Heilfasten – wie der Stoffwechsel den Körper entgiftet
Ernährungsformen

Heilfasten – wie der Stoffwechsel den Körper entgiftet

Beim Heilfasten wird völlig auf feste Nahrung verzichtet. Dadurch soll unser Organismus entgiften und der Stoffwechsel so richtig in Schwung kommen. Für Körper und Geist bedeutet das eine echte Herausforderung. Ob Heilfasten auch medizinische Effekte hat, wird bei vielen Ernährungsmedizinern noch diskutiert. Wir erläutern dir, worum es beim Heilfasten geht und was du dabei beachten solltest.

Heilfasten – das ist wichtig

Beim Heilfasten wird für einen bestimmten Zeitraum – im Schnitt sind es 5 bis 14 Tage – ganz auf feste Nahrung verzichtet. Für unseren Körper ist diese radikale Umstellung eine echte Kampfansage. Deshalb solltest du dich zuvor unbedingt von einem Arzt untersuchen, beraten und auch während des Heilfastens begleiten lassen. In der Regel durchlaufen viele Menschen den Prozess des Heilfastens mit ambulanter medizinischer Betreuung. Alternativ gibt es auch spezielle Kliniken, die sich auf diesen Prozess spezialisierst haben und ein stationäres Programm anbieten.

Was passiert beim Heilfasten im Körper?

Während des Fastens greift dein Körper zuerst auf die eigenen Reserven zurück. Am ersten Tag verwertet er die Kohlenhydrate, die in Form von sogenanntem Glykogen zum Beispiel in der Leber gespeichert sind. Zudem produziert der Körper bei Nahrungsentzug ein Stressmolekül, das die Aufnahme von Fettsäuren in die Leber senkt. Dadurch kann das medizinische Fasten auf Menschen, die an einer Fettleber leiden, einen positiven Einfluss haben.

Schon in den ersten Tagen verliert der Körper an Gewicht. Das Hungergefühl ist in dieser Zeit am stärksten. Dein Körper befindet sich im Hungerstoffwechsel und baut in dieser Phase noch kein Fett ab, sondern in erster Linie Wasser und Eiweiß. Damit nicht gleich deine gesamte Muskelmasse verloren geht, solltest du mit sanfter Bewegung, wie zum Beispiel in Form von Spaziergängen oder leichtem Yoga, dem Abbau von Muskelmasse entgegenwirken. Ab dem dritten Tag schaltet der Körper seinen Stoffwechsel vom Eiweißverbrauch in die Fettverbrennung um. Wo er im Alltag eher auf Kohlenhydrate unserer Nahrung zugreift, bedient er sich nun an den inneren Fettreserven. Damit geht auch das Hungergefühl allmählich zurück. Fastende beschreiben, dass die Veränderung des Stoffwechsels mit einer intensiven Stimmungsaufhellung einhergeht, die noch weit über die Zeit des Heilfastens hinaus anhält.

Nahrungsverzicht – das steht auf dem Speiseplan

Es gibt die unterschiedlichsten Formen des Heilfastens. Alle haben gemeinsam, dass du nur Flüssigkeiten zu dir nimmst. Neben Wasser stehen zum Beispiel auch Gemüsebrühe, frisch gepresste Säfte und ungesüßte Kräutertees zur Wahl. Je nach Variante des Heilfastens können auch eiweißreiche Lebensmittel wie Molke, Joghurt oder Buttermilch die Aufnahme von Flüssigkeiten ergänzen. Das soll vermeiden, dass dein Körper insbesondere am zweiten und dritten Fastentag die eigenen Eiweiße aus den Muskeln abbaut und verwertet.

Die wichtigsten Grundregeln im Überblick

  • Überlege dir gemeinsam mit deinem Arzt, ob Heilfasten für dich eine Option ist, und kläre, wie lang du fasten solltest.
  • Trinke viel – mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag.
  • Lenke dich vom Hungergefühl ab und schaffe dir ein Umfeld, dass dich bei deinem Prozess begleitet und unterstützt.
  • Verzichte ganz auf Nikotin und Alkohol.
  • Nimm dir kleine Auszeiten von der Arbeit und dem Alltag, damit du dich ganz auf dich konzentrieren kannst.
  • Anfangs solltest du nicht länger als zwei Wochen am Stück fasten.
  • Wenn du dich schlecht fühlst, sprich mit sofort deinem Arzt.
  • Nur gesunde Menschen – sie müssen mindestens Normalgewicht haben – können kurzfristiges Heilfasten in Eigenregie durchführen. Doch auch sie sollten zuvor einen Arzt befragen. Schwangere, Menschen mit Schilddrüsenproblemen, Depressionen, Auszehrung oder Essstörungen dürfen nicht fasten!

Heilfasten kann der erste Schritt zu einem gesunden Lebensstil sein. Diesen kannst du fortführen, indem du nach dem Fasten auf eine gesunde Ernährung achtest. Leckere Spinatgerichte bieten zum Beispiel auch zwischendurch einen tollen Frühjahrsputz für deinen Körper. Ingwer ist ebenfalls ein echtes Wundermittel, und auch eine Trinkkur mit Knoblauch hat vielfältige positive Effekte auf deinen Körper.

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