Familienmodelle im Wandel der Zeit
Familienleben

Familienmodelle im Wandel der Zeit

Für viele Menschen besteht eine typische Familie aus einer Mutter, einem Vater, zwei Kindern und vielleicht noch einem Hund. Dieses stereotype Bild können wir noch vertiefen: Der Sohn ist in der Regel der Erstgeborene, die Tochter folgt zwei Jahre später. Der Vater, seines Zeichens Alleinverdiener, gilt als Oberhaupt und die Mutter als Herz der Familie. Sie organisiert den Haushalt, kümmert sich um die Erziehung und hält die sozialen Kontakte.

Erkennst du darin das Familienbild wieder, das dir persönlich eben spontan vor Augen kam? Wenn nicht, brauchst du dir keine Sorgen zu machen, denn oben haben wir die typische Familie der 50er-Jahre skizziert. Ein Blick darauf macht deutlich, wie stark sich die Strukturen unseres Zusammenlebens verändern. Noch nie waren Familienmodelle so vielfältig wie heute.

Patchwork & Regenbogen

Die Menschen sind heute sowohl wesentlich freier als auch aufgeklärter und haben andere Bedürfnisse als damals. Heute reicht es oft nicht aus, wenn nur einer der Partner arbeiten geht. Auch Scheidungen sind kein Tabuthema mehr. In Deutschland wird sogar fast jede zweite Ehe geschieden. Und was kommt dann? Häufig finden sich Geschiedene zusammen und gründen mit ihren neuen Partnern und deren Kindern eine neue Familie, eine sogenannte „Patchworkfamilie“.

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Eheleute zusammenbleiben mussten, bis der Tod sie schied. Heute sind die Menschen selbstbestimmter, können eine festgefahrene Beziehung einfacher beenden und etwas Neues anfangen. Zudem haben Gesetzesänderungen dazu geführt, dass ein Trauschein nicht mehr die Voraussetzung für eigene Kinder ist. Im Gegenteil: Zusammenleben ohne Trauschein liegt im Trend.

Relativ selten sind in Deutschland die sogenannten Regenbogenfamilien. Hier leben zwei gleichgeschlechtliche Partner mit ihren Kindern als Familie zusammen. Seit dem 1. Oktober 2017 können zwei Männer oder zwei Frauen in Deutschland heiraten – sie haben damit auch das Recht erlangt, gemeinsam nichtleibliche Kinder zu adoptieren.

Die Liebe zählt – erlaubt ist, was gefällt

Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie, Großfamilie, Alleinerziehende oder doch die klassische Familie? Was ist richtig, was ist falsch? Dazu können wir von der AOK Hessen ganz klar sagen: „Richtig“ oder „falsch“ gibt es in diesem Zusammenhang nicht.

Jedes dieser Familienmodelle – und es ist nur eine kleine Auswahl der möglichen Modelle – hat Vor- und Nachteile. Das Aufwachsen in einer Großfamilie kann dazu führen, dass die Kinder selbstbewusst, teamfähig und kommunikativ werden, aber es kann auch das Gegenteil bewirken. Denn ständige Konkurrenzkämpfe unter den Geschwistern können auch negative Folgen haben. Ähnlich verhält es sich mit den Patchworkfamilien. Es gibt Studien, die besagen, dass Kinder, die in diesem Modell aufwachsen, offener sind und schneller neue Bindungen eingehen. Aber es gibt auch Studien, die das Gegenteil zeigen.

Auf den Menschen kommt es an

Am Ende ist gar nicht so wichtig, welchen Weg du einschlägst. Wichtig ist ein Leben, das zu dir passt. Nur wenn du entspannt bist, kannst du deinen Kindern genügend Aufmerksamkeit, Geborgenheit und Nähe schenken. Pflege einfach schöne Rituale in der Familie, wie groß auch immer diese ist, und vermittele deinen Kindern sinnvolle Werte. Lass dir nicht von anderen in deine Erziehung und deinen Lebensstil reinreden. Jeder Mensch ist anders und jeder hat eigene Bedürfnisse. Bleibe authentisch, dann lebt deine Familie auch ganz automatisch ihre eigenen Werte.

Die AOK Hessen hat die besten Tipps für einen gesunden Familienalltag herausgesucht. Gemeinsam etwas erleben, das fördert auch den Zusammenhalt in der Familie.