Gesunde Venen für schöne Beine
Selbsthilfe

Gesunde Venen für schöne Beine

Ob Laufen, Radfahren oder einfach nur Aufstehen: Unsere Beine leisten viel. Einen wichtigen Anteil haben unsere Beinvenen. Sie lassen das Blut aus den Füssen zum Herzen zurückfließen. Etwa 50 Prozent der deutschen Bevölkerung haben allerdings Probleme mit ihren Beinvenen: Besenreiser, Krampfadern oder geschwollene Beine sind sichtbare Zeichen einer Venenerkrankung. Du kannst selbst viel tun, um deine Beine zu entlasten und chronischen Venenleiden vorzubeugen.

Laufen, Springen und Radfahren – Schwerstarbeit für unsere Beinvenen

Jeden Tag pumpt unser Herz etwa 7000 Liter Blut durch die Adern, um alle Zellen des Körpers mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Während Arterien das Blut vom Herzen weg in den Körper pumpen, transportieren Venen es zurück. Und das entgegen der Schwerkraft – von den Füßen zum Herzen. Unsere Beinvenen leisten dabei Schwerstarbeit. Unterstützt werden sie durch die sogenannte Muskelpumpe. Unsere Wadenmuskulatur drückt das Blut bei Anspannung nach oben. Damit das Blut bei entspannter Muskulatur nicht wieder zurückfließt, sind die Venen mit Venenklappen ausgestattet. Diese wirken wie Rückschlagventile: Fließt das Blut Richtung Herz, öffnen sie sich. Entspannt sich die Muskulatur, schließen sie sich und verhindern somit den Rückfluss.

Symptome für eine Venenschwäche

In den Beinen verlaufen drei Venensysteme: die oberflächlichen Beinvenen, die tief liegenden Beinvenen und die Verbindungs- oder Perforansvenen. Sind sie geschwächt, funktioniert der Blutkreislauf nicht mehr richtig – mit unangenehmen Folgen.

Erste Anzeichen einer Venenschwäche erkennst du an folgenden Symptomen:

  • müde, schwere und geschwollene Beine
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • Kribbeln, Spannungsgefühl, Juckreiz
  • Beinschmerzen

Diese Beschwerden sind in der Regel abends oder nach längerem Stehen am stärksten. Sie können sich rasch bessern, wenn du deine Beine hochlagerst.

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Venenleiden der Beine. Sie reichen von harmlosen Besenreisern über Krampfadern bis hin zum nicht verheilenden Unterschenkelgeschwür, dem sogenannten „offenen Bein“.

Besenreiser (Teleangiektasien)

Erweiterte Blutgefäße, sogenannte Besenreiser, sind oft die ersten sichtbaren Anzeichen für Gefäßprobleme. Feine bläulich-rote Äderchen bilden netzartige Verästelungen, die durch die Haut durchscheinen. Besenreiser sind harmlos und meist nur ein ästhetischer Makel. Sie können aber auf ein Krampfaderleiden hinweisen.

Krampfaderleiden (Varikose)

Aus Besenreisern kann sich ein Krampfaderleiden (Varikose) entwickeln. Krampfadern sind dick hervortretende geschlängelte Blutgefäße, in denen sich das Blut staut. Das liegt daran, dass die Venenklappen nicht mehr dicht schließen. Das Blut versackt in den Venen, wodurch diese sich immer weiter ausdehnen. Krampfadern kannst du gut erkennen und ertasten. Während Besenreiser symptomlos sind, können Krampfadern Schmerzen und Ödeme (Wassereinlagerungen) in den Beinen hervorrufen, die meist im Bereich der Knöchel beginnen und später aufsteigen.

Venenentzündung (Phlebitis) und Thrombose

Bei ausgeprägter Varikose kann es zu einer Venenentzündung (Phlebitis) kommen. Das gestaute Blut in den Krampfadern übt einen starken Druck auf die Gefäße aus. Auf diesen permanenten Reiz reagiert die Venenwand mit einer Entzündung. Du kannst die entzündeten Stellen sehen und fühlen, da sie verhärtet und gerötet sind. Oft sind sie auch sehr schmerzhaft und strahlen eine übermäßige Wärme aus. Eine Venenentzündung sollte umgehend von einem Facharzt (Phlebologe, Angiologe, Dermatologe) behandelt werden. Denn wer Venenbeschwerden nicht ernst nimmt, riskiert schwerwiegende Komplikationen.

Eine gefürchtete Komplikation bei einer Venenentzündung ist die Thrombose. Durch die Entzündung können sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Sind tief liegende Beinvenen von einer Thrombose betroffen, besteht das Risiko für eine lebensgefährliche Lungenembolie. Denn löst sich das Gerinnsel und gelangt mit dem Blut in die Lunge, kann es dort ein Gefäß verstopfen, was tödlich endlich kann.

Venenleiden sind gut behandelbar

Wenn deine Beine öfter schmerzen oder anschwellen, solltest du einen spezialisierten Arzt (Phlebologen) zu Rate ziehen. Durch moderne Untersuchungsverfahren wie zum Beispiel die Ultraschall-Doppler-Sonographie kann er die Funktion deiner Venenklappen und die Pumpfunktion der Venen beurteilen. Bei der Untersuchung wird anhand von Schallwellen die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in deinen Beinvenen akustisch-räumlich dargestellt und aufgezeichnet. So lässt sich eine Venenschwäche oder auch Thrombose schon frühzeitig aufzeigen. Venenleiden sind grundsätzlich gut behandelbar.

Venenmittel – ja oder nein?

Sind die Beschwerden noch erträglich, greifen viele Betroffene zu frei verkäuflichen Venenmitteln in Form von Salben oder Tabletten. Ihr Einsatz ist in Fachkreisen sehr umstritten. Klinische Studien der Universität Frankfurt deuten allerdings darauf hin, dass pflanzliche Extrakte wie beispielweise Rosskastaniensamen  und rote Weinrebenblätter die Beschwerden lindern können. Sie sollen Entzündungen hemmen, Schwellungen sowie Schmerzen reduzieren und die Durchlässigkeit der Blutgefäße verbessern. Grundsätzlich gilt jedoch: Venenerkrankungen gehören in die Hände eines Facharztes (Phlebologe, Angiologe oder Dermatologe).

Die Venen fit halten

Das A und O der Vorbeugung ist Bewegung. Also lieber mehr laufen als sitzen und stehen. In unseren Tipps für mehr Bewegung im Alltag findest du frische Inspiration. Bewegungsformen wie Nordic Walking oder Laufen stärken außerdem die Beinmuskulatur und fördern die Durchblutung. Auch Venengymnastik, Wechselduschen und kalte Güsse für die Beine tun dir gut.

Vermeide es, einschnürende Kleidung zu tragen. Falls du auf Reisen lange sitzen musst, können Kompressionsstrümpfe die Blutzirkulation im Bein unterstützen. Behalte auch dein Gewicht im Auge, denn Übergewicht und falsche Ernährung begünstigen Gefäßleiden. Füge deinem Speiseplan viel Obst und Gemüse hinzu, reduziere Alkohol und starte in ein rauchfreies Leben.

Und – lege ruhig öfter mal die Füße hoch!

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Bitte beachte, dass dieser Artikel eine medizinische Beratung und Behandlung nicht ersetzen kann. Wenn du dich krank fühlst oder Schmerzen hast, solltest du deinen Arzt um Rat bitten.

Gute Gesundheit und starke Venen wünscht dir deine AOK Hessen.