Essen in Hessen: Was is(s)t typisch hessisch?
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Essen in Hessen: Was is(s)t typisch hessisch?

So unterschiedlich, wie die hessische Natur sich zeigt, so vielfältig sind die traditionellen Gerichte der Regionen. In Nordhessen konzentrieren sich Landsleute traditionell auf Kartoffeln und Äpfel. In den ländlichen Regionen Mittelhessens essen sie gerne deftige Hausmannskost. Und in Südhessen kannst du aus den regionalen Zutaten fast schon den rheinischen Sonnenschein herausschmecken! Unsere vier hessischen Spezialitäten haben eins gemeinsam: Sie lassen sich ganz einfach nachkochen.

Hessische Küche: einfach, deftig, lecker

Am liebsten bodenständig – auf dem Speiseplan vieler Hessen stehen traditionell simple Zutaten wie Kartoffeln, Brot, Quark, Speck, Eier und Milch. Beliebt sind Wurst-Varianten wie die „Ahle Worscht“, eine luftgetrocknete rote Wurst aus Schweinefleisch, oder Käse-Gerichte wie „Handkäs mit Musik“ („Musik“ bedeutet mariniert). Auch Äpfel sind ein fester Bestandteil der hessischen Küche, besonders als Getränk in Form von Apfelsaft und dem berühmten Hessischen Apfelwein („Ebbelwoi“).

Vier typisch hessische Gerichte zum Nachkochen

Ob du dich zum ersten Mal an der hessischen Küche versuchen willst oder das Rezept zu einem Lieblingsgericht suchst: Wir stellen dir vier hessische Rezepte vor – von der Grünen Soße bis zum süßen Auflauf Kirschenmichel.

Der hessische Klassiker: Grüne Soße

Die Grüne Soße ist heute über die Landesgrenzen hinaus berühmt, vor allem die Frankfurter Variante. Es heißt, dass die „Grie Soß“ im 17. Jahrhundert von den Hugenotten eingeführt wurde, bewiesen ist das nicht. Traditionell wird die Grüne Soße zu Pellkartoffeln und hartgekochten halben Eiern gegessen. Sie passt auch gut zu Schnitzel oder Tafelspitz. Und sie eignet sich perfekt als Reste-Essen, besonders, wenn du einen Eierüberschuss verbrauchen willst.

Die Grüne Soße wird aus sieben Kräutern hergestellt. Sie haben ab Gründonnerstag bis zum ersten Frost Saison. Eine Spitzenqualität haben sie im Mai, kaufe sie am besten frisch auf dem regionalen Markt in deiner Nähe. Es kursieren zwei Varianten der Grünen Soße: Die Frankfurter Grüne Soße enthält Kresse. In Nordhessen gehört stattdessen Dill ins Rezept.

Du brauchst für die Nordhessische Variante der Grünen Soße:

  • Kerbel, Sauerampfer, Borretsch, Pimpinelle, Schnittlauch, Dill, Petersilie – dabei darf keins der Kräuter mehr als ein Drittel der Zusammensetzung ausmachen
  • 400 g Schmand
  • 500 g Quark
  • 8 Eier
  • 1 TL Senf
  • Einen Schuss Milch
  • Zucker, Salz, Pfeffer

So bereitest du sie zu:

  1. Koche die Eier hart.
  2. Hacke die Kräuter klein.
  3. Rühre die Milchprodukte (Schmand und Quark) mit einer Prise Zucker glatt.
  4. Verrühre die Creme mit Kräutern und Senf, schmecke sie mit Salz und Pfeffer ab.
  5. Schneide die Eier klein und rühre sie unter die Soße.

Das „Arme-Leute-Essen“: Zwiebelkuchen – in unserem Rezept mit Lauch

In den ländlichen Regionen Hessens sind Brot und Hefekuchen beliebte „Arme-Leute-Essen“. Sie sind einfach, schmackhaft und gesund. Wir zeigen dir den landestypischen Zwiebelkuchen in der Variante mit Lauch.

Das brauchst du für hessischen Zwiebelkuchen mit Lauch:

  • 300 g Mehl
  • 150 ml Milch
  • 20 g frische Hefe
  • 60 g Butter
  • 600 g Zwiebeln
  • 1 Stange Lauch
  • 250 g Rahmjoghurt (als Alternative zu Schmand)
  • 3 Eier
  • Salz, Pfeffer, Kümmel
  • Speck- oder Kochschinkenwürfel nach Belieben, vegetarische Alternative: gewürfelter Räuchertofu

So bereitest du ihn zu:

  1. Wärme die Milch lauwarm auf. Löse die Hefe darin auf.
  2. Vermische das Mehl mit einer Prise Salz und der Butter, knete es mit der Hefemischung zu einem glatten Teig. Lass alles eine halbe Stunde lang an einem warmen Ort ruhen.
  3. Heize den Backofen auf 200 Grad (180 Grad Ober-/Unterhitze) vor.
  4. Schäle die Zwiebeln und schneide sie in Ringe. Putze und wasche den Lauch und schneide ihn ebenfalls in Ringe. Dünste beides glasig.
  5. Brate den Speck/Kochschinken oder den Räuchertofu an.
  6. Verrühre den Rahmjoghurt mit 1 TL Kümmel, schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab. Verrühre das Gemisch mit den Eiern.
  7. Breite den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech aus. Drück die Ränder leicht nach oben. Stich den Teig mehrfach mit der Gabel ein.
  8. Verteile die Zwiebel-Lauch-Mischung und eventuell Speck/Kochschinken/Räuchertofu auf dem Teig. Gib die Joghurt-Creme gleichmäßig darauf.
  9. Backe den Zwiebel-Lauch-Kuchen ca. 30 bis 35 Minuten.

Der Sattmacher: Kartoffelsalat mit Kraut

In Nordhessen stehen bis heute oft Kartoffeln auf dem Speiseplan. Auch Gartengemüse wie Kohl sind hier sehr beliebt. Daraus entstand ein weiteres typisch hessisches Gericht: Kartoffelsalat mit Kraut – gerne serviert mit Frankfurter Würstchen.

Das brauchst du für hessischen Kartoffelsalat mit Kraut:

  • 1 kg vorgekochte Pellkartoffeln, am besten vom Vortag
  • 1 Zwiebel
  • ½ Teelöffel Mehl
  • 1 Messerspitze Senf
  • 250 ml Brühe
  • 500 g Weißkohl
  • Essig und Öl
  • Salz und Pfeffer
  • Speckwürfel nach Belieben

So bereitest du ihn zu:

  1. Pelle die Kartoffeln und schneide sie in dünne Scheiben.
  2. Schäle die Zwiebel und würfle sie fein. Verrühre sie mit je 2 EL Essig und Öl. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Rühre das Dressing unter die Kartoffeln. Füge je nach Geschmack Speckwürfel hinzu.
  3. Vermische Brühe, Mehl und Senf und gib alles zum Salat dazu.
  4. Schneide den Weißkohl klein und dünste ihn mit etwas Öl in der Pfanne glasig. Hebe das Kraut warm unter den Salat.
  5. Wenn du möchtest, kannst du den Salat mit Frankfurter Würstchen servieren.

Brot und Süßes: Kirschenmichel

Vielleicht isst du wie viele Leute freitags kein Fleisch. Statt Fisch darf es dann gerne ab und zu etwas Süßes sein. Der Kirschenmichel ist ein altbekannter Brot-Auflauf mit Kirschen. Du kannst den Kirschenmichel auch gut als Nachtisch servieren. Das leckere Sommergericht ist perfekt geeignet, um altes Weißbrot zu verwerten.

Das brauchst du für den Kirschenmichel:

  • 6 normale Brötchen vom Vortag
  • 300 g Kirschen (entsteint)
  • 200 ml Milch
  • 125 g Saure Sahne
  • 100 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 50 g gemahlene Haselnüsse
  • 3 Eier
  • Schale einer unbehandelten Zitrone
  • Zimt

So bereitest du ihn zu:

  1. Heize den Backofen auf 175 Grad vor.
  2. Schneide die Brötchen in kleine Würfel und weiche sie in der Milch ein.
  3. Trenne die Eier. Rühre die Butter, den Zucker und das Eigelb schaumig.
  4. Reibe die Zitronenschale. Füge den Abrieb, die Nüsse und eine Messerspitze Zimt zum Eiergemisch hinzu.
  5. Drücke die eingeweichten Brötchen aus und füge sie zum Teig hinzu. Rühre die Saure Sahne ein.
  6. Schlag das Eiweiß steif und hebe es unter den Teig.
  7. Fette eine Auflaufform ein und fülle die Hälfte des Teigs hinein. Verteile die Kirschen darauf. Zum Schluss verteilst du den restlichen Teig auf den Kirschen.
  8. Backe den Kirschenmichel für ca. 40 Minuten.

Regional essen, nachhaltig leben

Lokaltypische Gerichte sind lecker – und letztlich auch gut für die Umwelt: Gerade, wenn du auf deinem nahegelegenen Markt einkaufst, schonst du durch die kurzen Transportwege Ressourcen. So genießt du Gerichte mit frischen Zutaten und reduzierst gleichzeitig deinen ökologischen Fußabdruck. Vielleicht möchtest du deine Ernährung auch umstellen, weil du Gewicht verlieren willst oder aufgrund einer Krankheit Diät halten musst? In unseren AOK-Ernährungskursen erklären wir dir, wie du dich mit Einschränkungen ausgewogen ernährst.

Gute Gesundheit und guten Appetit wünscht dir deine AOK Hessen. 

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