Jonglieren: Spielerisches Training fürs Gehirn
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Jonglieren: Spielerisches Training fürs Gehirn

Jonglieren ist nicht nur etwas für Kinder oder Zirkuskünstler, sondern für alle: Wirbelst du Bälle durch die Luft, trainierst du Geist und Körper. Das macht Spaß, entspannt und du konzentrierst dich besser – und du wirst sogar klüger. Warum das so ist und wie du spielerisch jonglieren lernst, zeigen wir dir hier.

Zwei oder drei Bälle hochwerfen, fangen und wieder nach oben schleudern: Jonglieren ist gar nicht so kompliziert, wie es zuerst aussieht. Im Gegenteil: Du lernst schnell, mehrere Dinge gleichzeitig durch die Luft sausen zu lassen.

Das Hobby ist einfach und du übst es überall aus, auch wenn du nur kurz Zeit hast – im Wohnzimmer, im Park oder im Büro. Alles, was du brauchst, sind Bälle, Jongliertücher oder -keulen. Jonglieren ist lustig – und hat für deinen Körper und Geist überraschend positive Auswirkungen.

Warum Jonglieren so gesund ist

Es klingt erst einmal unglaublich – ist aber wahr: Jonglieren macht dich klüger! Denn auch wenn du nur spielerisch Arme und Hände bewegst, läuft in dir ein komplexes Programm ab. Die Augen beobachten die Bälle und melden dem Gehirn, wo sich diese gerade befinden. Der Verstand sendet Befehle an die Muskeln, damit deine Finger zugreifen. Körper und Kopf müssen sich dabei abstimmen. Nebenbei trainierst du so auch deine Koordination.

Nur wenn beide Gehirnhälften zusammenarbeiten, fängst du die Jonglierbälle. Deine Gehirnhälften sind über einen Balken verbunden, der aus 300 Millionen Nervenleitungen besteht. Das Jonglieren aktiviert diese Region besonders, sie wird besser durchblutet. Ein Protein regt neue Gehirnzellen zum Wachsen an.

Trainierst und förderst du dein Gehirn, entwickelt es sich weiter. Wie gut regelmäßige Jonglage deinem Verstand tut, fanden Neurologen der Uniklinik Hamburg-Eppendorf 2008 bei einer Studie heraus. Bei Jongleuren, die drei Bälle mehr als 60 Sekunden in der Luft halten konnten, hatten sich einige Hirnregionen vergrößert. Darunter diejenige, die fürs Lernen und die Wahrnehmung von Bewegungen im Raum zuständig sind. Übten die Probanden drei Monate lang nicht mehr, bildeten sich die Bereiche wieder zurück.

Am besten trainierst du deshalb regelmäßig: Ideal sind jeden Tag fünf bis zehn Minuten, entweder am Stück oder in zwei Etappen. Wenn du nach langen Meetings im Büro oder dem Schulunterricht müde bist: Nimm deine Bälle in die Hand und wirble sie in die Luft. Du wirst sehen: Schon nach wenigen Minuten hast du Stresshormone abgebaut und wunderbare Laune. Du fühlst dich wacher, entspannter und konzentrierter.

Jonglieren lernen mit Bällen: So geht es

Drei Jonglierbälle, Devilsticks oder Jonglierkeulen: Du kannst alle möglichen Gegenstände in die Luft werfen und fangen. Lass dir beim Jonglieren lernen aber Zeit und fang erst mal klein an. Du merkst schnell, wie du immer besser wirst.

Für dein Training brauchst du drei gleich große und schwere Jonglierbälle, zum Beispiel Bean Bags mit 50 bis 70 Millimeter Durchmesser. Nun übst du in Etappen. Zuerst mit einem, dann mit zwei und am Ende mit drei Bällen:

  • Stelle dich aufrecht und locker mit den Handflächen nach oben hin. Nimm einen Ball in eine Hand und wirf ihn auf Augenhöhe zur anderen Hand. Fange ihn und wirf ihn zurück, nach und nach in einem höheren Bogen. Schau nicht auf Deine Hände, sondern nur geradeaus ohne Bälle oder Hände zu fokussieren.
  • Klappt das gut, nimmst du in jede Hand einen Ball. Wirf den ersten. Befindet er sich ungefähr am höchsten Punkt, schleuderst du den anderen Ball in die entgegengesetzte Richtung. Fange beide nacheinander auf. Übe das so lange, bis du einen gleichmäßigen Rhythmus hast.

Das Jonglieren fällt dir leichter, wenn du dich zunächst aufs Werfen konzentrierst und nicht aufs Fangen. Dass am Anfang viele Bälle auf den Boden kullern, ist ganz normal.

Wie du Jonglieren mit drei Bällen lernst, zeigt dir die Anleitung in der Grafik:

Jonglierbälle einfach selbst basteln

Übrigens kannst du die Bälle einfach selbst basteln. Du brauchst dafür pro Ball zwei kleine Luftballons, einen Trichter, Vogelsand und Klebeband. Fülle den Sand mit dem Trichter in einen Ballon, bis er prall ist. Schneide den Zipfel an der Öffnung ab und klebe das überstehende Teil an. Schneide beim zweiten Ballon den Zipfel ab und stülpe ihn über den ersten Ball, sodass die Klebestelle ganz bedeckt ist. Fertig ist der Jonglierball!

Das Hantieren mit Bällen ist dir für den Anfang zu kompliziert? Eine Alternative für Einsteiger sind Jongliertücher. Die speziellen Stoffe fliegen langsamer als Bälle und du hast mehr Zeit, dich auf die Bewegungsabläufe zu konzentrieren. Außerdem rollen sie nicht weg, wenn sie auf den Boden fallen.

Schnapp dir die Bälle und fang an zu jonglieren

Beim Jonglieren trainierst du deinen Körper und Geist – und dieser Zeitvertreib ist auch noch unterhaltsam! Du hast schnell Erfolgserlebnisse und wirbelst bald zwei oder drei Bälle durch die Luft. Wenn du in Schule, Uni oder Arbeit kurz Zeit hast, stehst du auf und übst ein paar Minuten. Schon hast du Stress abgebaut und dein Gehirn in Schwung gebracht.

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