Flexitarier: achtsam essen als Teilzeit-Vegetarier
Körperwissen

Flexitarier: achtsam essen als Teilzeit-Vegetarier

Heute schon fleischlos glücklich gewesen? Dann gehörst du vielleicht zu der wachsenden Zahl Menschen, die weniger Lebensmittel tierischen Ursprungs essen. Statt ganz zu verzichten, achten die sogenannten Flexitarier lieber darauf, woher die Produkte stammen und wie sie hergestellt wurden. Wenn alles passt, dann essen sie’s gern und mit Genuss: einfach flexitarisch, ausgewogen gesund und ohne Verbote. Also eigentlich ideal – und leicht umsetzbar für alle.

Fleisch: nur selten und unter bestimmten Bedingungen

Täglich ein Stück Fleisch auf dem Teller – lange Zeit galt das als erstrebenswert. Doch Werte wandeln sich. Immer mehr Menschen machen sich Gedanken über die Auswirkungen von Massentierhaltung und lehnen anonymes Billigfleisch ab. Allerdings werden nicht gleich alle zu Vegetariern. Viele passen ihren Speiseplan flexibel an. Dazu gehört hin und wieder Fleisch. Dabei ist wichtig: Es muss eine gute Qualität haben und aus tier- sowie umweltgerechter Haltung stammen. Wer so isst, wird Flexitarier oder scherzhaft „Teilzeit-Vegetarier“ genannt. Vielleicht bist du auch einer, ohne es zu wissen?!

Immer mehr Menschen essen flexitarisch

Rund 12 Prozent der deutschen Bevölkerung lebt bereits flexitarisch. Ergebnisse entsprechender Studien zeigen, dass weitere 9,5 Prozent ihren Fleischkonsum in Zukunft verringern wollen. Die Tendenz ist also steigend. Das passt gut zu der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, pro Woche höchstens 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren zu verzehren.

Weniger vom Tier, mehr Leckeres von der Pflanze

Flexitarier achten aber nicht nur darauf, woher das Fleisch stammt, wie die Tiere gehalten und geschlachtet wurden und welche Qualität das Produkt insgesamt hat. Sie essen auch weniger andere Lebensmittel tierischen Ursprungs. Fisch, Eier und Milchprodukte kommen also ebenfalls seltener auf den Tisch, und wenn, dann in besonders guter Qualität. Unter die Lupe werden darüber hinaus Obst und Gemüse genommen. Kurzum: Waschechte Flexitarier achten bei allen Nahrungsmitteln auf Herkunft, Herstellung und das, was sie sonst noch rund ums jeweilige Lebensmittel und seine Zubereitung interessiert.

Ohne Verbote essen, was gut tut

Wie sehr jeder einzelne Flexitarier aufs Essen achtet, ist ganz unterschiedlich. Denn auch das gehört zu dieser Ernährungsform: viel Freiheit. Keinesfalls geht es also um Dogmen oder Verbote. Vielmehr liegt der Fokus auf gesunden, pflanzlichen Lebensmitteln, kombiniert mit achtsam ausgewählten Produkten tierischen Ursprungs. Ziel ist, sich ein ausgewogenes Essen frei zusammenzustellen – und es zu genießen.

Viel Gesundheit im Schlepptau

Wie gesund flexitarische Ernährung ist, lässt sich in Studien nicht ermitteln. Denn es gibt ja keine klaren Regeln. Allerdings liegen Untersuchungen zur veganen und vegetarischen Ernährung sowie zu hohem Fleischkonsum vor. Demnach hast du als Flexitarier viele gesundheitlichen Vorteile:

  • Leichter Gewicht reduzieren: Vorwiegend pflanzliche Ernährung mit wenig tierischen Lebensmitteln hilft beim Abnehmen. Isst du morgens zum Beispiel statt Eiern und Butterbrot lieber Beeren, Nüsse und Haferflocken, nimmst du viele Ballaststoffe auf sowie Kohlenhydrate, die langsam verbrennen. Du bist länger satt und isst automatisch weniger.
  • Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen: Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte enthalten viele Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese schützen dein Herz-Kreislauf-System. Von Vegetariern weiß man, dass sie einen niedrigeren Blutdruck und einen besseren Cholesterinspiegel als Fleischesser haben. Isst du weniger Fleisch, können sich deine Werte diesbezüglich ebenfalls verbessern.
  • Krebsrisiko senken: Obst und Gemüse haben Inhaltsstoffe, die nachweislich vor vielen Krebsarten schützen. Vegetarische Ernährung zeigte sich in einer Studie als ideal, um Darmkrebs vorzubeugen. Ein Grund sind die vielen Ballaststoffe, die deine Darmschleimhaut gesund halten. Einfache Schlussfolgerung für Flexitarier: weniger Fleisch, weniger Risiko.

Einkaufen bei Anbietern deines Vertrauens

Willst du flexitarisch essen, kannst du das ziemlich einfach realisieren: Iss einfach weniger Fleisch, aber dafür besonders gutes. Das kann Biofleisch aus dem Supermarkt sein. Manche Biolandwirte vor Ort bieten im eigenen Hofladen Fleisch aus tier- und umweltgerechter Haltung an. Sogar im Internet gibt es Verkaufsstellen direkt vom (Bio-)Erzeuger. Bioobst und -gemüsekisten, Bioeier, heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich bewusster zu entscheiden. Du stellst dir dein Essen einfach so zusammen, wie du möchtest.

Flexibel essen, bestens versorgt sein – und genießen plus Rezept!

Damit deine Ernährung ausgewogen ist, haben wir noch drei Tipps für dich:

  • Deine Proteinversorgung stellst du als Flexitarier ganz einfach aus pflanzlichen Proteinquellen sicher, indem du Getreide, Hülsenfrüchte sowie hin und wieder Eier und Milch- oder Sojaprodukte isst.
  • Vitamin B12 ist viel in Fleisch enthalten. Dein Körper braucht es für den Stoffwechsel, die Zellteilung und das Zellwachstum. Mit einmal Fleisch pro Woche bist du bestens versorgt, denn dein Körper kann dieses Vitamin gut speichern.
  • Jod brauchst du für die Bildung deiner Stoffwechselhormone, und zwar täglich 200 Mikrogramm. Iss darum regelmäßig Fisch (achte auch hier auf die Herkunft) oder verwende jodiertes Speisesalz.

Haben wir dir Appetit auf ein fleischloses Gericht gemacht, das sich auch noch einfach zubereiten lässt? Versuche doch mal den köstlichen Zucchini-Karotten-Auflauf!

Ernährung in all ihren Facetten

Ja, Ernährung verändert sich. Wir nehmen dich mit auf eine Entdeckungsreise, wie sich unser Essen im 21. Jahrhundert verändert. Möchtest du dich bewusster ernähren? Dann solltest du unbedingt unsere Tipps für Ernährung mit allen Sinnen lesen. Bei gezielten Fragen zu Flexitarismus kannst du dich online rund um die Uhr an unsere Ernährungsexperten im AOK-Forum wenden.

Viel Spaß beim flexitarischen Essen und gute Gesundheit wünscht deine AOK Hessen.