ist noch kein Grund zur Sorge. Vielleicht hattest du einfach einen stressigen Tag. Gönne dir dann etwas Ruhe, vermeide stressige Situationen und suche ganz bewusst regelmäßige Momente der Entspannung. Werden allerdings im Laufe der Schwangerschaft über einen längeren Zeitraum hinweg ungewöhnlich hohe Blutdruckwerte gemessen, spricht der Mediziner von Schwangerschaftsbluthochdruck. In diesem Fall solltest du dir mit deinem Arzt Gedanken über eine mögliche Behandlung machen.

Messwerte richtig lesen – was bedeuten die Zahlen?

Hast du dich je gefragt, warum das Ergebnis einer Blutdruckmessung immer aus zwei Zahlen besteht? Während jedem Herzschlag nimmt der Druck in deinen Blutgefäßen zu, um zwischen den Herzschlägen wieder abzusinken. Deshalb ermitteln Arzt oder Hebamme bei einer Blutdruckmessung immer zwei Werte. Bei einem Blutdruck von 110/70 bezeichnet die erste Zahl den Druck während des Herzschlags und die zweite Zahl den Druck zwischen den Herzschlägen. Natürlich sollte der Blutdruck bei jeder Vorsorgeuntersuchung kontrolliert werden. Darüber hinaus bieten übrigens auch immer mehr Apotheken Blutdruckmessungen an.

Übrigens solltest du auch nach der Geburt deinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Denn anhaltend hoher Blutdruck ist oft ein Anzeichen von zu viel Stress und birgt viele Gesundheitsrisiken. Tipps rund um das Thema Entspannung, die richtige Musik zum Abschalten und viele weitere Informationen findest du hier bei deiner AOK Hessen.