Erste Hilfe: Warum du dein Wissen regelmäßig auffrischen solltest
Körperwissen

Erste Hilfe: Warum du dein Wissen regelmäßig auffrischen solltest

Egal, wie lange dein Erste-Hilfe-Kurs her ist: Im Ernstfall ist dein sofortiger Einsatz gefordert. Bist du an einem Unfallort als Erster zur Stelle, ist es deine Pflicht, einem Verletzten zu helfen. Zum Glück kannst du immer wieder einen Kurs machen und dein Wissen auffrischen. Idealerweise tust du das alle drei Jahre. So bist du für den Moment, wenn es drauf ankommt, bestens vorbereitet.

Für viele ein Albtraum: Erster sein

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist in Deutschland für alle Pflicht, die den Führerschein machen wollen, Jugendleiter werden oder Medizin studieren möchten. Okay, den Lehrgang absolviert man. Aber es fragt nie jemand nach einer Auffrischung. Mit der Zeit verliert sich das Wissen und im Ernstfall sind sich viele Menschen unsicher, wie sie handeln sollen. So ist es für die meisten durchaus eine Albtraumvorstellung, als Erster an einem Unfallort zu sein und helfen zu müssen. Frische darum dein Wissen immer mal wieder auf. Denn Erste Hilfe musst du überall leisten – ob zu Hause, in der Freizeit oder auf Reisen.

Wann du gefordert bist und wann nicht

Was wir dir hier anbieten, ersetzt natürlich keinen Erste-Hilfe-Kurs. Nimm diese Tipps jedoch als Motivation, mal wieder einen solchen zu besuchen. Rettungsdienste empfehlen den Nichtprofis, alle drei Jahre einen solchen Kurs zu absolvieren. Das dient auch deiner eigenen Sicherheit. Denn im Fall der Fälle bist du verpflichtet zu helfen. Tust du das nicht, machst du dich unterlassener Hilfeleistung schuldig. Dafür kannst du eine Geld- oder sogar eine Freiheitsstrafe bekommen.

Die Pflicht nach § 323c des Strafgesetzbuches für Erste Hilfe gilt jedoch nur dann, wenn es dir den Umständen nach zuzumuten ist. Besteht für dich selbst eine Gefahr oder würdest du andere wichtige Pflichten vernachlässigen, bist du von deiner Erste-Hilfe-Pflicht entbunden. Weitere Gründe können zum Beispiel auch sein, dass die Person deine Hilfe ablehnt oder eindeutige Anzeichen vorliegen, dass die Person bereits tot ist. Zunächst ist jedoch helfen angesagt. Denn der Rettungswagen kommt durchschnittlich erst nach zehn Minuten und manchmal auch noch später. In dieser Zeit kann viel passieren. Aber keine Panik: Nichts tun ist häufig schlimmer, als etwas falsch zu machen.

Doch richtig reagieren will geübt sein

In jedem Erste-Hilfe-Kurs geht es darum, wie du dich an einer Notfallstelle verhältst, wie du sie absicherst, dich selbst schützt, den Notruf verständigst und welche Sofortmaßnahmen du zu ergreifen hast. Du lernst unter anderem, wie du am besten mit Schock, Wunden, Herz-Kreislauf-Störungen und Bauchverletzungen umgehst. Auch das richtige Reagieren bei Vergiftungen und Verbrennungen, Krampfanfällen, Insektenstichen, Folgen von Gewalt sowie Knochen- und Gelenkverletzungen steht auf dem Programm. Das ist eine ganze Menge Inhalt. Aber im Ernst: Wüsstest du noch, was du im Notfall mit einem Menschen tun müsstest, der eine Bauchverletzung hat?

Nur bei anerkannten Stellen Kurse besuchen

Halte dein Erste-Hilfe-Wissen aktuell. Kurse werden von unterschiedlichen Institutionen angeboten. In heutigen Zeiten ist es am einfachsten, wenn du den Begriff „Erste-Hilfe-Kurs“ und den Namen deiner Stadt online in eine Suchmaschine eingibst. Achte darauf, dass die Institution als amtliche Stelle nach § 68 FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung) durch die jeweils zuständige Landesbehörde anerkannt ist.

Hier erhältst du nicht nur theoretisches Wissen, sondern trainierst Hilfe und Wiederbelebungsmaßnahmen an speziellen Puppen. Du legst also wirklich Hand an. Das kann dir dabei helfen, Angst und Unsicherheit abzubauen. Im Ernstfall geht es vor allem darum, dass du überhaupt etwas tust, und das fängt damit an, die Notrufnummer 112 zu wählen sowie – im Straßenverkehr – die Unfallstelle abzusichern.

Erste Hilfe für die Seele: die 4-S-Regel

Was du dir notieren und immer bei dir haben solltest, ist die 4-S-Regel der Ersten Hilfe für die Seele:

1. Sage, dass du da bist und dass etwas geschieht.

2. Schirme den Verletzten vor Zuschauern ab.

3. Suche vorsichtig Körperkontakt.

4. Sprich mit dem Verletzten und höre ihm zu.

Über Erste Hilfe für Kleinkinder informiert dich auch der Notfallsanitäter Philipp Stehling. In unserem Interview mit ihm erfährst du, was du tun kannst, wenn ein Kleinkind einen Gegenstand verschluckt hat. Außerdem verraten wir dir, was bei einer Vergiftung zu tun ist.

Viel Spaß bei den Kursen und gute Gesundheit wünscht deine AOK.

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