Im Notfall richtig reagieren
Warnsignale

Im Notfall richtig reagieren

Trotz umsichtigen Handelns und sorgfältigen Verhaltens passieren immer wieder Unfälle und Missgeschicke, die in einem Notfall enden. Interessanterweise passieren statistisch gesehen rund 2/3 der Unfälle im Haushalt und nicht etwa auf der Arbeit oder im Straßenverkehr. Da werden Stühle als Leitern missbraucht, die scharfen Küchenmesser genommen um etwas aufzuschneiden, oder es passieren Unfälle beim Umgang mit offenem Feuer. Doch egal wo und unter welchen Voraussetzungen ein Unfall passiert, die Notfallnummer ist immer dieselbe. Und auch der Ablauf des Telefonats ist unabhängig von der Art und dem Umstand wie es zu der Notsituation gekommen ist.

Die richtige Information zur richtigen Zeit

Zuerst einmal gilt es Ruhe zu bewahren. Die Feuerwehren und Rettungsdienste sind genau dafür da um in diesen Situationen zu helfen und halten die entsprechenden Fachleute für den jeweiligen Einsatz vor. Wenn du die 112 gewählt hast und die folgenden Punkte beherzigst, dann kommt dir je nach Unglücksort bereits wenige Minuten nach dem abgesetzten Notruf der entsprechende Experte zur Hilfe. Je nach Situation solltest du vor dem Telefonieren dafür sorgen, dass die verletzte Person stabil gelagert, und die Unfallstelle gesichert ist. Teile gegebenenfalls umherstehende Passanten ein und sorge dafür, dass jemand die Rettungskräfte an der Straße abholt und einweist. Setze als nächstes den Notruf ab.

Die sechs W-Fragen beim Notruf

Zu Beginn des Telefonats solltest du der Rettungsleitstelle möglichst ruhig und deutlich deinen Namen nennen, also klären, wer anruft. Beschreibe als nächstes so detailliert wie möglich, was genau passiert ist. Das Rettungspersonal kann anhand der Beschreibung bereits Rückschlüsse ziehen und entsprechende Kräfte in Bereitschaft versetzen oder Vorbereitungen im Zielkrankenhaus veranlassen. Danach ist es wichtig anzugeben, wo der Unfall passiert ist. Nenne hierzu sowohl die komplette Adresse, als auch den Namen, der auf dem Klingelschild steht. Sollte der Unfall draußen passiert sein, ist eine möglichst genaue Beschreibung des Ortes unabdingbar. Am besten eignen sich hierfür ebenfalls ein Straßenname, sowie markante Gebäude oder große Bäume, ein See oder ein Berg. Die Anzahl der Betroffenen, also wie Frage, wie viele Verletzte es gibt, gibst du als nächstes an. Diese Information ist wichtig um entscheiden zu können, wie viele Kräfte für den Einsatz benötigt werden.

Sofern du es weißt, berichte nun welcher Art die Verletzungen der Betroffenen sind. Teile auf jeden Fall starke Blutungen, Atemnot, Bewusstlosigkeit oder sonstige Umstände, die den Einsatz eines Notarztes zwingend erforderlich machen, mit. Keine Angst vor falschen Angaben! Solltest du nicht in der Lage sein, die Erkrankung auszumachen, so ist das kein Problem. Durch eine gute Beschreibung der Umstände des Unfalls kann das geschulte Personal in der Leitstelle die notwendigen Rückschlüsse ziehen und die passenden Maßnahmen einleiten.

Das sechste und letzte W steht für „warten“. Warte auf jeden Fall mögliche Rückfragen ab und beende das Gespräch nicht einfach. Es könnte sonst sein, dass Du wichtige Nachfragen oder Anweisungen nicht mitbekommst.

Einfache Verhaltenstipps für den Notfall

Wenn du die oben genannten Tipps beherzigst, erhöhst du die Chance auf eine rechtzeitige und erfolgreiche Rettung enorm. Die AOK Hessen bietet eine übersichtliche Checkliste der notwendigen Schritte, die du unter dem folgenden Link abrufen kannst: www.aok.de