Essen bei Reizdarm: die Low-FODMAP-Diät
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Essen bei Reizdarm: die Low-FODMAP-Diät

Die meisten von uns lieben sie: Brot, Nudeln, Süßigkeiten. Leider gehören diese Lebensmittel, genauso wie Milchprodukte, Steinobst oder Kohl, zu den vergärbaren Kohlenhydraten. Wenn du unter einem Reizdarmsyndrom leidest, scheint der Verzicht auf diese Art von Kohlenhydraten, die sogenannten FODMAPs, die Erfolgsformel für die Verbesserung der Erkrankung zu sein.

Eine Frage der Diagnose: Ist es wirklich Reizdarm?

Bevor du eine Low-FODMAP-Diät beginnst, ist es wichtig, vorab die Diagnose Zöliakie auszuschließen. Allerdings kann dies schwierig sein, da die Symptome eines Reizdarms denen einer Zöliakie sehr ähnlich sind. Bei Zöliakie schafft die Low-FODMAP-Diät leider keine Linderung, bei Reizdarm dagegen kann sie die Erkrankung verbessern.

Low-FODMAP-Diät: Schritt für Schritt die richtige Ernährung finden

Lebensmittel, die FODMAPs (Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole) enthalten, sind nicht schädlich, sie produzieren aber während der Verdauung im Darm vermehrt Gase. Diese belasten den ohnehin gereizten Darm zusätzlich und führen zu Durchfall, Blähungen und Schmerzen. Eine Low-FODMAP-Diät hilft, diese Symptome zu mindern und das Leben mit Reizdarm zu verbessern. Die Ernährungsumstellung sollte etwa sechs bis acht Wochen dauern. Dabei werden zunächst alle FODMAP-reichen Nahrungsmittel weggelassen. Anschließend kannst du sie in kleinen Mengen wieder einführen. So kannst du prüfen, welche Lebensmittel du gut verträgst. Bei einer Low-FODMAP-Diät geht es also darum, die Menge der FODMAPs bewusst zu steuern.

Low-FODMAP-Diät: mit Zeit und Geduld Essgewohnheiten ändern

Eine Low-FODMAP-Diät ist nicht zu unterschätzen. Viele deiner Essgewohnheiten haben sich über die Jahre entwickelt und gefestigt. Nun musst du zumindest zeitweise auf einige deiner vielleicht lieb gewonnenen Gewohnheiten verzichten. Meist benötigt es etwas Zeit und Geduld, um sie auch ändern zu können. Darüber hinaus ist die Zuordnung der Lebensmittel zu den verschiedenen Gruppen recht komplex. Wenn du eine Low-FODMAP-Diät erwägst, empfiehlt es sich, diese mit ärztlicher Unterstützung oder mit einer speziell geschulten Ernährungsberatung durchzuführen. So kannst du ausschließen, dass die strikte Einhaltung zu einer Mangelernährung führt. Aber deine Mühe wird belohnt: Nach der Abstinenzphase besteht die Möglichkeit, dass du bestimmte Lebensmittelgruppen wieder essen kannst. Vor allem hast du deine eigenen Toleranzgrenzen gefunden. Dies fällt mit professioneller Unterstützung leichter. Bei Rückschlägen solltest du nicht resignieren. Sie sind ganz normal und kein Grund, dein Ziel aufzugeben.

Alles eine Frage der individuellen Verträglichkeit

Mit Reizdarm leben – welche Tipps können im Alltag helfen? Deine AOK Hessen hat für dich eine übersichtliche Liste der „Dos and Don’ts“ zusammengestellt. Letztlich gibt es keine Verbote, aber es gilt herauszufinden, welche Nahrungsmittel du verträgst.

Außerdem empfehlen wir dir, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. Das Expertenforum Ernährung der AOK Hessen berät dich gern.