Hoch hinaus: Klettern und Bouldern
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Hoch hinaus: Klettern und Bouldern

Klettern und Bouldern sind tolle Arten, sich an der frischen Luft zu bewegen – aber auch bei schlechtem Wetter müssen Abenteuerlustige nicht auf ihren Adrenalinkick verzichten. In Hessen gibt es unzählige Kletterhallen, die das ganze Jahr geöffnet haben. Dort kommen auch Einsteiger auf ihre Kosten. Wir erklären, was der Unterschied zwischen Klettern und Bouldern ist, warum beide gut für die Gesundheit sind, und zeigen dir, wie du selbst starten kannst!

Vom Hallenwand-Eroberer zum Alpinisten

Beim Klettersport denkst du vielleicht direkt an steile Felswände und schwindelerregende Höhen. Aber Klettern ist nicht gleich Klettern und für Anfänger wie für Profis gibt es eine Menge Optionen. Ganz egal, ob dich eher die Halle anspricht, du an deine Grenzen gehen oder doch lieber klein anfangen möchtest, Klettersport ist extrem vielseitig und der Einstieg ist gar nicht so schwer.

Seil oder kein Seil, das ist hier die Frage

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Klettern und Bouldern hauptsächlich darin, dass für Letzteres kein Seil und Sicherungsgerät verwendet wird. Tatsächlich aber gibt es deutlich mehr Unterschiede zwischen den beiden Kletterarten.

Ein ebenfalls recht auffälliger Unterschied ist die Kletterhöhe. Während man beim Bouldern nur in seltenen Fällen über 4 Meter kommt, geht es beim Klettern weit höher hinaus. Die meisten Sportkletterrouten sind zwischen 15 und 40 Metern lang.

Auch in der Art des Kraftaufwandes gibt es Unterschiede. Beim Klettern ist vor allem Kraftausdauer gefragt. Beim Bouldern hingegen braucht man vor allem Explosivkraft. Einfach gesagt: Klettern braucht mehr Muskelausdauer, Bouldern mehr Muskelkraft. Beim Klettern kannst du sogar an geeigneten Stellen kurz deine Arme und Beine ausschütteln. Beim Bouldern powerst du deine Route von Anfang bis Ende durch.

Junge Menschen tendieren häufig eher zum Bouldern, ältere zum Klettern. Das lässt sich damit erklären, dass Bouldern deutlich dynamischer ist. Klettern ist etwas statischer. Das heißt aber nicht, dass sich die beiden Sportarten nicht für jeden eignen. Aber dazu später mehr.

Kletterschuhe und Magnesiumpulver brauchst du für beide Sportarten. Zusätzlich noch einen Beutel für das Pulver, einen sogenannten „Chalkbag“ („chalk“ ist das englische Wort für Kreide und „bag“ bedeutet Tasche). Beim Klettern brauchst du zusätzlich noch ein Seil und einen Seilsack für den Transport sowie ein Sicherungsgerät und Karabiner. Fürs Outdoor- beziehungsweise Felsklettern werden auch noch Expressschlingen, eine Bandschlinge und noch mehr Karabiner benötigt.

Der letzte Unterschied? Zum Klettern brauchst du fast immer jemanden, der dich sichert. Zum Bouldern kannst du problemlos auch allein gehen und bist daher etwas flexibler.

Ist das nicht gefährlich?

Ohne das notwendige Wissen und eine gute Portion Vorsicht sind viele Sportarten gefährlich. Lässt du dich richtig einweisen und hältst dich an die Sicherheitsvorkehrungen, ist Klettern oder Bouldern nicht viel gefährlicher als andere Sportarten auch. Schließlich kann man sich auch beim Tennis verletzen. Und Sportarten wie Reiten sind noch viel riskanter.

Die meisten Verletzungen beim Bouldern passieren tatsächlich bei der Landung. Wie man richtig fällt, landet und im Falle eines Falles abrollt, lernst du aber. Beim Klettern kannst du ohne umfangreiche Sicherheitseinweisung und einen erfahrenen Helfer ohnehin nicht starten.

Zwar verletzt man sich beim Bouldern öfter, aber die Blessuren sind meist eher harmlos. Meist sind es verstauchte Sprunggelenke von einer schlechten Landung. Verletzungen beim Klettern sind seltener – dafür aber auch meist schlimmer. Beim Outdoorklettern empfiehlt sich zudem ein Helm für deine Sicherheit.

Hoch hinaus für deine Gesundheit

Besonders Bouldern ist ein perfektes Ganzkörper-Workout. Es gibt wohl kaum einen Muskel, der beim Bouldern nicht beansprucht wird. Schließlich musst du nicht nur dein Körpergewicht halten, sondern dich auch aus eigener Kraft hochziehen. Zusätzlich trainiert Bouldern die Griffkraft, also die Stärke deiner Hände beim Zupacken – und vor allem Festhalten. Beim Klettern ist eher die Ausdauer gefordert. Beide Kletterarten fördern aber auch Gleichgewicht, Koordination und Körpergefühl.

Neben Vorteilen für die körperliche Gesundheit sind Klettern und Bouldern auch für den Kopf eine gute Sache. Die Konzentration wird gefördert, die Anstrengung baut Stress ab. Zusätzlich sorgen die Erfolge beim Klettern für gute Erlebnisse und das Gefühl, etwas gemeistert zu haben.

Was spricht dich an?

Generell sind Klettern und Bouldern für jeden geeignet. Beim Bouldern braucht es jedoch kaum Einweisung, du kannst recht schnell einfach loslegen und bist nicht auf andere Menschen angewiesen.

Ansonsten kommt es einfach darauf an, was du magst. Kräftige Personen mit guter Körperspannung fühlen sich beim dynamischen Bouldern wahrscheinlich recht schnell wohl. Zudem geht es in Boulderhallen meist sehr gesellig zu.

Beim Klettern stellen sich meist schneller Erfolgserlebnisse ein. Dabei ist aber der Kopf etwas mehr gefordert – um die Sicherungstechnik zu erlernen, aber auch um Routen zu durchdenken und etwa Ruhepunkte ausfindig zu machen. In Anbetracht der Höhen ist beim Klettern neben mehr Ausrüstung auch etwas mehr Mut gefragt.

In beiden Sportarten gibt es oftmals Schnupperkurse. Schau dir also am besten einfach mal deinen Favoriten an!

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