Depression besiegen: per Therapie zurück ins Leben
Selbsthilfe

Depression besiegen: per Therapie zurück ins Leben

Depressionen sind heutzutage gut behandelbar! Wirkungsvolle Therapien und Maßnahmen können depressive Symptome lindern oder sogar heilen. Zwei Behandlungsansätze sind dabei besonders erfolgversprechend: die Psychotherapie und Antidepressiva. Wir stellen sie dir vor und erläutern, welche Therapiemöglichkeiten es noch gibt. Wichtig ist: Mit der richtigen Behandlungsstrategie kannst du aus der Krise herausfinden, damit das Leben wieder lebenswert wird.

Vor der Behandlung steht die sichere Diagnose

Bei Verdacht auf eine Depression spricht dein Arzt zunächst ausführlich mit dir über deine Beschwerden. Außerdem untersucht er dich körperlich und lässt eventuell deine Blutwerte bestimmen. Damit kann er ausschließen, dass nicht andere Ursachen wie z.B. eine Schilddrüsenerkrankung hinter den Symptomen einer Depression stecken. Steht die ärztliche Diagnose „Depression“ fest, kann eine individuelle, dem Patienten entsprechende Behandlung beginnen.

Depression behandeln: Welche Therapie hilft wem?

Die Behandlung einer Depression basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen: medikamentöse Therapie und Psychotherapie. Ergänzende Maßnahmen wie Ergotherapie oder Entspannungsmethoden unterstützen das Ganze. Welche Therapie sich am besten eignet, hängt davon ab, an welcher Art von Depression du leidest, und wie ausgeprägt deine Symptome sind. Meist bestimmt der Schweregrad einer Depression, ob die Behandlung ambulant möglich oder ein stationärer Aufenthalt nötig ist. Welcher Behandlungsweg für dich der richtige ist, solltest du gemeinsam mit deinem Arzt entscheiden.

Die Therapiemöglichkeiten im Überblick:

Die aktiv abwartende Begleitung („watchful waiting“)

Eine sehr leichte Depression kann oft auch ohne Medikamente oder Psychotherapie ausheilen. Allerdings sollte dich ein Arzt oder Therapeut dabei unterstützen. Gemeinsam könnt ihr zunächst abwarten und beobachten („watchful waiting“), ob sich dein Zustand innerhalb von 14 Tagen positiv verändert. Aufklärende Gespräche durch einen Arzt und Johanniskrautpräparate sind mögliche Ansätze, um akute Beschwerden zu lindern. Klingen deine Symptome in dieser Zeit nicht ab, könnten Medikamente oder eine Psychotherapie die bessere Strategie sein.

Vielfach bewährt: die Psychotherapie (ohne Medikamente)

Psychoanalytische Langzeittherapie oder kurzfristige Gesprächstherapie – Ziel der Psychotherapie ist es, die Krankheit zu überwinden, ihrer Verschlimmerung entgegenzuwirken oder Beschwerden zu lindern. Im Gespräch ergründest du gemeinsam mit einem Therapeuten die Auslöser für die Depression. Gleichzeitig erlernst du Strategien, wie du krank machende Faktoren in deinem Leben verändern kannst. Als besonders wirksam hat sich hier die „kognitive Verhaltenstherapie“ erwiesen. Dieses Verfahren unterstützt dich dabei, deinen Tag ausgewogen zu strukturieren und Selbstüberforderung oder negative Gedanken zu vermeiden. Die Psychotherapie ist ein bewährter Weg, um eine Depression zu behandeln.

Antidepressiva: die medikamentöse Behandlung

Bessert sich die Depression trotz anderer Behandlungsversuche nicht oder gab es bereits früher schwere Depressionen, können Antidepressiva zum Einsatz kommen. Diese medikamentöse Therapie gilt heute als ebenso wirksames Heilverfahren wie die psychotherapeutischen Therapien. Denn in der depressiven Erkrankungsphase sind zahlreiche Nervenfunktionen im Gehirn verändert. Der Austausch von Botenstoffen, die deine Stimmung stabilisieren, ist gestört. Antidepressiva beeinflussen den Hirnstoffwechsel und gleichen diese Fehlfunktionen aus. Die Wirkung setzt jedoch zeitverzögert ein, meist erst nach drei bis vier Wochen.

Starkes Team: Kombination von Psychotherapie und Antidepressiva

Bei schweren und chronischen (lang anhaltenden) depressiven Episoden werden Psychotherapie und Antidepressiva kombiniert. Die Kombinationstherapie ist nach heutigen Erkenntnissen bei diesem Erkrankungsbild wirksamer als Medikamente bzw. Psychotherapie alleine. Patienten mit sehr schwer ausgeprägten Depressionen und schlechtem Allgemeinzustand werden meist zur stationären Behandlung in eine Fachklinik eingewiesen, insbesondere dann, wenn Selbstmordgefahr besteht.

Raus aus der Depression: Was kann ich selbst tun?

Hilfreich ist es, sich genau über deine Depressionsform zu informieren und mit vertrauten Personen darüber zu sprechen. Selbsthilfegruppen, Bücher oder Onlineprogramme können dich dabei unterstützen, die Erkrankung besser zu verstehen und dein seelisches Gleichgewicht wiederzufinden. Ergänzend zur klassischen Therapie können sich alternative Verfahren wie Entspannungs-, Bewegungs- oder Ergotherapie positiv auswirken. Dazu gehören auch künstlerische Therapien, in denen du malst, musizierst oder handwerklich kreativ bist.

Der erste Schritt – Hilfe suchen

Jeder erfolgreiche Weg raus aus Depression beginnt mit dem ersten Schritt: Hilfe suchen und annehmen. Und du musst ihn nicht alleine gehen. Erste Anlaufstellen, wo du schnell und anonym Unterstützung findest, sind beispielsweise die Onlineforen der Deutschen Depressionshilfe oder die TelefonSeelsorge. Auch sozialpsychiatrische Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen können dir weiterhelfen. Spürst du bei dir Symptome einer Depression, kann auch dein Hausarzt erster Ansprechpartner sein, um die Diagnose zu stellen und eine Behandlung einzuleiten. Deine AOK unterstützt eine ambulante psychotherapeutische Behandlung in vollem Umfang.

Bitte beachte, dass wir dir mit unserem Artikel einen ersten Überblick über die Therapiemöglichkeiten bei einer Depression geben. Er eignet sich nicht zur Selbstdiagnose und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Hast du den Verdacht auf eine Depression, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Gerne helfen wir dir bei der Suche nach geeigneten Ärzten oder Therapeuten.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.