„Entzündliche Arthrose: Welche Ernährung hilft gegen Schmerzen?“
Volkskrankheit

„Entzündliche Arthrose: Welche Ernährung hilft gegen Schmerzen?“

Bis heute ist Arthrose nicht heilbar. Doch moderne Therapieansätze können helfen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und Beschwerden zu lindern. Da die Ernährung bei der Entstehung von Arthrose eine mögliche Rolle spielen könnte, wird der Zusammenhang zwischen Arthrose und Ernährung zunehmend auch wissenschaftlich untersucht. Dabei wird deutlich, dass eine Ernährungsumstellung den Verlauf von Arthrose günstig beeinflussen kann. Wir zeigen dir, wie eine gelenkfreundliche Ernährung aussehen könnte.

Was passiert bei Arthrose genau?

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die praktisch alle Gelenke betreffen kann. Sie ist eine Verschleißerscheinung, die sich mit zunehmendem Alter erhöht. Häufig entwickelt sie sich bei Menschen über 50, bei Übergewicht oder ungünstigen Erbanlagen.

Bei Arthrose wird der Gelenkknorpel weich, dünn und rissig. Diese Risse in der Knorpeloberfläche und abgeriebene Knorpelteilchen reizen die Gelenkinnenhaut, die sich dadurch entzünden kann. Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Schreitet der Knorpelverlust weiter fort, reibt schließlich Knochen auf Knochen – und das tut extrem weh.

Im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis kommt es bei Arthrose aber nicht zwangsläufig zu Entzündungen. Die mechanische Abnutzung der Gelenke steht im Vordergrund, was in der Folge zu Entzündungen führen kann. Geschädigte Gelenke können sich zwar nicht mehr reparieren, doch sie können sich deutlich erholen und weniger schmerzen.

Starkes Übergewicht erhöht das Arthroserisiko

Eine gute medizinische Behandlung ist sehr wichtig für den Verlauf der Erkrankung. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, dass geschädigte Gelenke zumindest bei üblicher Belastung schmerzfrei sind, beweglich bleiben und Veränderungen am Gelenk verhindert werden.

Medikamente und Bewegungstherapie, aber auch Ernährungsweisen und Lebensmittel können den Verlauf von Arthrose beeinflussen. Insbesondere starkes Übergewicht belastet die Gelenke. Jedes Kilo weniger entlastet den Körper und verringert den Verschleiß der betroffenen Gelenke.

Deshalb kannst du eine Arthrosebehandlung aktiv mitgestalten, indem du unterstützend zur medikamentösen Therapie deine Ernährung umstellst. Die Umstellung sollte diese zwei Ziele verfolgen:

  1. die Gelenke durch den Abbau von Übergewicht zu entlasten
  2. mögliche Entzündungen vorzubeugen oder zu hemmen

Entzündungs-Booster Arachidonsäure

Falls deine Gelenke entzündet sind, solltest du bestimmte Lebensmittel meiden und andere bevorzugt zu dir nehmen. Zu den Nahrungsbestandteilen, die Entzündungen fördern, zählt besonders die Arachidonsäure. Sie findet sich ausschließlich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs, also in Fleisch- und Wurstwaren sowie in Eiern, Milch, Käse und Sahne.

Ungünstig ist eine Ernährung mit einem hohen Anteil an

  • Gesättigten Fettsäuren (tierisches Fett)
  • Gehärteten Fetten (z.B. Margarine, Frittierfett, Erdnussbutter)
  • Käse, Fleisch und Wurst
  • Weißmehl
  • Süßigkeiten
  • Alkohol, Kaffee, Limonade und Cola

Einen günstigen Einfluss auf Arthrose haben

  • Calciumreiche Nahrungsmittel
  • Magere und fettarme Milchprodukte
  • Ungesättigte Fettsäuren (Pflanzenöle)
  • Naturreis und andere ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Kaltwasserfische
  • Gemüse und Obst
  • Vollkornprodukte

Fazit: Stark zuckerhaltige, fettreiche und tierische Lebensmittel können deinen Gelenken schaden, eine vitaminreiche und fettarme Ernährung hilft ihnen hingegen. Auf den Speiseplan sollten deshalb weniger tierische Produkte kommen, dafür viel Gemüse, Obst und gesunde Pflanzenöle. So vermeidest du Übergewicht und versorgst deine Gelenke mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Antioxidantien.

Falls du an einer entzündlichen Arthrose leidest, können diese Lebensmittel schmerzlindernd wirken und dem Knorpelabbau entgegenwirken:

  • Leinöl und Walnussöl enthaltenen viel Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend sind.
  • Ingwer, Kümmel und Knoblauch sind entzündungshemmende Gewürze.
  • Kreuzkümmel, Koriander und Muskat regen die Durchblutung der Gelenkschleimhaut an und lindern auf diese Weise den Schmerz. Doch Vorsicht: Muskat ist in hoher Dosierung giftig.
  • Viele Obst- und Gemüsesorten sowie Kräuter enthalten entzündungshemmende sekundäre Pflanzenstoffe. Hohe Mengen finden sich in Spinat (Flavonoide), Brokkoli (Senföle), Knoblauch (Allicin), Blaubeeren (Anthocynidin) und Orangen (Karotinoide). Die Vitamine C und E im Spinat und der Mineralstoff Selen im Brokkoli schützen zusätzlich vor freien Radikalen.
  • Das in Äpfeln enthaltene Vitamin B6 wird für die Herstellung des Knorpelbaustoffs Glukosamin benötigt.
  • Die Inhaltsstoffe von Knoblauch, Zwiebeln und Lauchgemüse entfalten nachweislich eine knorpelschützende Wirkung.
  • Hafer, Naturreis, Gerste, Hirse und Topinambur enthalten Kieselsäure (Silizium), die eine knorpelstabilisierende Wirkung haben kann. Kräutertees aus Brennnessel oder Schachtelhalm enthalten ebenfalls viel Kieselsäure.

Viele Lebensmittel können deinen Körper aktiv bei der Regeneration unterstützen. Trotzdem sind Nahrungsmittel nur ein Baustein in der Arthrosetherapie. Eine ganzheitliche Arthrosediät gibt es bisher noch nicht. Solche Ansätze werden zwar diskutiert, wissenschaftliche Beweise stehen aber vielfach noch aus.

Bitte beachte, dass sich unsere Tipps nicht zur Selbstdiagnose eignen und keine medizinische Behandlung oder Beratung ersetzen!

Solltest du selbst von Arthrose betroffen sein, oder willst dieser vorbeugen: Unsere Ernährungsexperten stehen dir jederzeit beratend zur Seite, wenn du Anregungen oder Hilfe in puncto Ernährungsumstellung benötigst. Zudem bieten wir dir zahlreiche Präventionskurse rund um das Thema gesunde Ernährung an.

Gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.