Gentest in der Schwangerschaft: Wann ist er sinnvoll?
Untersuchungen

Gentest in der Schwangerschaft: Wann ist er sinnvoll?

Alle werdenden Eltern möchten sichergehen, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Dank der medizinischen Forschung besteht die Möglichkeit, den Fötus in der Schwangerschaft auf bestimmte Erbkrankheiten oder Gendefekte zu testen. Solche Tests werden empfohlen, wenn die Schwangerschaft mit Risiken verbunden ist. Deine AOK Hessen stellt mit vielen zusätzlichen Leistungen die ideale Vorsorge für dich und dein Kind sicher.

Vorsorge gibt Sicherheit

Die Mehrzahl aller Babys wird gesund geboren. Trotzdem besteht ein geringes Risiko, dass ein Kind mit körperlichen oder geistigen Erkrankungen zur Welt kommt. Deshalb werden während der Schwangerschaft regelmäßig ärztliche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Zusätzliche Test werden empfohlen, wenn die Schwangerschaft mit Risiken verbunden ist. Ein Risiko kann bestehen, wenn zum Beispiel eine Vorerkrankung wie Diabetes vorliegt. Zur Risikogruppe gehören aber auch Frauen, die bereits eine Fehlgeburt hatten, Mehrlinge erwarten oder älter als 35 Jahre sind.

Risiken frühzeitig erkennen – die Nackenfaltenmessung

Für ein Maximum an Sicherheit gibt es sehr unterschiedliche Tests. Eine spezielle, hochauflösende Ultraschalluntersuchung ist die Nackenfaltenmessung. Sie wird bei Risikoschwangerschaften empfohlen und idealerweise zwischen der 10. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Die Nackenfaltenmessung zeigt, ob sich der Fötus gesund entwickelt, und kann Hinweise auf eine genetische Erkrankung geben. Allerdings ist sie als einziger Messwert wenig aussagekräftig. Deshalb wird bei einem positiven Testergebnis zu weiterführenden Untersuchungen geraten.

Welche Untersuchungen sind möglich?

Um bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Trisomie 21 und andere Chromosomenabweichungen bei einem Kind auszuschließen, wird die DNA, also das Erbgut des Kindes, untersucht. Es gibt verschiedene Untersuchungsverfahren, zum Beispiel die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), die Plazenta-Punktion (Chorionzottenbiopsie) oder die Nabelschnurpunktion (Chordozentese). Diese Untersuchungen können mit großer Sicherheit eine Erkrankung des Kindes nachweisen oder ausschließen.

Die Fruchtwasseruntersuchung: Bei dieser Untersuchung entnimmt deine Ärztin oder dein Arzt mit einer feinen Nadel eine Fruchtwasserprobe durch die Bauchdecke. Mithilfe des Ultraschallgeräts wird vorab die Lage des Kindes festgestellt und eine geeignete Stelle gesucht. Die etwa 5- bis 15-minütige Untersuchung wird als nicht schmerzhaft beschrieben. Aussagekräftige Befunde lassen sich erst zwischen der 14. und 19. Schwangerschaftswoche erzielen.

Die Plazenta-Punktion: Diese Untersuchung kann etwas früher als die Fruchtwasseruntersuchung erfolgen, nämlich ab der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche. Auch hier wird vorab per Ultraschall die Lage des Kindes ermittelt. Die Nadel kann über die Bauchdecke oder über die Vagina eingeführt werden. Dann wird ein kleines Stückchen Plazenta, also Mutterkuchen, entfernt. Da bei diesem Verfahren die Nadel nicht in die Fruchthöhle vordringt, ist es unwahrscheinlich, dass das Kind verletzt wird.

Die Nabelschnurpunktion: Mit einer Hohlnadel wird unter Ultraschall durch die Bauchdecke der Mutter Blut aus der Nabelschnurvene des Ungeborenen entnommen. Diese Untersuchung kann Erkenntnisse liefern, wenn beispielsweise die Fruchtwasseruntersuchung keinen eindeutigen Befund gebracht hat. Sie ist zwar ab der 12. Schwangerschaftswoche möglich, aussagekräftig und ungefährlicher ist die Punktion aber erst ab der 22. Woche.

Da es sich bei allen Vorgängen um einen medizinischen Eingriff handelt, geht mit ihnen auch ein minimales Risiko einer Fehlgeburt einher. Dieses liegt, je nach Methode, zwischen 0,5 und 2 Prozent und ist somit relativ gering.

Auf den Rat des Arztes vertrauen – Gewissheit erlangen

Die Entscheidung für eine DNA-Analyse schenkt Gewissheit und kann weitreichende Folgen haben: Wird tatsächlich ein Gendefekt festgestellt, finden sich Elternpaare in einer Situation wieder, auf die sie sich erst einstellen müssen.

Daher solltest du offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, ob eine vorgeburtliche Untersuchung sinnvoll ist, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Tests haben und welcher Test in deiner Situation möglich ist. Wird einer dieser zusätzlichen Gentests empfohlen, so unterstützen wir dich finanziell und tragen die Kosten des Eingriffs.

Du wünschst dir, noch besser informiert zu sein? Unsere AOK-Berater und -Beraterinnen stehen dir mit ihrem Wissen zur Seite, damit du die beste Entscheidung für dich treffen kannst. Wenn du weitere Fragen zu den Leistungen und Untersuchungen in der Schwangerschaft hast, kannst du dich bei der AOK Hessen informieren.

Gute Gesundheit für dich und deine Familie wünscht deine AOK Hessen.